Quelle: Blätter 1966 Heft 02 (Februar)


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       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Bücher
       
       DEUTSCHLANDS EIGENE SITUATION
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       Ludwig Pesch,  Die west-östliche  Nation, 12  Lektionen  für  die
       Deutschen. Seewald Verlag, Stuttgart, 192 S., DM 14,80.
       ...
       ...
       Alle "Vorschläge zur Lösung der deutschen Frage ... sind wertlos,
       solange sie  nicht zur  Kenntnis nehmen, daß Sowjetrußland zu den
       Siegern des  Zweiten Weltkriegs gehört und gewichtige Gründe hat,
       die DDR  nicht aus ihrem Machtbereich zu entlassen." Dennoch bie-
       tet "die  gegenwärtige Lage,  so beklagenswert  sie ist,  Chancen
       ..., größer  als sie  seit Napoleon  je bestanden haben; Chancen,
       die auf  der Anerkennung  der Lage und der Tatsachen beruhen, auf
       dem Gegenteil  also der  bisher gemachten  westlichen Vorschläge"
       (S. 9).
       ...
       ...
       "Nur zwei  Lösungen der  deutschen Frage  sind realisierbar,  und
       beide sind keine Wiedervereinigung: 1. Die Konföderation der Bun-
       desrepublik und  der DDR;  2. Aufnahme zwischenstaatlicher Bezie-
       hungen unter  gleichzeitiger Normalisierung aller dabei möglichen
       Kontakte ...  In beiden  Fällen, dem  einer Konföderation wie dem
       der Normalisierung  der Beziehungen, ist es notwendig, die DDR de
       jure et de facto anzuerkennen" (S. 164).
       ...
       ...
       "1. Deutschland ist  historisch, politisch und kulturell so stark
       mit Frankreich verbunden - in der Einheit und wechselseitigen Ab-
       hängigkeit von These und Antithese -, daß sich die Synthese gera-
       dezu aufzwingt.  Deutschland ist historisch, politisch, kulturell
       und wirtschaftlich  ein westeuropäischer  Staat, mit einer histo-
       risch wie geistig starken Bindung an den Süden, Italien.
       2. Deutschland hat  sich viele Jahrhunderte bis zum heutigen Tage
       mit dem  europäischen Osten  und Südosten auseinandergesetzt. Die
       Auseinandersetzung hatte, im Gegensatz zu der mit Frankreich, ein
       tragisches Ende.  Das Problem  ist ungelöst und verlangt gebiete-
       risch den friedlichen Ausgleich. Deutschland ist daher ein osteu-
       ropäischer Staat.  Seine eigene  Situation zwingt es, Vermittler,
       Bindeglied zwischen  West- und Osteuropa in den Bemühungen um die
       gesamteuropäische Einigung  und Gemeinschaft  zu sein. Es ist, in
       seiner europäischen  Lage und Bestimmung, die westöstliche Nation
       in Europa.
       3. Deutschland ist  stets eine Föderation von Ländern gewesen. Es
       kann nicht als Einheitsstaat erstehen. Die Sonderentwicklung Nie-
       derdeutschlands (einschließlich  Preußens), Österreichs  und Bay-
       erns läßt  in Zukunft nur noch einen deutschen Staatenbund zu ...
       Der überwiegende  Teil der  Bevölkerung Österreichs fühlt deutsch
       und bekennt sich deutsch, und zwischen Bayern und Österreich gibt
       es weder ethnische noch kulturelle Grenzen.
       4. Eine 'Wiedervereinigung'  mit den  unter sowjetrussischem Ein-
       fluß stehenden  Ländern des  ehemaligen Preußen, Sachsen und Thü-
       ringen, also  der Deutschen  Demokratischen Republik  ... ist nur
       durch Normalisierung  der zwischenstaatlichen Beziehungen und be-
       stenfalls in der Form einer Konföderation möglich" (S. 175/6).
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       ...
       "Spekulationen auf  engere Kontakte  Westeuropas mit  osteuropäi-
       schen Ländern   o h n e  die Sowjetunion sind absurd. Die Sowjet-
       union wird  ihre Satelliten  niemals in  eine von  Westeuropa ge-
       führte Gemeinschaft  entgleiten lassen"  (S. 178). "Im Dialog mit
       Sowjetrußland aber  werden die  Deutschen sich  bewähren  müssen,
       hier werden sie zeigen, ob sie kühn im Denken und Handeln zu sein
       vermögen" (S. 192).
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       Harold Rasch
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