Quelle: Blätter 1968 Heft 12 (Dezember)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       BUND DEMOKRATISCHER WISSENSCHAFTLER GEGRÜNDET
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       Ein Bund  demokratischer Wissenschafter  hat sich  am 26. Oktober
       1968 in Marburg konstituiert. Ihm gehören als Gründungsmitglieder
       Hochschullehrer aus  23 Hochschulstädten  der Bundesrepublik  und
       aus Westberlin, wissenschaftliche Mitarbeiter sowie einige außer-
       halb der  Universität wissenschaftlich  Tätige an. Inzwischen hat
       der Bund  demokratischer Wissenschafter  eine  erste  Information
       herausgegeben, in  der die  Mitglieder gebeten  werden, "im Sinne
       jener demokratischen  Initiativen, die der Bund wecken und unter-
       stützen will, an ihrem Orte selbst tätig zu werden, Interessenten
       und neue  Mitglieder zu  gewinnen und den Vorstand regelmäßig von
       Angelegenheiten in  Kenntnis zu  setzen, die  für die  Arbeit des
       Bundes und  für Zwecke der Information von Bedeutung sind. Wo im-
       mer möglich,  sollten die Mitglieder des Bundes sich zu örtlichen
       Arbeitsgemeinschaften zusammenfinden,  die selbständig tätig wer-
       den und  größere Kreise  von Sympathisierenden  um sich  scharen.
       Solche örtlichen Gruppen sollten untereinander auf Landesebene in
       Verbindung treten, um etwa eine gemeinsame Stellungnahme zum Ent-
       wurf eines Hochschulgesetzes zu erarbeiten. Soweit dies gewünscht
       wird, wird auch der Bund als solcher hier tätig werden." D. Red.
       
       Über die  Aufgaben des Bundes ist in der konstituierenden Sitzung
       folgender Beschluß gefaßt worden:
       "In dem Bestreben, den demokratischen und sozialen Rechtsstaat zu
       verwirklichen, stellt sich der Bund demokratischer Wissenschafter
       folgende Aufgaben:
       1) Das Eintreten  für eine ihrer gesellschaftlichen Verantwortung
       bewußte Wissenschaft,  für Erweiterung der Formen von Öffentlich-
       keit, von  Mit- und  Selbstbestimmung und gegen antidemokratische
       Tendenzen in  Hochschule, Bildungswesen, Gesellschaft, Wirtschaft
       und Staat;
       2) Schutz wissenschaftlich  Tätiger gegenüber  ungerechtfertigten
       Angriffen und Maßnahmen;
       3) Förderung der  demokratischen Mitwirkung  aller Mitglieder der
       Hochschule in der Selbstverwaltung von Forschung und Lehre;
       4) Zusammenwirken mit  gleichgerichteten Kräften  an  Hochschulen
       anderer Länder."
       Zum Vorsitzenden  des  Bundes  wurde  Prof.  Dr.  Werner  Hofmann
       (Marburg) gewählt.  Weitere Mitglieder  des Vorstands  sind (nach
       der Reihenfolge  der Stimmen): Prof. W. Jens (Tübingen), Prof. W.
       Klafki (Marburg),  Dr. Sandkühler  (Gießen), Prof.  W.  Abendroth
       (Marburg), Prof.  J. Habermas  (Frankfurt), Dr.  de la Vega (Gie-
       ßen), Prof. H. Düker (Marburg).
       Einstimmig wurde  Herr Herbert  Claas (Marburg)  zum Sekretär des
       Bundes gewählt.
       Die konstituierende  Sitzung hat  ferner die folgenden Beschlüsse
       gefaßt:
       1) Der Bund  bildet sich zunächst als nicht eingetragener Verein.
       Sein Sitz ist Marburg.
       2) Der Vorstand  fungiert bis  zu einem  Gründungskongreß, den er
       vorbereitet. Bis  dahin sollen verschiedene Satzungsfragen in der
       Mitgliederschaft erörtert werden.
       3) Der Bund,  der ausschließlich  gemeinnützige Zwecke  verfolgt,
       finanziert sich  aus Mitgliedsbeiträgen  und Spenden. Der Jahres-
       beitrag beträgt für Ordinarien (und vergleichbare Einkommensgrup-
       pen) mindestens  DM 40,-,  für alle  anderen mindestens  DM 20,-.
       Bisher haben mit ihrer Unterschrift den Gründungsvorschlag unter-
       stützt bzw. sich als Gründungsmitglieder angemeldet:
       Prof. Dr.  W. Abendroth,  Marburg -  Elmar Altvater,  Nürnberg  -
       Prof. Dr. H.W. Bartsch, Frankfurt - Dr. Frank Benseler, Neuwied -
       Dr. Kurt  Beutler, Hamburg - Dipl.-Pol. Bernhard Blanke, Berlin -
       Prof. Dr.  H. Blankertz,  Berlin - Dr. Winfried Börsch, Mellnau -
       Prof. Dr. I. Bog, Marburg - Dr. J.C. Brengelmann, Ph. D., München
       - Herbert  Claas, Marburg - PD. Dr. R. Cohen, München - Dr. Frank
       Deppe, Marburg  - Dr.  H.-U. Deppe, Marburg - Prof. Dr. H. Düker,
       Marburg -  Dr. Brigitte Eckstein, Aachen - Prof. Dr, A. Faessler,
       München -  Prof. Dr.  Ossip K.  Flechtheim, Berlin - Jan Gehlsen,
       Frankfurt - Eike Gerken, Marburg - Prof. Dr. W. Gottschalch, Ber-
       lin -  Prof. Dr. M. Greiffenhagen, Stuttgart - Prof. Dr. E. Groß,
       Gießen -  Prof. Dr.  Jürgen Habermas,  Frankfurt -  Prof. Dr.  K.
       Heitmann, Marburg  - Dr.  Sebastian Herkommer, Berlin - Prof. Dr.
       W. Hestermeyer,  Paderborn -  Prof. Dr. H.J. Heydorn, Frankfurt -
       Prof. Dr. W. Hofmann, Marburg - Prof. Dr. H.J. Hohorst, Marburg -
       Dr. W.  Jacobsen, Hamburg  - Prof. Dr. Urs Jaeggi, Bochum - Prof.
       Dr. Walter  Jens, Tübingen  - Prof.  Dr. E.  Kaufmann, Marburg  -
       Prof. Dr.  A. Keil, Gießen - Horst Kern, Göttingen - H.G. Kilian,
       Marburg - Prof. Dr. W. Klafki, Marburg - Prof. Dr. J. Klein, Mar-
       burg - Dr. Arno Klönne, Paderborn - Dr. Karl Kohut, Marburg - Dr.
       Reinhard Kühnl, Marburg - Prof. Dr. Chr. Graf von Krockow, Frank-
       furt -  Prof. Dr. Kurt Lenk, Erlangen - Dr. Werner Link, Mannheim
       - Prof. Dr. H. Maus, Marburg - Prof. Dr. F. Merz, Marburg - Prof.
       Dr. W.  Metzger, Münster - Dr. Klaus Meschkat, Berlin - Prof. Dr.
       K. Mollenhauer,  Kiel -  Dr. Joseph  Mück, Marburg - J.B. Müller,
       Stuttgart -  Dr. K. Müller, Braunschweig - Wolf-Dieter Narr, Kon-
       stanz -  Dr. Oskar  Negt, Frankfurt - Prof. Dr. Peter v. Oertzen,
       Hannover -  Martin Osterland, Göttingen - Dr. K. Potthoff, Kiel -
       Dr. W.  Promies, Neuwied/Hannover  - Harry  Pross, Bremen - Prof.
       Dr. Adalbert Rang, Berlin - Dr. H. Ringsdorf, Marburg - Prof. Dr.
       P.M. Roeder,  Hamburg - Dr. Peter Römer, Marburg - Dr. H.J. Sand-
       kühler, Gießen  - Adolf  J. Sauerwald, Marburg - Dr. Hans Schenk,
       Gießen - Prof. Dr. W. Schäfer, Bremen - Prof. Dr. F.P. Schneider,
       Würzburg - Michael Schumann, Göttingen - Prof. Dr. Günter Slotta,
       Saarbrücken - Ulrich Stascheit, Frankfurt - Prof. Dr. H.-M. Stim-
       pel, Göttingen - Dr. U. Sünkel, Münster - Prof. Dr. Jacob Taubes,
       Berlin -  PD Dr.  L. Tent, Marburg - Prof. Dr. M. Teschner, Darm-
       stadt -  Lutz Unterseher,  Frankfurt -  Prof. Dr. Ingeborg Weber-
       Kellermann, Marburg  - Prof.  Dr. Wilhelm  Weischedel,  Berlin  -
       Prof. Dr. R. Wiethölter, Frankfurt.
       Anschrift: Bund Demokratischer Wissenschafter,
       Geschäftsstelle: z. Hd. Herrn Herbert Claas, 355 Marburg, Huteweg
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