Quelle: Blätter 1967 Heft 01 (Januar)


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       Historische Texte
       
       DIE SOWJETISCHEN PROTOKOLLE DER KONFERENZ VON TEHERAN (VIII) *)
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       Vierte Sitzung der Konferenz der Oberhäupter der Regierungen
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       der UdSSR, der USA und Großbritanniens
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       Teheran, 1. Dezember 1943
       2. Sitzung am runden Tisch
       Beginn der Sitzung: 16.00 Uhr
       Ende der Sitzung: 19.40 Uhr
       
       ROOSEVELT: Ich  möchte, daß  wir in  dieser Sitzung die polnische
       und die deutsche Frage erörtern.
       STALIN: Sowie die Frage des Kommuniqués.
       ROOSEVELT: Das Kommuniqué wird bereits vorbereitet.
       MOLOTOW: Kann  man uns jetzt sagen, ob wir einen Teil der italie-
       nischen Handels- und Kriegsflotte bekommen werden?
       ROOSEVELT: Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten. Wir haben
       eine große Anzahl italienischer Schiffe erhalten. Sie müßten sich
       nach meiner  Meinung in zeitweiliger Nutzung der Vereinten Natio-
       nen befinden und für die besten Zwecke verwendet werden. Nach dem
       Kriege sollen sie unter die Vereinten Nationen aufgeteilt werden.
       MOLOTOW: Wenn  wir diese Schiffe nicht als Eigentum erhalten kön-
       nen, so  bitten wir, sie uns zur zeitweiligen Nutzung zu überlas-
       sen. Wir werden sie im Interesse der Alliierten und aller Verein-
       ten Nationen einsetzen.
       STALIN: Falls  die Türkei  nicht in  den Krieg  eintreten sollte,
       werden wir  die uns  übergebenen italienischen  Schiffe nicht  im
       Schwarzen Meer  einsetzen können.  Wir würden  sie dann  für  das
       Nordmeer vorsehen. Wir wissen, daß es Großbritannien und den Ver-
       einigten Staaten an Schiffen mangelt, deshalb bitten wir auch nur
       um einige.
       CHURCHILL: Ich bin dafür.
       ROOSEVELT: Ich bin ebenfalls dafür.
       CHURCHILL: Ich wünschte, diese Schiffe blieben im Schwarzen Meer.
       STALIN: Das würden auch wir vorziehen.
       CHURCHILL: Vielleicht  wäre es  gut, die  für die Sowjetunion be-
       stimmten italienischen  Schiffe zusammen  mit britischen Schiffen
       zur Unterstützung der sowjetischen Kriegsflotte ins Schwarze Meer
       zu führen.
       STALIN: Gut, bitte sehr.
       CHURCHILL: Diese  Frage der  Übergabe der  Schiffe müssen wir mit
       den Italienern  regeln,  denn  sie  unterstützen  uns  mit  ihrer
       Flotte. Einige  italienische Schiffe  kämpfen, die  andern führen
       Patrouillendienst durch.  Die Unterseeboote  haben die Versorgung
       übernommen. Es  ist natürlich  besser, den  größtmöglichen Nutzen
       aus der italienischen Flotte zu ziehen, als sie gegen sich zu ha-
       ben. Deshalb  erbitte ich  eine Frist  von zwei  Monaten, um  die
       Übergabe italienischer Schiffe an die Sowjetunion mit den Italie-
       nern regeln zu können. Das ist eine heikle Frage, und man ist da-
       bei gezwungen, Katze und Maus zu spielen.
       STALIN: Können  wir dann Ende Januar des kommenden Jahres mit den
       Schiffen rechnen?
       ROOSEVELT: Einverstanden.
       CHURCHILL: Einverstanden.
       STALIN: Die Kommandos werden wir auf den Schiffen einsetzen.
       CHURCHILL: Wir  möchten die  russische Flotte  im Schwarzen  Meer
       durch unsere  Schiffe unterstützen.  Außerdem würden  wir der So-
       wjetunion gern bei der Instandsetzung ihrer Flottenstützpunkte im
       Schwarzen Meer,  wie beispielsweise  Sewastopol, behilflich sein.
       Es würde uns ferner freuen, wenn es die Sowjetregierung für ange-
       bracht hielte,  vier bis  fünf britische Unterseeboote zu statio-
       nieren, um dort rumänische und deutsche Schiffe zu versenken. Ich
       muß jedoch  sagen, daß  wir weder  Ansprüche  noch  Interesse  am
       Schwarzen Meer haben.
       STALIN: Gut,  wir werden  für jede  uns erwiesene  Hilfe  dankbar
       sein.
       CHURCHILL: Es  gibt ein  Moment, das  wir bei  Kriegseintritt der
       Türkei ausnützen  könnten. Wenn  sich die Türkei fürchtet, in den
       Krieg einzutreten,  ihre Neutralität aber wahren möchte, wird sie
       vielleicht einigen  Unterseebooten und den erforderlichen Versor-
       gungsschiffen die Durchfahrt durch den Bosporus und die Dardanel-
       len ins Schwarze Meer gestatten. Die amerikanischen Unterseeboote
       vernichten im  Stillen Ozean viele japanische Schiffe. Unsere Un-
       terseeboote haben  im Mittelmeer  bereits eine große Anzahl deut-
       scher und  italienischer Schiffe  versenkt; unsere  Unterseeboote
       könnten jetzt helfend im Schwarzen Meer eingreifen.
       STALIN: Ist die Frage erschöpft?
       CHURCHILL: Ja!
       ROOSEVELT: Ich  möchte über Polen verhandeln und gleichzeitig der
       Hoffnung Ausdruck  geben, daß die Sowjetregierung die Verhandlun-
       gen beginnen  und ihre  Beziehungen mit  der polnischen Regierung
       wieder aufnehmen möge 1).
       STALIN: Die  Vertreter der  polnischen Regierung  in Polen stehen
       mit den Deutschen in Verbindung und ermorden Partisanen. Sie kön-
       nen sich nicht vorstellen, wie sie dort hausen.
       CHURCHILL: Das ist eine sehr bedeutende Frage. Wir haben Deutsch-
       land den Krieg erklärt, weil Deutschland Polen überfallen hat. Es
       hat mich  seinerzeit verwundert,  daß Chamberlain sich in München
       nicht für die Tschechen eingesetzt hat, im April 1939 aber plötz-
       lich Polen Garantien zusicherte. Ich war erstaunt, als er günsti-
       gere Möglichkeiten  ausschlug und zur Politik des Krieges zurück-
       kehrte Gleichzeitig  aber hat  mich dieser  Umstand auch gefreut.
       Wegen Polen  und in  Erfüllung  unseres  Versprechens  haben  wir
       Deutschland den  Krieg erklärt,  obwohl wir, mit Ausnahme unserer
       Seestreitkräfte, völlig unvorbereitet waren. Wir haben auch große
       Anstrengungen unternommen,  um Frankreich  zu veranlassen, in den
       Krieg einzutreten.  Frankreich hat  eine Niederlage erlitten. Wir
       aber wurden,  dank unserer  Insellage, zu  aktiven Kämpfern.  Wir
       messen der  Ursache unseres  Kriegseintritts große Bedeutung bei.
       Der historische  Unterschied zwischen  unserem und dem russischen
       Standpunkt hinsichtlich  Polens ist  mir  klar.  Wir  aber  legen
       großes Gewicht  auf Polen, da uns der Überfall auf Polen zu unse-
       ren heutigen  Anstrengungen veranlaßte. Ich habe auch die Haltung
       Rußlands zu  Kriegsbeginn sehr gut verstanden und, angesichts un-
       serer Schwäche  zu Kriegsbeginn, auch die Tatsache begriffen, daß
       Frankreich seine  in München gegebenen Garantien nicht realisiert
       hat. Natürlich konnte die Sowjetregierung damals nicht ihre ganze
       Existenz in  diesem Kampf  aufs Spiel  setzen. Heute ist die Lage
       jedoch anders. Und ich hoffe, daß wir, würde man uns nach der Ur-
       sache unseres  Kriegseintritts fragen, antworten werden, weil wir
       Polen die Zusicherung gegeben haben. Ich möchte auf mein Beispiel
       von den drei Streichhölzern zurückkommen, von denen eins Deutsch-
       land, das  andere Polen und das dritte die Sowjetunion darstellt.
       Diese drei  Streichhölzer sollen nach Westen vorgeschoben werden,
       um eine der Hauptaufgaben der Alliierten, die Sicherung der West-
       grenzen der Sowjetunion, zu lösen.
       STALIN: Gestern  war nicht  von Verhandlungen  mit der polnischen
       Regierung die  Rede. Gestern sprachen wir davon, daß wir der pol-
       nischen Regierung  dieses  und  jenes  vorschreiben  müßten.  Ich
       möchte sagen, daß Rußland nicht weniger, sondern mehr als die an-
       deren Großmächte an guten Beziehungen mit Polen interessiert ist,
       da Polen zu den Nachbarländern Rußlands gehört. Wir sind für eine
       Wiederherstellung, für eine Stärkung Polens. Aber wir unterschei-
       den zwischen  Polen und  der polnischen  Exilregierung in London.
       Wir haben die Beziehungen zu dieser Regierung nicht aus irgendei-
       ner Laune heraus abgebrochen, sondern deshalb, weil die polnische
       Regierung in  Hitlers Fußstapfen  tritt und  die Sowjetunion ver-
       leumdet. Die  Presse hat darüber berichtet. Welche Garantien aber
       haben wir, daß die polnische Exilregierung in London nicht wieder
       dasselbe tun  wird? Wir  möchten die  Zusicherung haben,  daß die
       Vertreter der  polnischen Regierung  keine Partisanen  hinrichten
       und die  polnische Exilregierung  tatsächlich zum Kampf gegen die
       Deutschen auffordern und nicht irgendwelche Machenschaften in die
       Wege leiten wird. Zu einer Regierung, die ihre Bürger zum aktiven
       Kampf gegen die Deutschen auffordert, werden wir gute Beziehungen
       unterhalten. Wir  glauben jedoch nicht, daß die jetzige polnische
       Exilregierung in  London so ist, wie sie sein müßte. Wir wären zu
       Verhandlungen mit  ihr bereit,  wenn sie  sich mit den Partisanen
       solidarisch erklären  würde und wir die Garantie hätten, daß ihre
       Vertreter nicht mit den Deutschen in Verbindung stehen werden.
       Churchill sprach  von drei Streichhölzern. Ich möchte fragen, was
       das bedeutet.
       CHURCHILL: Es  wäre gut,  hier am  runden Tisch die Vorstellungen
       der Russen von den Grenzen Polens zu erfahren. Wir, Eden und ich,
       könnten sie  den Polen  vielleicht darlegen. Nach unserer Meinung
       müßte man  Polen ohne  Zweifel auf Kosten Deutschlands zufrieden-
       stellen. Wir  würden den  Polen erläutern, daß das ein guter Plan
       sei und  sie keinen  besseren zu  erwarten hätten. Danach könnten
       wir die  Frage der  Wiederaufnahme von  Beziehungen stellen.  Ich
       möchte jedoch  betonen, daß  wir ein  starkes, unabhängiges Polen
       wünschen, das freundschaftliche Beziehungen zu Rußland unterhält.
       STALIN: Die ukrainischen Gebiete müssen zur Ukraine und die belo-
       russischen zu  Belorußland kommen,  d.h. die  Grenze zwischen der
       UdSSR und  Polen muß  der Grenze  von 1939 entsprechen, die durch
       unsere Verfassung  festgelegt ist. Das ist der Standpunkt der So-
       wjetregierung zu dieser Grenze, den sie auch für richtig hält.
       Welche Fragen stehen noch zur Diskussion?
       ROOSEVELT: Die Frage Deutschlands.
       STALIN: Welche Vorschläge gibt es dazu?
       ROOSEVELT: Die Aufteilung Deutschlands.
       CHURCHILL: Ich  bin für  eine Aufteilung  Deutschlands. Aber  ich
       möchte die  Frage hinsichtlich  der Aufteilung Preußens durchden-
       ken. Ich  bin für  eine Abtrennung  Bayerns und anderer Provinzen
       von Deutschland.
       ROOSEVELT: Um  unsere Diskussion über diese Frage voranzubringen,
       möchte ich den von mir selbst vor zwei Monaten aufgestellten Plan
       zur Aufteilung Deutschlands in fünf Staaten darlegen.
       CHURCHILL: Preußen  ist, so  möchte ich betonen, die Wurzel allen
       Übels in Deutschland.
       ROOSEVELT: Wir  müssen zuerst  eine Gesamtvorstellung  haben  und
       dann über einzelne Komponenten sprechen. Ich meine, Preußen müßte
       möglichst geschwächt  und verkleinert  werden. Preußen  müßte der
       erste selbständige  Teil Deutschlands sein. Teil zwei sollte Han-
       nover und  die nordwestlichen  Gebiete Deutschlands,  Teil drei -
       Sachsen und das Gebiet um Leipzig, Teil vier - die Provinz Hessen
       (Darmstadt, Kassel)  und die Gebiete südlich des Rheins sowie die
       alten westfälischen  Städte, Teil  fünf - Bayern, Baden und Würt-
       temberg umfassen.  Jeder dieser  Teile würde  einen  unabhängigen
       Staat darstellen.  Außerdem müßten die Gebiete entlang des Kieler
       Kanals und  Hamburgs aus Deutschland herausgelöst und den Verein-
       ten Nationen  oder den  vier Großmächten zur Verwaltung übergeben
       werden. Die Ruhr und das Saargebiet müßten entweder der Kontrolle
       der Vereinten  Nationen oder aber der Treuhandschaft ganz Europas
       unterstellt werden.  Das wäre  mein Vorschlag, der jedoch nur als
       ein Entwurf zu betrachten ist.
       CHURCHILL: Sie  haben den "Clou" des Ganzen dargelegt. Meines Er-
       achtens gibt  es zwei Fragen - einmal die Vernichtung und zum an-
       deren den  Aufbau. Ich habe zwei Vorstellungen. Die erste ist die
       Isolierung Preußens  vom übrigen  Deutschland und  die zweite die
       Abtrennung der  süddeutschen Provinzen Bayern, Baden, Württemberg
       einschließlich der  Pfalz von  der Saar  bis Sachsen.  Ich  würde
       Preußen harte Bedingungen auferlegen. Die Südprovinzen könnte man
       einfach von  Preußen abspalten und der Donaukonföderation anglie-
       dern. Die  Menschen, die  in der Donauebene leben, sind nicht die
       Ursache des  Krieges. Ich  würde mit  den Preußen  auf jeden Fall
       härter verfahren  als mit den übrigen Deutschen. Die Süddeutschen
       werden keinen neuen Krieg anzetteln.
       STALIN: Der Plan, neue Vereinigungen von Staaten zu schaffen, ge-
       fällt mir  nicht. Sollte  die Aufteilung Deutschlands beschlossen
       werden, so  sind jedoch keine neuen Vereinigungen notwendig. Sol-
       len es von mir aus fünf oder sechs Staaten und zwei Gebiete sein,
       wie Roosevelt die Aufteilung Deutschlands vorschlägt. Diesen Plan
       Roosevelts von  der Schwächung  Deutschlands könnte  man  prüfen.
       Churchill wird es bald mit großen Massen von Deutschen zu tun ha-
       ben, genau  wie wir. Dann wird er sehen, daß in der deutschen Ar-
       mee nicht  nur Preußen,  sondern auch  Deutsche aus allen anderen
       deutschen Provinzen  kämpfen. Nur  die Österreicher,  die sich in
       die Gefangenschaft  begeben werden,  werden  schreien:  "Ich  bin
       Österreicher", und  unsere Soldaten werden sie aufnehmen. Was die
       Deutschen aus  den übrigen deutschen Provinzen betrifft, so kämp-
       fen sie  alle mit der gleichen Erbitterung. Wie wir auch immer an
       die Frage  der Aufteilung  Deutschlands  herangehen  werden,  wir
       brauchen keine  neue lebensunfähige Vereinigung der Donaustaaten.
       Ungarn  und  Österreich  müssen  voneinander  getrennt  bestehen.
       Österreich ist,  solange es nicht angetastet wurde, ein selbstän-
       diger Staat gewesen.
       ROOSEVELT: Ich stimme Marschall Stalin besonders in der Beziehung
       zu, daß  zwischen den  Deutschen aus den einzelnen deutschen Pro-
       vinzen kein  Unterschied besteht. Vor fünfzig Jahren bestand die-
       ser Unterschied  noch, aber  heute sind  alle deutschen  Soldaten
       gleich. Das trifft allerdings nicht auf die preußischen Offiziere
       zu.
       CHURCHILL: Ich möchte nicht so verstanden werden, als sei ich ge-
       gen eine Aufteilung Deutschlands. Aber es wird, so meine ich, die
       Zeit kommen,  da sich  die Deutschen  wieder  vereinigen  werden,
       falls wir Deutschland in einzelne Teile spalten und keine Verbin-
       dungen aus  diesen Teilen  schaffen sollten, wie Marschall Stalin
       ausführte.
       STALIN: Es gibt keine Maßnahmen, die die Möglichkeit einer Verei-
       nigung Deutschlands ausschließen würden.
       CHURCHILL: Zieht Marschall Stalin ein zersplittertes Europa vor?
       STALIN: Was hat das mit Europa zu tun? Ich weiß nicht, ob es not-
       wendig sein  wird, vier,  fünf oder  sechs selbständige  deutsche
       Staaten zu bilden. Diese Frage muß erörtert werden.
       ROOSEVELT: Müssen  wir zur  Prüfung der deutschen Frage eine Son-
       derkommission einberufen  oder können wir sie vielleicht der Lon-
       doner Kommission 2) übergeben?
       STALIN: Man  kann diese  Frage der Londoner Kommission übergeben,
       der Vertreter unserer drei Staaten angehören.
       CHURCHILL: Ich  möchte jetzt  noch einmal auf die polnische Frage
       zurückkommen, die  mir dringender  zu sein  scheint, da die Polen
       viel Staub  aufwirbeln können.  Ich machte  meinen Vorschlag  zur
       polnischen Frage  vorlesen. Dabei  bitte ich nicht, ihm in dieser
       von mir verfaßten Form zuzustimmen, da ich selbst noch keine end-
       gültige Lösung  gefunden habe. Mein Vorschlag lautet: "Im Prinzip
       wurde festgelegt,  daß sich das Gebiet des polnischen Staates und
       des polnischen  Volkes von  der sogenannten  Curzon-Linie bis zur
       Oder erstrecken  soll, einschließlich Ostpreußens und der Provinz
       Oppeln. Die  endgültige Festlegung  der Grenze  macht jedoch eine
       genaue Prüfung  und eine mögliche Aussiedlung der Bevölkerung aus
       einigen Gebieten erforderlich."
       STALIN: Die  Russen haben  in der  Ostsee keine  eisfreien Häfen.
       Deshalb brauchten  wir die  eisfreien Häfen  Königsberg und Memel
       sowie einen  entsprechenden Teil des ostpreußischen Territoriums.
       Um so  mehr, da das historisch gesehen slawischer Boden ist. Wenn
       die Engländer  einverstanden sind,  uns das  genannte  Gebiet  zu
       überlassen, werden auch wir die von Churchill vorgeschlagene Fas-
       sung annehmen.
       CHURCHILL: Der  Vorschlag ist sehr interessant. Ich werde ihn un-
       bedingt prüfen.
       
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       *) Hiermit  schließen wir  die Veröffentlichung  der sowjetischen
       Teheran-Protokolle ab. D. Red.
       1) Gemeint ist  die Polnische  Exilregierung mit  Sitz in London;
       die Sowjetunion  hatte die Beziehungen am 26. April 1943 abgebro-
       chen.
       2) European Advisory  Commission (EAC), der Vertreter Großbritan-
       niens, der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion angehörten
       

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