Quelle: Blätter 1970 Heft 05 (Mai)


       zurück       Anzeige mit ausgesterntem Text


       Aus Copyrightgründen kann DEA hier keine Volltextausgabe machen.
       ----------------------------------------------------------------
       Das vollständige Dokument finden Sie entweder auf der "Blätter"-
       DVD,  die mehr als 9000 Beiträge von 1956-1989  enthält oder auf
       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
       unter www.blaetter.de.
       
       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       ZUR KRITIK DER KONZERTIERTEN AKTION
       ===================================
       ...
       Von Eike Hennig
       ...
       ...
       Die Einkommensstruktur  (jährliche Steigerungen oder Rückgänge in
       Prozent) 5)
                                   1965   1966   1967   1968
       Gewinn und Vermögenseinkünfte insgesamt
       brutto                       5,0    1,4   -3,7   11,8
       netto                        6,1    4,0   -0,5   12,5
       Löhne und Gehälter pro Arbeitnehmer
       brutto                       9,0    7,2    3,0    3,6
       netto                        9,8    5,9    2,3    2,8
       Kaufkraft                    6,2    2,3    0,9    0,3
       ...
       ...
       Die Verteilung des Volkseinkommens 6)
                             1966            1967            1968
                        (1) *) (2) **)    (1)     (2)     (1)     (2)
       Volkseinkommen   364,5  +5,5      361,8    -0,8   400,3   +10,6
       Bruttoeinkommen:
        aus Unternehmertätigkeit
        und Vermögen    121,5  +1,6      118,2    -2,7   135,6   +14,2
        aus unselbst.
        Arbeit          243,0  +7,6      243,5    +0,2   260,7    +7,1
       Anteil der Unselbst. an der
       Gesamtzahl der
       Erwerbstätigen        80,8%           80,6%           81,0%
       _____
       *) in Mrd. DM.
       **) Veränderung gegenüber dem Vorjahr, in Prozent.
       ...
       ...
       Der Lohn-Rückstand (Anstieg in Prozent gegenüber dem Vorjahr) 7)
                                         1967     1968     1969
                                                         (Schätzung)
       Wirtschaftswachstum (nom. BSP)     0,9      9,5       12
       Netto-Löhne und -Gehälter         -0,4      5,3        9
       ...
       ...
       "Die Verdreifachung  der Arbeitslosigkeit  im Rezessionsjahr 1967
       und die  bis ins  Frühjahr 1968  anhaltende schlechte  Beschäfti-
       gungslage hatten neben den sozialen Folgen auch einkommenspoliti-
       sche Konsequenzen.  Die Zunahme  der Bruttoeinkommen  war im Jahr
       1967 geringer als die erhöhte Belastung aus Steuern und Sozialab-
       gaben, so  daß die Nettolohnsumme nach den vorausgegangenen jähr-
       lichen Zuwachsraten  um 10  Prozent erstmals  um rund 0,5 Prozent
       zurückging. Angesichts der noch anhaltenden Preiserhöhungen ergab
       sich damit  für das  Rezessionsjahr eine Senkung der realen Kauf-
       kraft der Arbeitnehmer auch bei Berücksichtigung der erhöhten Ar-
       beitslosenunterstützung um  etwa 1,5  Prozent. Dieser  Rückschlag
       konnte auch  durch den  bis 1968  erfolgten  Konjunkturaufschwung
       nicht ausgeglichen werden. Die noch unter dem Eindruck der Rezes-
       sion und  der lang anhaltenden Arbeitslosigkeit vereinbarten Loh-
       nerhöhungen brachten trotz neuer außertariflicher Lohnzulagen für
       1968 erst  eine Erhöhung  der durchschnittlich verfügbaren Netto-
       Arbeitnehmereinkommen um  4,5 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich
       die verfügbaren  Nettoeinkommen aus Unternehmertätigkeit und Ver-
       mögen pro Kopf aller Selbständigen um etwa 20 Prozent. Auch unter
       Berücksichtigung der  stärkeren Lohnerhöhungen in den Jahren 1964
       und 1965  ergab sich  auf Grund  dieser Entwicklung, von 1962 bis
       1968 gerechnet, ein erneuter Rückstand der Arbeitnehmereinkommen.
       Während sich  die Nettolöhne  und -gehälter im Durchschnitt aller
       Arbeitnehmer in dieser Zeit um 42,6 Prozent erhöhten, stiegen die
       Nettoeinkommen aus  Unternehmertätigkeit und  Vermögen im  Durch-
       schnitt aller  Selbständigen zur  gleichen Zeit  um 64,8  Prozent
       an..." 9).
       ...
       ...
       "Ziel  der   'Konzertierten  Aktion'  ist  schließlich  auch  die
       'lohnpolitische Absicherung'  der vom Sachverständigenrat empfoh-
       lenen Politik der 'kontrollierten Expansion' durch ein freiwilli-
       ges, aufeinander  abgestimmtes Zusammenwirken  der für  die Wirt-
       schaftspolitik verantwortlichen Instanzen des Staates und der Ta-
       rifpartner. Diese lohn- und tarifpolitische Zielsetzung ist... im
       Grundsatz zu begrüßen, denn nur durch die Koordinierung aller An-
       sprüche an  das Sozialprodukt  kann 'Stabilisierung und Wachstum'
       nachhaltig gesichert  werden... Insbesondere muß eine loyale Hal-
       tung der Einzelgewerkschaften sowie die Beachtung der gesamtwirt-
       schaftlichen Möglichkeiten  bei Tarifverhandlungen sichergestellt
       sein." 18)
       ...
       ...
       "Bewegungsfreiheit und  Initiative sind die unabdingbaren Voraus-
       setzungen eigenständiger  und erfolgreicher Privatwirtschaft. Die
       staatliche Wirtschaftspolitik  muß deshalb  auch in  Zukunft ihre
       Aufgabe darin sehen, den Ordnungsrahmen für die Wirtschaft soweit
       abzustecken, daß  genügend Spielraum  für  die  freie  Initiative
       bleibt. Die  Freiheit kann  in der Wirtschaft nicht eingeschränkt
       werden, ohne  daß sich  daraus auch  Einbußen in der Freiheit der
       Gesellschaft ergeben.  Denn genauso,  wie nur  eine freie Gesell-
       schaft eine  freiheitliche Wirtschaftsordnung hervorbringen kann,
       sichert umgekehrt  die Freiheit  in der Wirtschaft auch die Frei-
       heit in der Gesellschaft" 22).
       ...
       ...
       "(Es ist)  mit Sorge zu notieren, daß die Gewerkschaften, die mit
       den Arbeitgeberverbänden im Rahmen der Sozial- und Tarifautonomie
       Ordnungsfaktoren der  Gesellschaft sind, bisher keine langfristig
       angelegten, gesellschaftspolitisch ordnungskonformen Konzeptionen
       mit dem  Ziel einer  besseren Integration  des einzelnen  vorwei-
       sen..." 28)
       ...
       ...
       "Die Industrie hat es beifällig vermerkt, daß Regierung und Sach-
       verständige die  Ankurbelung privater Investitionen als Hebel zur
       Belebung der  Wirtschaftstätigkeit ansahen  und auch  den  großen
       volkswirtschaftlichen Nutzen  des Unternehmereinkommens und sogar
       des Gewinns anerkannten" 35).
       ...
       ...
       "Sie kann den bequemen Weg einer quasi öffentlich-rechtlichen In-
       stitution und  sie kann  den schweren  und dornenvolleren Weg der
       autonomen Widerstandsorganisation  der arbeitenden  Menschen  ge-
       hen..." 44).
       ...
       

       zurück