Quelle: Blätter 1970 Heft 03 (März)


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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       HINTER EINER MAUER DES SCHWEIGENS
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       Zu einigen Problemen des Kampfes von Guinea-Bissau
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       gegen den portugiesischen Kolonialismus
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       ...
       Von Barbara Schilling und Karl Unger
       ...
       ...
       Kolonialismus - dieser Begriff, der eng mit den Leiden der Völker
       der "dritten  Welt" verbunden  ist, gehört noch immer zum politi-
       schen Vokabular unserer Zeit. Wenn auch die meisten Länder Asiens
       und Afrikas  in den  letzten fünfundzwanzig Jahren ihre nationale
       Unabhängigkeit gewonnen haben, so leben doch immer noch Völker in
       kolonialer Abhängigkeit. Die größte europäische Kolonialmacht ist
       heute Portugal, das mit allen Mitteln versucht, die afrikanischen
       Länder Angola,  Guinea-Bissau und Mozambique weiter in seiner Ab-
       hängigkeit zu  halten und  den Völkern  alle Rechte zu verwehren.
       Vor neun  Jahren hat  zunächst in Angola, später dann auch in den
       beiden anderen Ländern der bewaffnete Kampf gegen die portugiesi-
       sche Kolonialarmee  begonnen. Der  folgende Artikel  von  Barbara
       Schilling und  Karl Unger  stellt am  Beispiel Guinea-Bissaus die
       Entwicklung der  Befreiungsbewegung der  portugiesischen Kolonien
       dar. Einen  Kolonialkrieg an  drei Fronten  könnte Portugal,  das
       ärmste Land  Westeuropas, ohne  ausländische Unterstützung  nicht
       führen. In  welchem Ausmaß  Portugal finanzielle und militärische
       Hilfe von  den anderen Mitgliedsstaaten der NATO erhält, versucht
       der Artikel  von Sietse  Bosgra und Christiaan van Krimpen aufzu-
       zeigen. Dieser  Artikel ist eine gekürzte Übersetzung einer unter
       dem gleichen Titel vom niederländischen Angola-Comité im November
       1969 herausgegebenen Veröffentlichung. D. Red.
       ...
       ...
       "Die Entdeckung  der Gold-  und Silberländer in Amerika, die Aus-
       rottung, Versklavung  und Vergrabung der eingeborenen Bevölkerung
       in die  Bergwerke, die beginnende Eroberung und Ausplünderung von
       Ostindien, die  Verwandlung von  Afrika in ein Geheg zur Handels-
       jagd auf  Schwarzhäute bezeichnen die Morgenröte der kapitalisti-
       schen Produktionsära" (Marx) 3).
       ...
       ...
       "Unser Dialog  mit den  Portugiesen ist der bewaffnete Kampf" 15)
       (Amilcar Cabral).
       ...
       ...
       "Wir arbeiten  für uns  und versorgen  die Kämpfer mit Reis, denn
       die Kämpfer  und wir  sind wie  das Fleisch und die Knochen" (ein
       Häuptling vom  Stamme der  Mandigo zu dem französischen Journali-
       sten G. Chaliand) 16).
       ...
       ...
       "Nachdem man  also Erkundigungen über den homen grande eingezogen
       hat, geht  man, gekleidet  wie ein  Dorfbewohner, in  das Dorf...
       Nachdem ich  ihn begrüßt  habe, bitte  ich um  seine  Gastfreund-
       schaft... Er  behält (mich)  zum Essen  da. Wenn das Essen fertig
       ist, gucke  ich, was  hereingetragen wird.  Es kommt  sehr selten
       vor, daß  es Reis  und Huhn  gibt. Wenn es nur Reis mit Palmkohl-
       sauce gibt,  sage ich: 'Vater, warum bietest du mir nur Reis an?'
       Die Balante  sind gastfreundlich:  'Ich bin  arm. Ich  habe  kein
       Hühnchen.' 'Wie  ist es möglich, Vater, daß du Zeit deines Lebens
       unentwegt arbeitest  und nicht  ein einziges  Hühnchen  besitzt?'
       'Mein Sohn, warum stellst du mir diese Fragen. Ja, ich hatte Kühe
       und Schafe,  aber die  Weißen haben mir alles weggenommen mit der
       Steuer.' 'Ist  dir das denn recht, Vater, was die Weißen machen?'
       'Nein, es ist mir nicht recht. Aber was soll ich machen. Sie sind
       stark.' 'Vater,  wenn es  zufällig etwas gäbe, das dir morgen ein
       besseres Leben  ermöglicht, würdest  du das begrüßen?' 'Ich würde
       das begrüßen'" 29).
       ...
       ...
       "Wenn einer ein Gewehr hat und ein anderer ein Arbeitsgerät, dann
       ist derjenige  der Wichtigere  von beiden,  der das  Arbeitsgerät
       hat" 35).
       ...
       ...
       "Angola: Eine verpaßte Gelegenheit" (AHD) 51).
       ...
       ...
       "...Richard Jaeger (CSU) ... erklärt(e), die Kämpfer, die in Por-
       tugiesisch-Afrika ihr  Leben ließen,  seien 'nicht  nur  Soldaten
       Portugals, sondern auch Soldaten Europas'" 52).
       ...
       ...
       "Wir können  nichts anderes tun, als ins Bewußtsein der öffentli-
       chen Meinung  Westdeutschlands, Afrikas und der Welt diese Tatsa-
       chen zu  tragen, welche die eminente und jeden Tag wichtiger wer-
       dende Rolle bestätigen, die von der BRD im Kolonialkrieg des Völ-
       kermords, den  die portugiesische  Regierung gegen unser Volk und
       gegen Afrika  führt, gespielt  wird. Indem  wir dies tun, richten
       wir an  alle Menschen  und Organisationen  in der  BRD und in der
       ganzen Welt,  die sich  der Gerechtigkeit  und der  Freiheit ver-
       pflichtet  fühlen,  den  dringlichen  Aufruf,  wirksame  Aktionen
       durchzuführen, die  darauf hinzielen,  der politischen, militäri-
       schen, ökonomischen  und finanziellen  Kollaboration zwischen der
       Regierung in  Bonn und  derjenigen in Lissabon, die ein entschei-
       dender Faktor  in der Durchführung des ungerechten und verbreche-
       rischen Krieges  gegen unser afrikanisches Volk geworden ist, ein
       Ende zu setzen" 78).
       ...
       

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