Quelle: Blätter 1966 Heft 08 (August)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Walther Müller-Jentsch
       
       STILWANDEL DER AUTORITÄTSAUSÜBUNG IM BETRIEB
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       ...
       Mit dem  nachstehenden Beitrag  setzen wir die seit November ver-
       gangenen Jahres  in dieser  Zeitschrift geführte  Diskussion  zum
       Thema der Mitbestimmung fort. Idee und praktische Formen der Mit-
       bestimmung rücken  in unserer Zeit deshalb immer mehr in den Mit-
       telpunkt lebhafter  Erörterungen, weil die parlamentarische Demo-
       kratie durch den voranschreitenden Prozeß wirtschaftlicher Macht-
       konzentration in Gefahr gerät. Die politischen Ansprüche, die die
       Konzerne an den Staat stellen, treten in immer spürbarerem Umfang
       zu den  Ansprüchen der Wähler in Konkurrenz und drohen, diese aus
       ihrer Position als verfassungsmäßiger Souverän zu verdrängen. Die
       großen Gefahren, die eine derartige Entwicklung innen- wie außen-
       politisch heraufbeschwören könnte, lassen sich gerade in Deutsch-
       land, in  dessen Geschichte die Großindustrie eine so verhängnis-
       volle Rolle gespielt hat, kaum unterschätzen. Die "Blätter" haben
       deshalb der  Erörterung der  Mitbestimmung - die einen Weg öffnen
       würde, den  an sich unvermeidlichen wirtschaftlichen Konzentrati-
       onsprozeß den  Bedingungen der  Demokratie anzupassen - besondere
       Aufmerksamkeit gewidmet  und beabsichtigen,  diese  Debatte  auch
       weiterhin zu  beobachten und zu ihr beizutragen. Da jede friedli-
       che Entwicklung  in Mitteleuropa unzweifelhaft zur Bedingung hat,
       daß namentlich bei uns in der Bundesrepublik die parlamentarische
       Demokratie erhalten  bleibt, diese  aber von  den erwähnten wirt-
       schaftlichen Entwicklungen  her in Frage gestellt wird, kommt den
       Lösungen, die  in der  Bundesrepublik im  Verlaufe  der  nächsten
       Jahre für  diese Problematik  gefunden werden, auch unter dem Ge-
       sichtspunkt der  Erhaltung des Friedens in Mitteleuropa große Be-
       deutung zu.
       Der heute  zum Abdruck  gelangende Beitrag bringt diese zentralen
       politischen Fragen,  um derentwillen  wir das Mitbestimmungsthema
       zur Diskussion  stellen, nicht  ausdrücklich zur Sprache. Dennoch
       hielt es  die Redaktion  für richtig, diesen Aufsatz, der die in-
       nerbetrieblichen Strukturen  erörtert, hier  einmal einzublenden.
       So gewiß  dieses Thema  für unsere  Diskussion nur ein Randgebiet
       darstellt, so  sehr schien  uns andererseits, daß die Art, in der
       der Verfasser  diesen besonders  problemreichen Fragenkomplex be-
       handelt, Anregungen  allgemeinen Charakters  vermittelt, die auch
       unter den  Gesichtspunkten der  von uns  geführten Diskussion von
       Interesse sein dürften. D. Red.
       ...
       

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