Quelle: Blätter 1967 Heft 06 (Juni)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ANSPRACHE DES MINISTERPRÄSIDENTEN DER VOLKSREPUBLIK POLEN, JOZEF
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       CYRANKIEWICZ, ANLÄSSLICH DER EINWEIHUNG DES AUSCHWITZ-DENKMALS
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       An der  Stelle, wo  von den  Hitlerfaschisten auf methodische und
       organisierte Weise  fast vier Millionen Menschen ermordet wurden,
       wehrlose Männer,  Frauen und  Kinder, aus Polen und allen Ländern
       Europas, enthüllen wir heute ein Denkmal. Das Auschwitz-Denkmal.
       Wir erfüllen  damit den Willen unseres Volkes, aller Völker Euro-
       pas, das  Andenken an  all jene zu verewigen und Ehrerbietung all
       jenen zu  erweisen, die umgekommen sind, und um jene zur Wachsam-
       keit aufzurufen, die überlebt haben, um die nachfolgenden Genera-
       tionen zu  warnen, es  nie mehr geschehen zu lassen. Nie mehr das
       zu gestatten,  was die  Tragödie von Millionen verursacht und als
       unauslöschliche Schande des Völkermordes seinen düsteren Schatten
       auf die Menschheit geworfen hat.
       Ewiges Gedenken  also -  und Ehrerbietung  und Warnung. Warnung -
       das heißt Kampf, um keine Wiederholung zu gestatten. Kampf um den
       Aufbau neuer  Beziehungen zwischen  den Völkern,  Kampf gegen den
       Nationalismus, den  Rassismus, den  Kult der Gewaltanwendung, die
       Ausbeutung eines  Volkes durch ein anderes, Kampf gegen den Impe-
       rialismus.
       Seid wachsam und in Bereitschaft, damit sich nie wieder Ähnliches
       ereignen kann!
       Wir haben  uns hier  versammelt, Mitglieder  der Widerstandsbewe-
       gung, ehemalige  Häftlinge der  Konzentrationslager und ehemalige
       Kombattanten des  großen Krieges  gegen den  Hitlerfaschismus aus
       allen Ländern  Europas, um  unser Gelöbnis zu wiederholen, daß es
       Ziel und  Zweck des  uns vom  Schicksal geschenkten  Lebens  ist,
       darum zu kämpfen, daß es nie wieder geschehe.
       Hier steht  mit uns  die polnische  Arbeiterklasse und Bauern aus
       der Krakauer  Region und  aus Schlesien. Es stehen hier Vertreter
       des polnischen  Volkes aus dem ganzen Lande, die polnische Intel-
       ligenz, die  junge polnische Generation, die kein Augenzeuge des-
       sen war,  was hier  vor 25 Jahren geschah, aber gemeinsam mit der
       jungen Generation der Völker unseres Kontinents auf der Wacht der
       Zukunft steht, die anders sein kann, in der es zu verhindern ist,
       daß sich  diese, vielleicht gar durch neue technische Mittel rie-
       senhaft vergrößerte, Tragödie je wiederholt.
       Mit uns  ist die  junge Generation Polens, die weiß, daß sie des-
       halb lebt,  weil vor  22 Jahren  die Hitlerfaschisten  unter  den
       Schlägen der Sowjetarmee, unter den Schlägen der Antihitlerkoali-
       tion im  Ergebnis der Kämpfe des polnischen Volkes und der Völker
       Europas um  Freiheit, gegen das Joch der Okkupation, diesen Boden
       fluchtartig verlassen  und die  Gaskammern und Krematorien in die
       Luft sprengen mußten, die später der Extermination des polnischen
       Volkes dienen sollten. Auch das ist Lehre und Warnung.
       Diese hitlerische Todesmaschine sollte in erster Linie unser Volk
       zermalmem, ohne  die anderen  zu schonen. Laut Plan der Hitlerfa-
       schisten sollte  sie der Extermination der Völker dienen, um mehr
       Lebensraum zu  schaffen für das Volk der Herren, "Lebensraum" für
       das "Herrenvolk", das die Welt unterjochte für das "Große Reich",
       im Namen  einer "neuen" Ordnung, das auf den Trümmern der Völker-
       freiheit und  auf den Friedhöfen dieser Völker die tausendjährige
       Übermacht des Reichs begründen wollte.
       Man konnte  sich darauf  verlassen, daß diese Pläne mit der grau-
       samsten Methodik  realisiert worden  wären, ebenso  wie man schon
       früher hätte  daran glauben  sollen, was  Hitler in  seinem  Buch
       "Mein Kampf"  angekündigt hatte  und was die Welt bis zum Kriegs-
       ausbruch lediglich  für Faseleien  hielt. Die Realisierung dieser
       völkermörderischen Pläne  wurde durch  die  Kriegsniederlage  des
       Dritten Reichs,  durch die Zertrümmerung der hitlerischen Kriegs-
       maschine verhindert.  Die Welt  bezahlte dafür  mit Millionen Op-
       fern, mit  Soldaten und  Kämpfern der Widerstandsbewegung, die in
       den Kämpfen  zwischen Stalingrad  und dem  Atlantischen Ozean, in
       Afrika und Asien gefallen sind.
       Der Sieg  der großen  Koalition, der große siegreiche Weg der So-
       wjetarmee, voll  blutiger Schlachten  von Stalingrad nach Berlin,
       hat die  Völker Europas sowohl vor der Sklaverei wie vor der Ver-
       nichtung gerettet.  Dank diesem  Sieg wendeten sich die Geschicke
       Europas, die  Geschicke der  von Hitler  tödlich bedrohten  Welt,
       wendeten sich  die Geschicke der Völker, die den Fängen der Nazi-
       vernichtungsmaschine entrissen wurden.
       Dank diesem Sieg existieren wir und entwickeln wir uns als Nation
       und als  Staat, dank diesem Sieg wurde die Kette des Völkermordes
       zerrissen. Dank  diesem Sieg  konnten wir beginnen, in Europa mit
       Erfolg ein  Sicherheitssystem zu  errichten und um dessen Ausdeh-
       nung zu kämpfen, das eine Wiederholung einer Völkertragödie nicht
       zulassen wird.
       Wir werden  uns die  Früchte des  Sieges nicht  entreißen lassen,
       denn nur  eine Festigung  dieses Sieges garantiert den Frieden in
       Europa, garantiert die Respektierung der mittelgroßen und kleinen
       Nationen, garantiert  die Sicherheit, das Leben und die Würde der
       Völker.
       Schrecklich wurde  die Würde der Völker, die Würde der Menschheit
       und die  Würde des  Menschen hier in Auschwitz geschändet. Um das
       wagen zu können, mußte Hitler erst ein unterjochtes Europa haben,
       mußte er  von der  Siegesgewißheit besessen  sein, da  -  wie  er
       selbst sagte  - die  Sieger niemand nach ihrem Recht fragt, mußte
       er die  Ideologie der Überlegenheit eines Volkes über die anderen
       und einer Rasse über eine andere haben.
       Und noch  früher mußte er in Deutschland selbst alle fortschritt-
       lichen, demokratischen  Kräfte zerstören,  alles, was  edel, aber
       schwach und  durch zweitrangige Zänke desorganisiert war oder was
       infolge der  nationalistischen Giftschwaden  die tödliche  Gefahr
       nicht ganz,  nicht konsequent und nicht bis zu Ende sah, die Hit-
       ler für Deutschland und dann für die ganze Welt bedeutete.
       Deshalb mußte  am Anfang des Weges, der das Dritte Reich zum Ver-
       brechen des  Völkermordes führte,  zu dem,  was hier in Auschwitz
       und an  anderen Orten  der Vernichtung  geschah, deshalb mußte am
       Anfang die übrigens schwache, im Empfinden der Bevölkerung unter-
       entwickelte deutsche  Demokratie, die das Volk nicht zu verteidi-
       gen verstand,  machtlos gemacht  werden. Die Arbeiterklasse mußte
       entwaffnet, die  Arbeiterparteien zerschlagen, die fortschrittli-
       che, leider  zahlenmäßig schwache Intelligenz paralysiert das so-
       genannte katholische Zentrum untergeordnet werden.
       Als in die ersten Nazikonzentrationslager die kommunistischen und
       sozialdemokratischen Führer  und Funktionäre eingeliefert wurden,
       deren Schicksal  wir später  in den Konzentrationslagern teilten,
       als Menschen dieses Formats wie der edle Friedensnobelpreisträger
       Ossietzky, als  das Symbol des Widerstands gegen Hitler, der hel-
       denmütige Thälmann,  in Moabit eingekerkert war und dann kurz vor
       Hitlers Niederlage  in Buchenwald  ermordet wurde,  als  man  der
       durch die Gefangennahme seiner demokratischen Führer atomisierten
       deutschen Bevölkerung  das betäubende Gas des wahnsinnigen Natio-
       nalismus und  des Hasses  und des Größenwahns einspritzen konnte,
       wie später  in Auschwitz  das Zyklon  - war  "die Straße frei den
       braunen Bataillonen".  Deutschlands bemächtigte sich gänzlich die
       Bande der  braunen Mörder,  die dazu noch zur Herrschaft über die
       Seelen griff.  Da konnten  die Faschisten  mit dem  Brustton  der
       Überzeugung singen:  "Heute gehört  uns Deutschland  - morgen die
       ganze Welt."
       Was die  Schatzkammer der  Tradition der  Wehrmacht betrifft, muß
       man der  Genauigkeit halber  hier sagen,  daß die  Reichswehr und
       alle preußischen adeligen "Gentlemen", die Generale und Berufsof-
       fiziere eben  in Hitler und im Nationalsozialismus das politische
       Element sahen,  das erlaubte,  die alten  imperialistischen Pläne
       des deutschen Generalstabs zu verwirklichen.
       Wer dann wem die Stange hielt, ist schon eine andere Sache, wobei
       in der  Frage der  Massenmorde keine Meinungsunterschiede bestan-
       den.
       Damals beschritt das Dritte Reich den Weg, dessen Etappe die Ent-
       fesselung des  Zweiten Weltkrieges war, das Blutbad der Welt, die
       erbarmungslose Okkupation  Polens und anderer Länder Europas, der
       Beginn der  Massenaktionen des  Völkermordes, der Auftakt zur Un-
       terjochung der Welt.
       Ich spreche  über all  dies gerade hier: über die einzelnen Räder
       des Mechanismus  der politischen und psychologischen Machtergrei-
       fung Hitlers,  weil wir, wenn wir im lnteresse der Menschheit und
       gemeinsam mit den fortschrittlichen Deutschen kämpfen sollen, da-
       mit sich  das alles, was die Welt durchgemacht hat, nicht wieder-
       hole, -  wir rechtzeitig kämpfen müssen, nicht wenn es bereits zu
       spät ist, wie dies schon einmal der Fall war.
       Die Geschichte  wiederholt sich nie buchstäblich, aber leider be-
       obachten wir  in diesem  Falle heute schon, manchmal in embriona-
       ler, manchmal  in bedeutend  ernsterer Gestalt, ähnliche Erschei-
       nungen, wie sie dereinst unterschätzt wurden oder von unvorherge-
       sehenen Konsequenzen waren.
       Darauf beruht die Pflicht der Wachsamkeit im Interesse aller Völ-
       ker Europas,  im Interesse des deutschen Volkes, im Interesse der
       jungen Generationen  unserer Völker.  Man muß  heute schon  einen
       Blick in  die Wahllokale werfen, in denen die Stimmen der NPD zu-
       nehmen, und  in die  nuklearen Pläne  der Bonner Regierung und in
       die Kasernen  der Bundeswehr, um zu sehen, was dort vor sich geht
       und was dort gesprochen wird.
       Wir sind  hier auf  dem größten  Friedhof der  Welt, dem  größten
       Friedhof in  der Geschichte, auf einem Friedhof, auf dem es keine
       Gräber gibt,  wo die  Spur des einzelnen Menschen nicht zu finden
       ist, auf  dem Friedhof von vier Millionen, deren miteinander ver-
       mengte Asche  in den  Boden gestampft wurde, damit nichts von ihr
       übrigbleibe. Das  Denkmal steht  an der  Eisenbahnrampe, die  für
       diese vier  Millionen die  Endstation war,  das Ende einer Reise,
       von der  man nicht zurückkehrt, wo die Linien zusammenliefen, die
       aus allen  Ländern Europas zu diesem Ort führten, neben dem Lager
       mit der  Todesmauer, dessen  Tor mit der Aufschrift "Arbeit macht
       frei" versehen  wurde, statt der Worte "Gebt jede Hoffnung auf" -
       "Lasciate ogni  speranza". Über  diese Rampe  gingen, um nie mehr
       wiederzukehren, die  vier Millionen  Opfer. Eine schwer zu erfas-
       sende Zahl,  gleichsam Abstraktion.  Aber diese Abstraktion nimmt
       plötzlich konkrete  Gestalt an, wenn unser Blick auf die hier be-
       findlichen Sachbeweise  fällt:  Stiefel  und  Schuhe,  Dokumente,
       Brillen, Zahnbürsten, Spielzeug, vor allem dieses Kinderspielzeug
       und Haare  - Frauenhaare -, jener Teil, den sie nicht rechtzeitig
       abtransportieren konnten,  damit sie  als Rohstoff für das Dritte
       Reich dienen,  die Haare,  die Penderecki  in seinem dem Andenken
       der in  Auschwitz Ermordeten  gewidmeten Oratorium  besingt, nach
       den Worten von Rozewicz: In großen Kisten / Wirre Mengen trockner
       Haare /  Der Erwürgten  / Und  ein graues  Zöpfchen / Ein Ratten-
       schwänzchen mit  der Schleife,  / Das  in der Schule ungezogene /
       Buben ziehen. All das wurde nach der Befreiung des Lagers sicher-
       gestellt, um  Zeugnis von  der Wahrheit  abzulegen. Die Goldzähne
       fehlen hier  im Lager,  die Goldzähne, die den Vergasten nach dem
       Tode ausgerissen  und gegen  genaue Abrechnung in die Banktresore
       des Dritten  Reichs gesandt  wurden.  Die  hier  übriggebliebenen
       verzweifelten Überreste  menschlicher Existenz  bewirken, daß wir
       hinter der abstrakten Aufstellung von Zahlen Menschen sehen, Män-
       ner, Frauen, Kinder, daß wir uns vergegenwärtigen, daß die in den
       Boden gestampfte Asche einmal die Gestalt eines lebenden Menschen
       hatte, daß diese Zahl von vier Millionen vier Millionen persönli-
       cher Tragödien gleich ist, vier Millionen individueller Tode. Und
       dann begreifen  wir das  ganze Riesenausmaß  des Dramas, das sich
       hier abspielte.
       Es gibt auf der Welt andere Massenfriedhöfe, obgleich es nirgends
       einen so  großen gibt.  Auch jene  anderen sind Friedhöfe aus der
       Kriegszeit, zu  denen man  in Gedanken  zurückkehrt, die  man mit
       Ehrfurcht und Sorgfalt umgibt. Da ist der Friedhof bei Verdun, wo
       vor einem  halben Jahrhundert  700 000 gefallen sind. Da sind aus
       jener Zeit  die Friedhöfe an der Somme, wo die Leichen einer hal-
       ben Million Soldaten ruhen, ein Teil zerfetzt von Geschossen, ein
       anderer in  den Sümpfen  ertrunken. Da ist ein Vierteljahrhundert
       später der  Friedhof bei Leningrad, auf dem Hunderttausende Opfer
       der Belagerung  der heldenhaften Stadt ruhen. Es gibt noch andere
       Friedhöfe des  Zweiten Weltkriegs,  verstreut über  die Schlacht-
       felder ganz Europas vom Kaukasus und Stalingrad bis zur Küste des
       Atlantiks. Es  sind darunter  Friedhöfe, deren  Erde die  Leichen
       polnischer Soldaten  birgt, die  von Narvik  bis Tobruk  und  von
       Lenino bis  Berlin kämpften. Große Massenfriedhöfe, die die Heka-
       tomben der  Opfer der zwei Weltkriege bergen, beide übrigens ver-
       ursacht durch  den unersättlichen deutschen Imperialismus und Mi-
       litarismus. Jeder dieser Friedhöfe erschüttert uns durch die rie-
       sige Zahl  der Opfer und die Aussage des Todes. Aber trotzdem ist
       ihre Aussage  eine andere,  weil der Tod ein anderer war. Die bei
       Verdun und  an der  Somme und  die bei Leningrad, Moskau, Stalin-
       grad, Dünkirchen, bei Tobruk und Narvik, Monte Casino, Lenino und
       dem Pommernwall, die am Strand der Normandie und bei Berlin star-
       ben den  Soldatentod, mit  der Waffe  in der Hand, im Kampf gegen
       den Feind,  im Feuer  der Schlacht.  Sie fielen im Kampf, und ein
       anderer Tod  war es,  der ihnen in die Augen blickte. Und deshalb
       besitzen jene  Friedhöfe auch  eine tragische  Aussage, aber eine
       andere als  die von  Auschwitz, Majdanek,  Treblinka, Sobibor und
       Babi Jar.  Denn dort  sind Friedhöfe  des Krieges,  und hier sind
       Friedhöfe des Völkermordes.
       Die Menschheit  kannte dieses Wort nicht, bis zu der Zeit Hitlers
       und des Dritten Reichs. Es wurde in juridischer Hinsicht geprägt,
       um ein  völlig neues Phänomen in der Geschichte der Menschheit zu
       definieren: die  Massenvernichtung ganzer Völker, ethnischer, re-
       ligiöser, sozialer  Gruppen,  die  Massenextermination  wehrloser
       Menschen, die  in die  Todesfabriken gebracht  wurden. Hier brach
       die das Gewissen der Menschheit betäubende Barriere - des Völker-
       mordes.
       Das Dritte  Reich war  der erste Staat der Welt, der gegen Frauen
       und Kinder,  Greise und  Sieche Krieg  führte, der Massenfabriken
       des Todes  errichtete. Wissenschaftlich organisierte Betriebe des
       Massenmordes, die  miteinander konkurrierten um eine größere Pro-
       duktivität, größere  Ergiebigkeit, größere Tüchtigkeit in der Tö-
       tung von Menschen. Ein elastischer, absolut systematisch funktio-
       nierender Mordapparat, gelenkt von den zentralen Dispositionszen-
       tren des  Dritten Reichs,  der Kanzlei  des Führers, von Himmlers
       Büros, vom  Hauptquartier der Wehrmacht. Ein Apparat, der in sein
       Getriebe Millionen  Menschen hineinzog,  die aktiv an diesem bei-
       spiellosen Verbrechen teilnahmen, Deutsche aus allen Gliedern des
       militärischen, zivilen,  des Parteiapparates  des Dritten Reichs,
       aus der SS und der Gestapo, aus der Besatzungsverwaltung, aus der
       Wehrmacht.
       Niemand und  nichts ist  imstande, jene  von der Verantwortung zu
       befreien, noch  das Schandmal von jenen zu waschen, die an dieser
       Orgie der  Vernichtung und  des Mordens teilgenommen haben, deren
       extreme Erscheinung  Auschwitz wurde  - dieser  Name grauenhaften
       Ruhms, dieser  Ort, an  dem vier  Millionen Menschen hingerichtet
       wurden.
       Erschütternd ist  die Tatsache,  daß, als  hier  den  Himmel  von
       Auschwitz der Rauch der Krematorien verdunkelte, als die Kremato-
       rien nicht  rasch genug  arbeiteten und  die hiesige Erde von mit
       Petroleum in  Brand gesteckten Stößen von Leichen, den Opfern des
       systematischen Völkermordes,  erglühte - aus den herrlichen goti-
       schen  Kathedralen  die  gotteslästernden  Gebete  der  deutschen
       Bischöfe ertönten,  nicht zu Wotan, dem Götzen der Germanen, son-
       dern zum  Gott der Christen, damit er Hitler den Sieg gebe, damit
       die Glut der Krematorien in Europa noch blutiger aufleuchte. Dies
       geschah, als  in den Konzentrationslagern Hitlers polnische Pfar-
       rer ermordet wurden, als in Auschwitz während der Dezimierung der
       Häftlinge, die zum Appell antreten mußten, weil einige geflüchtet
       waren, Pfarrer  Kolbe aus der Reihe trat, um sein Leben für einen
       anderen, dem Tode Geweihten, hinzugeben.
       Die Hitlerfaschisten  versuchten, als  ihnen die Niederlage schon
       ins Antlitz  starrte, die Spuren dieser Verbrechen zu verwischen,
       die Krematorien  zu zerstören Ebenso gingen sie übrigens in ande-
       ren Lagern  vor. Das  Verwischen der Spuren wurde in der Endphase
       des Dritten  Reiches eine  wichtige und dringende Aufgabe der Na-
       zis. Aber  nicht nur  ihre Aufgabe,  denn sie wird heute noch mit
       Eifer fortgesetzt. In der Bundesrepublik werden große Anstrengun-
       gen gemacht,  um die  Spuren dieser Verbrechen aus dem Gedächtnis
       der Menschen  auszulöschen, um  die Spuren  des Blutes  zu verwi-
       schen, die  sich nicht  verwischen lassen.  Wenn nur  ein Zehntel
       dieser Anstrengungen dazu verwendet würde, nach den Kriegsverbre-
       chern zu  fahnden, die  dort immer  noch unbehelligt  leben, wäre
       schon lange Gerechtigkeit geübt.
       Die Fahndung nach Kriegsverbrechen wurde in der Bundesrepublik zu
       einer Parodie  der Rechtsprechung,  trotz  der  Bemühungen  einer
       Reihe von  ehrlichen Menschen, darunter Juristen, Staatsanwälten.
       Umso höher ist unsere Achtung für die Arbeiterorganisationen, Ge-
       werkschaften und  ihre Funktionäre und Aktivisten, die keine Mühe
       scheuen, um  im Interesse  des deutschen Volkes selbst ihm wenig-
       stens einen Teil der Wahrheit über die Zeit des Dritten Reichs zu
       zeigen. Nicht viel hätte gefehlt, und alle diese Verbrechen wären
       verjährt worden,  nur der  Ausbruch der Empörung der öffentlichen
       Weltmeinung verhütete dies. Das ganze Erziehungssystem der Jugend
       in der  Bundesrepublik ist  leider darauf ausgerichtet, die Nazi-
       verbrechen aus  dem Gedächtnis des Volkes auszulöschen. Mit weni-
       gen Ausnahmen, die umso mehr Achtung verdienen, sind viele Histo-
       riker in  der Bundesrepublik  bemüht, Hitler und das Dritte Reich
       vom Odium  der Schuld  der Entfesselung  des Weltkrieges  zu  be-
       freien. Schon  heute verbreitet  sich in der Bundesrepublik immer
       mehr die These von der angeblichen Mitverantwortung der Opfer der
       Aggression für  den Ausbruch des Krieges. Die unheilvolle Theorie
       vom angeblichen  Stoß in den Rücken erlebt eine Wiedergeburt, ei-
       nem Stoß, der angeblich bewirkte, daß die Wehrmacht nicht auf dem
       Schlachtfeld geschlagen  wurde, daß die Niederlage eine Folge des
       Verrats gewesen  sei. Bald werden wir wohl zu hören bekommen, wie
       dies nach  dem Ersten  Weltkrieg der  Fall war, daß die Deutschen
       überfallen wurden und gezwungen waren, sich zu verteidigen.
       Immer wieder  kehren wir zu diesen Dingen zurück und werden immer
       wieder zu ihnen zurückkehren. Eben um zu erinnern, sind wir hier,
       und dieses Denkmal soll eine bleibende und ewige Mahnung an diese
       unbeschreiblichen Verbrechen  sein. Weil  sich dort, wo sich viel
       ändern sollte, nichts geändert hat. Nur auf einem Drittel des na-
       tionalen Territoriums  Deutschlands, in  der Deutschen Demokrati-
       schen Republik,  wurden aus der Tragödie Europas und der Tragödie
       Deutschlands, die  der Hitlerfaschismus, der Militarismus und der
       Imperialismus waren, Schlußfolgerungen gezogen.
       Hier wurde das schwere und bedeutungsvolle Werk in Angriff genom-
       men, das  deutsche Volk  zu erziehen.  Die gesellschaftlichen und
       verfassungsmäßigen Voraussetzungen jener Siechtümer wurden besei-
       tigt, die  auf ihm seit Jahrhunderten lasteten. Die gesellschaft-
       lichen Klassen, die die Wiege des Imperialismus, Militarismus und
       Faschismus waren,  wurden von der Bühne der Geschichte beseitigt.
       Die ganze  Wahrheit von  der Vergangenheit  wurde hervorgebracht.
       Aus den  Verbrechen des  Hitlersystems wurde  kein Hehl  gemacht,
       ganz im  Gegenteil: sie  wurden in  ihrer ganzen Größe ans Tages-
       licht gefördert, um bei der Bevölkerung der DDR, insbesondere bei
       den neuen  Generationen dieses  Landes, Ekel  und Abscheu  diesem
       Greuel gegenüber zu erwecken und eine neue Hierarchie der gesell-
       schaftlichen und moralischen Werte zu schaffen, die das Gegenteil
       der preußischen Überheblichkeit, des Chauvinismus und Nationalis-
       mus, der  Verachtung anderer  Völker  und  der  nationalistischen
       Selbstverherrlichung sind.  Aber dies geschah lediglich auf einem
       Drittel   des   deutschen   nationalen   Territoriums,   zwischen
       Oder/Neiße und Elbe. Westlich der Elbe schritt die Entwicklung in
       entgegengesetzter Richtung.
       Zunächst wurde  von der Notwendigkeit der Umerziehung gesprochen.
       Zu Beginn war dies die Lieblingslosung der westlichen Besatzungs-
       mächte. Rasch  wurde es  jedoch vergessen, als anstelle der Umer-
       ziehung die  Remilitarisierung kam.  Im Grunde  genommen ging  es
       nicht  so   sehr  um   die  Umerziehung  wie  um  eine  Erziehung
       schlechthin. Es war nämlich schlecht bestellt um diese Demokratie
       im Deutschen  Reich, von Bismarck über Kaiser Wilhelm bis zu Hit-
       ler. Nicht  zufällig wurde  sogar die Weimarer Republik "Republik
       ohne Republikaner"  genannt. Deshalb brauchte die Bevölkerung der
       Bundesrepublik, insbesondere  nachdem die Hitlerseuche vertrieben
       war, eine  von Grund auf republikanische, demokratische und huma-
       nistische Erziehung.  Als Vorbedingung  zu dieser Erziehung mußte
       dem Volke  die Wahrheit,  die ganze  Wahrheit über die Epoche der
       Krematoriumsöfen und  die Zeit der Verachtung, über den Hitlerfa-
       schismus und  das Dritte Reich, über die Kriegsverbrechen und die
       Bestialitäten des von Hitler entfesselten Krieges eingeimpft wer-
       den. Nur  so eine  Wahrheit, eine  erbarmungslose und volle Wahr-
       heit, konnte einen sanierenden Schock auslösen und das ganze Volk
       dazu bewegen,  tiefgreifend mit  der eigenen Geschichte abzurech-
       nen, neue  Wege und  neue Lösungen  zu suchen. Nichts dergleichen
       geschah, und  deshalb erheben wir von dieser Stelle unsere ankla-
       gende und  warnende Stimme.  Wir lassen  uns von  dem einen Motiv
       leiten: von  dem Interesse der Völker Europas, die in Frieden und
       Sicherheit leben wollen, und von dem Interesse des deutschen Vol-
       kes, das zweimal die Katastrophe der Niederlage in zwei Weltkrie-
       gen auf sich gezogen hat.
       Nie haben  wir das  ganze deutsche Volk verdammt, da uns jedweder
       Nationalismus fremd  ist. Wir empfinden tiefe Achtung und Freund-
       schaft für  den ersten  deutschen Staat  der Werktätigen, für die
       DDR. Wir  achten alle  Deutschen in  der Bundesrepublik, die sich
       eindeutig und  konsequent von  Hitler distanzieren.  Wir schätzen
       die moralische  Seite dieser  Haltung gebührend  ein. Wir möchten
       lediglich, daß  daraus auch  eine politische Kraft geboren werde,
       die nicht von jedem Windstoß des Militarismus hinweggefegt wird.
       Mittlerweile halten  aber die  regierenden Kreise der Bundesrepu-
       blik einträchtig  die grundsätzlichen  Voraussetzungen der  alten
       Politik aufrecht. Sie beharren bei der fiktiven These des Allein-
       vertretungsrechts für  ganz Deutschland.  Sie betrachten die Bun-
       desrepublik als  Fortsetzung des ehemaligen Reichs und versteifen
       sich auf  die Grenzen  des Hitlerreichs  von 1937. Man könnte die
       Frage stellen,  ob sie  das Reich von 1937 nur in seiner territo-
       rialen Gestaltung  oder auch in seiner moralischen Gestaltung re-
       präsentieren wollen?  Oder vielleicht  auch in seiner politischen
       Gestaltung? Ist  es doch  unmöglich, diese  Dinge voneinander  zu
       trennen.
       Wer das  Reich in den Grenzen von 1937 wünscht, der verkündet of-
       fenen territorialen Revisionismus, der lauert auf fremde Erde. An
       Oder und Neiße. In den Sudeten. In Alto Adige. Und anderswo.
       Wer auf  fremde Erde lauert, der will die internationale Ordnung,
       die nach der Niederlage Hitlers hergestellt wurde, aus den Angeln
       heben. Wer auf diese Ordnung lauert, der will die Folgen der Nie-
       derlage des  Dritten Reiches rückgängig machen. Wer aber die Fol-
       gen des  Dritten Reiches  rückgängig machen  will, der fordert zu
       Revanche auf.  Wer zu  Revanche auffordert, der bedroht offen den
       Frieden und die Sicherheit in Europa und in der Welt. Das ist die
       logische Kette,  in der  ein Glied  unweigerlich aus  dem anderen
       folgt. Hier helfen keine Versuche, Worte und Begriffe kasuistisch
       zu verunstalten.  Noch Versuche,  die tatsächlichen Absichten und
       Ziele in Phrasen über die Bereitschaft zu hüllen, auf Kraftanwen-
       dung zu verzichten. Wer mit Nachdruck nach Kernwaffen strebt, der
       hat nicht  die Absicht,  auf die Anwendung von Gewalt zu verzich-
       ten. Und  wer durch  moralischen Terror versucht, bei der eigenen
       Bevölkerung jede  Stimme des Einspruchs, jeden Versuch zu erstic-
       ken, durch  die Anerkennung der Grenzen und des zweiten deutschen
       Staates neue  Lösungen zu suchen, wie dies unter anderem nach den
       Auftritten mancher  Politiker der  oppositionellen FDP  der  Fall
       war, der liefert den Beweis, daß er an keine wirklich neue Ostpo-
       litik denkt,  sondern lediglich  an eine noch heimtückischere Me-
       thode der  Realisierung der alten Ziele, da die veralteten Metho-
       den versagt haben. Lassen wir uns jedoch keinen blauen Dunst vor-
       machen. Die Modernisierung des Arsenals ist kein Zeugnis friedli-
       cher Absichten.
       Wir geben  jedoch nicht die Hoffnung auf, daß die Entwicklung der
       internationalen Lage, trotz aller Bemühungen der Bonner Politiker
       in entgegengesetzter  Richtung, die  Entspannung anstrebt und daß
       wir uns immer mehr vom Kalten Krieg entfernen. In der Weltöffent-
       lichkeit verbreitet  sich immer  mehr das Verständnis für die Ge-
       fahr, die  in den  revisionistischen und revanchistischen Ansprü-
       chen der Bundesrepublik wurzelt, immer größere Unruhe erweckt die
       Wiedergeburt der  hitlerschen Gruppierungen  in der  Art der NPD.
       Sogar bei  den Verbündeten  Bonns wachsen die Befürchtungen wegen
       der nuklearen  Gelüste Bonns.  Wir sind  hier, um die Wachsamkeit
       der Weltöffentlichkeit  zu wecken.  Um zu erinnern und zu warnen.
       Damit sich  die Völker Europas dessen bewußt werden, daß man sich
       keinen Illusionen  hingeben und  sich von  Anscheinen nicht  ein-
       schläfern lassen darf. Ich spreche von dem Ort aus, der durch den
       Tod von Millionen geheiligt ist. Von diesem Ort aus verdammen wir
       das größte  Verbrechen in  der Geschichte,  das vollbracht werden
       konnte, weil wir nicht genügend früh voll die Gefahr und die töd-
       lichen Schrecken wahrgenommen haben, die der Hitlerfaschismus den
       Völkern Europas  brachte. Von  dieser Tribüne  appellieren wir an
       die Völker  Europas, nicht  zu vergessen und wachsam zu sein. Wir
       werden es nicht zulassen, daß sich die Tragödie je wiederholt, da
       sie in  der Epoche der Kernwaffen die Gefahr der allgemeinen Ver-
       nichtung trägt.  Laßt uns  wachsam sein  für jedes  Anzeichen der
       Wiedergeburt dieser Gefahr. Diesen Appell richten wir auch an das
       deutsche Volk  und vor  allem an  jenen Teil  dieses Volkes,  der
       westlich der Elbe, in der Bundesrepublik Deutschland, lebt.
       Von der  grundlegenden Änderung  der Politik  der  Bundesrepublik
       hängt die  Sicherheit und  der Frieden in Europa ab. Von dem Ver-
       zicht auf  revisionistische Bestrebungen  und von der Anerkennung
       des zweiten  deutschen Staates,  von dem  Verzicht  auf  nukleare
       Aspirationen seitens  der Bundesrepublik  hängt die  tatsächliche
       Entspannung in Europa ab. Eine Politik dieser Art wäre der Beginn
       einer tatsächlichen Normalisierung und der erste Schritt zu einer
       tatsächlichen Versöhnung  des polnischen  Volkes und aller Völker
       Osteuropas mit den Deutschen in der Bundesrepublik. Das hängt je-
       doch von ihnen ab.
       Wir werden  alles tun,  damit das  Opfer dieser Millionen, die im
       zweiten Krieg ihr Leben ließen, nicht vergebens sei.
       Wir sind  in Auschwitz, an dem Ort, der zum Symbol des von Hitler
       unterjochten Europas wurde, des Europas aller gemarterten Völker.
       So sah Hitler dieses Europa. Das war jene "Neuordnung" Europas.
       Auf den  Trümmern dieser  hitlerischen Ordnung  sind  die  Völker
       heute imstande,  unseren Kontinent  in ein Europa der Sicherheit,
       des Friedens  und des  Zusammenlebens der  Völker  umzugestalten.
       Möge deshalb  von hier,  gerade von  Auschwitz, der Appell in die
       Welt hinausgehen, eben solch ein Europa zu bauen. Heute, 22 Jahre
       nach der  Niederlage des Dritten Reiches, ist dies eine reale und
       unerläßliche Aufgabe.
       In diesem  Sinne begrüße  ich alle ehemaligen Auschwitzhäftlinge,
       die hier  bei dieser  Feierlichkeit anwesend  sind. Sowohl  meine
       Landsleute  und   Lagergenossen-Deutsche,  Österreicher,  Russen,
       Tschechen, Franzosen, Jugoslawen und alle, die hier mit uns sind,
       sowohl die  Deutschen, wie  auch die,  die aus Deutschland kamen,
       die gemeinsam mit uns um Frieden und Koexistenz zwischen den Völ-
       kern kämpfen.  Ich begrüße die Familien ehemaliger Auschwitzhäft-
       linge und  die Familien  der Ermordeten. Ich begrüße die aus ganz
       Europa  eingetroffenen   Pilger.  Ich  begrüße  die  sowjetischen
       Freunde, jene,  die das  Auschwitzlager befreit haben, die herge-
       kommen sind, um gemeinsam mit uns an dieser Feierlichkeit teilzu-
       nehmen. Ich  begrüße die hier zahlreich eingetroffenen polnischen
       Arbeiter, Bauern,  die polnische  Intelligenz, die  polnische Ju-
       gend. Sie  alle, denen es gegeben ist, unter Führung unserer Par-
       tei ein  immer schöneres  und moderneres  Polen zu bauen. Ich be-
       grüße alle  Menschen guten Willens aller Völker, die zusammen mit
       uns darum  kämpfen wollen,  damit das Gewissen der Menschheit nie
       wieder vom  Verbrechen des Völkermordes befleckt wird, die um die
       Gleichheit der  Völker und  um Koexistenz  kämpfen, die  heute im
       fernen Asien  gegen den amerikanischen Imperialismus kämpfen, der
       die freiheitlichen Bestrebungen der Völker drosselt.
       Laßt uns alle hier Ermordeten ehren, indem wir nach unseren Kräf-
       ten und  Fähigkeiten ein neues Leben bauen, ein Leben freier, zu-
       sammenlebender Völker,  damit  die  Menschheit  von  der  Schande
       gereinigt wird,  die das war, was in Auschwitz geschah. Damit nie
       wieder sich  dies wiederhole!  Nur in  diesem Fall  wird dies ein
       Denkmal nicht  nur des Gedenkens und der Warnung und der Wachsam-
       keit, sondern auch der Versöhnung der Menschen und Völker werden,
       die denselben Weg zu denselben Zielen schreiten.
       Ich möchte  nun im  Namen des  Volkes, das auf der Erde wohnt, wo
       Auschwitz war,  vom Staatsrat der Volksrepublik Polen bevollmäch-
       tigt, den  Helden von Auschwitz, die hier gegen den hitlerfaschi-
       stischen Völkermord um Freiheit und Menschenwürde, um Frieden und
       Brüderlichkeit der Völker kämpfend, umgekommen sind, in Huldigung
       ihres Martyriums und Heldentums den Orden des Grunwaldkreuzes er-
       ster Klasse verleihen.
       
       16. April 1967
       

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