Quelle: Blätter 1966 Heft 01 (Januar)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Fritjof Meyer
       
       DAS SOWJETISCHE WIEDERVEREINIGUNGSANGEBOT VOM 15. JANUAR 1955
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       UND SEINE ZURÜCKWEISUNG DURCH DIE BUNDESREGIERUNG
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       Erste Reaktion...
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       ...
       Die "New York Times" schreibt am 17.1.1955: "Je stärker die Stel-
       lung des  Westens wird,  desto williger wird Moskau sein, sich zu
       Zugeständnissen bereitzuerklären...  Die letzte  sowjetische Mit-
       teilung scheint  anzudeuten, daß  Ostdeutschland bewaffnet werden
       soll, wenn  Westdeutschland bewaffnet wird. Aber wagt Moskau Ost-
       deutschland zu bewaffnen? Hat es die Ereignisse des 17. Juni 1953
       vergessen?"
       ...
       ...
       Die parteiamtliche  "Prawda" kommentiert  am 18.1.1955  die Stel-
       lungnahme des Bundespresseamtes: "Während die Verfasser der Stel-
       lungnahme an  dem  Pariser  Abkommen  festhalten,  versuchen  sie
       gleichzeitig den Eindruck zu erwecken, daß sie für die Wiederver-
       einigung Deutschlands  eintreten. Eine Wiedervereinigung Deutsch-
       lands auf  der Grundlage  der Pariser  Abkommen ist  aber  unmög-
       lich... (Das  Bundespresseamt) will  jedoch die  deutsche Öffent-
       lichkeit davon  überzeugen, daß  die Bonner Regierungskreise Ver-
       handlungen nach der Ratifizierung der Pariser Abkommen wünschen -
       das heißt, zu einem Zeitpunkt, da diese Verhandlungen bereits un-
       möglich sein  werden. Dieses  Kommuniqué kann  daher nicht anders
       als ein  Versuch betrachtet werden, die öffentliche Meinung West-
       deutschlands irrezuführen."
       ...
       ...und endgültige Ablehnung des sowjetischen Angebots
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       durch Adenauer
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       ...
       Am 24. Januar erklärte die "Prawda": "Dr. Adenauer hat den sowje-
       tischen Vorschlag, ein Wahlgesetz für gesamtdeutsche Wahlen durch
       Berücksichtigung der  Wahlgesetze in  Ost- und Westdeutschland zu
       schaffen, als  einen Beweis  der mangelnden  Bereitschaft der So-
       wjetunion angesehen,  gesamtdeutsche  Wahlen  abzuhalten.  Dieser
       Teil des sowjetischen Vorschlages ist jedoch ursprünglich auf der
       Berliner Konferenz  von dem  britischen Außenminister Sir Anthony
       Eden unterbreitet und von Adenauer voll unterstützt worden."
       ...
       ...
       "Anscheinend soll  das wiedervereinigte  Deutschland, nicht  etwa
       die Bundesrepublik,  in dem  Friedensvertrag das  Recht bekommen,
       eigene nationale Streitkräfte zu besitzen, die für die Gewährlei-
       stung der  Sicherheit Deutschlands  und seiner  Grenzen notwendig
       sind. Es bleibt ihm aber verboten, Bündnisse oder dergleichen ab-
       zuschließen.
       Deutschland ist überhaupt nicht in der Lage, weder wirtschaftlich
       noch technisch, die nationalen Streitkräfte aufzustellen, die für
       die Gewährleistung der Sicherheit Deutschlands und seiner Grenzen
       notwendig sind."  (Adenauer in  seiner Rundfunkerklärung  vom 22.
       Januar 1955.)
       ...
       

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