Quelle: Blätter 1970 Heft 11 (November)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       WORTLAUT DER REDE DES SPRECHERS DER PROVISORISCHEN REVOLUTIONÄREN
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       REGIERUNG DER REPUBLIK SÜDVIETNAM, HERRN LY VAN SAU, AUF DEM
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       1. HEARING DER "INITIATIVE INTERNATIONALE VIETNAM-SOLIDARITÄT"
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       IN BONN AM 22. OKTOBER 1970
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       Meine Herren Vorsitzenden, meine Damen und Herren, liebe Freunde,
       erlauben Sie uns zunächst, im Namen der Delegation der Provisori-
       schen  Revolutionären   Regierung  der  Republik  Südvietnam  der
       "Initiative Internationale  Vietnam-Solidarität" unseren aufrich-
       tigsten Dank  für die Woche der Solidarität mit den Völkern Viet-
       nams, Laos und Kambodschas auszusprechen, die sie in diesen Tagen
       in der  BRD veranstaltet. Erlauben Sie uns, allen Teilnehmern des
       Hearings aufrichtig  für ihre Sympathie und Unterstützung für den
       Kampf der  Völker Indochinas  für ihre  Unabhängigkeit  und  ihre
       Freiheit zu danken.
       Wir möchten  Ihnen hier  einen kurze Darstellung der Situation in
       Süd-Vietnam und  der Position  der Provisorischen  Revolutionären
       Regierung im Hinblick auf eine politische Lösung des Vietnam-Pro-
       blems geben.
       Die US-Aggression  ist eine  Tatsache, die nun seit bald mehr als
       16 Jahren  besteht. In der Tat waren die USA seit der Unterzeich-
       nung der Genfer Vietnam-Abkommen von 1954-Abkommen, die feierlich
       die nationalen  Grundrechte unseres  Volkes anerkennen,  d.h. die
       Unabhängigkeit, die  Souveränität, die  Einheit und  die territo-
       riale Integrität Vietnams - bemüht, ihre Anwendung zu sabotieren.
       Nachdem Washington die Niederlage der französischen Kolonialisten
       trotz der bedeutenden amerikanischen Militärhilfe nicht aufhalten
       konnte, beabsichtigte  es, die  von den  Franzosen  hinterlassene
       "Leere" zu  füllen, um  unser Volk  dem Zugriff der USA auszulie-
       fern, und  zwar mit  subtileren Formen  des Neokolonialismus. Die
       US-Aggression in  Süd-Vietnam zeigt  sich in verschiedenen Aspek-
       ten:
       - in politischer  Hinsicht waren die in Washington einander ablö-
       senden Regierungen von Eisenhower bis Nixon bestrebt, Süd-Vietnam
       zu einem eigenen Staat zu machen, mit einem proamerikanischen Ma-
       rionettenregime, um  so dem  vietnamesischen Volk  sein Recht auf
       Wiedervereinigung des  Landes zu  nehmen und Süd-Vietnam in einen
       Militärstützpunkt und  eine Neokolonie  des  US-Imperialismus  zu
       verwandeln, die  ihren Herrschafts-  und Eroberungszielen in Süd-
       ostasien dienen  sollen. Die  Schaffung der Marionettenverwaltung
       Ngo Dinh  Diem durch die USA sowie das hartnäckige Festhalten der
       Regierung Nixon  an der gegenwärtigen Marionettengruppe Thieu-Ky-
       Khiem sind  nur Ausdruck  derselben Politik,  die darauf abzielt,
       der südvietnamesischen Bevölkerung die Ausübung ihres Rechtes auf
       Selbstbestimmung zu nehmen;
       - in militärischer  Hinsicht wollten die USA ihre gesamte materi-
       elle Macht einsetzen, um die südvietnamesische Bevölkerung zu un-
       terjochen und  erbarmungslos jeden  Widerstand gegen  ihre  Herr-
       schaft zu brechen. Deshalb haben die US-Regierungen seit 1954 bis
       heute verschiedene  Strategien und  Taktiken angewandt,  von  der
       "Militärhilfe" für  das Regime  Ngo Dinh  Diem bis  zum "Spezial-
       krieg", dann  dem "lokalen  Krieg", von der "Amerikanisierung des
       Krieges" mit  mehr als  einer halben  Million US- und Satelliten-
       soldaten bis  zu der  von Nixon  befürworteten Politik  der soge-
       nannten "Vietnamisierung  des Krieges".  Mit Ausnahme  von  Atom-
       waffen haben  die USA  in Süd-Vietnam  ihr gesamtes  Arsenal  der
       modernsten und  barbarischsten Vernichtungsmittel  eingesetzt und
       dabei unzählige Verbrechen an unserem Volk begangen. Gleichzeitig
       mit der  Aggression in  Süd-Vietnam haben  die USA  den Krieg auf
       Nord-Vietnam (1964-1968) und auf ganz Indochina ausgedehnt, indem
       sie einen  Spezialkrieg in  Laos führen und Kambodscha überfallen
       haben;
       - in wirtschaftlicher  Hinsicht wollten  die USA  über die Kanäle
       der sogenannten  "Wirtschaftshilfe" die  südvietnamesische  Wirt-
       schaft unter die amerikanische Gewalt zwingen und aus Süd-Vietnam
       einen amerikanischen Markt machen. Gleichzeitig versuchen die USA
       durch systematische  Zerstörung der südvietnamesischen Wirtschaft
       (massive Bombenangriffe,  Ausstreuung  chemischer  Giftstoffe  in
       großem Ausmaß,  Zwangskonzentration der  Bevölkerung usw.)  ihren
       Druck auf  die Bevölkerung  zu verschärfen und sie so zu zwingen,
       sich dem amerikanischen Joch zu unterwerfen;
       - in sozialer  und kultureller Hinsicht wollten die USA ihren Le-
       bensstil der  vietnamesischen Bevölkerung  aufzwingen, indem  sie
       die Traditionen  eines seiner  tausendjährigen Geschichte, seiner
       Nationalkultur und  seinen Idealen von Gerechtigkeit, Frieden und
       Freiheit verbundenen Volkes mit Füßen treten.
       Alle von  Washington vorgeschobenen  Behauptungen zur Rechtferti-
       gung seiner  Vietnam-Politik (Aggression Nord-Vietnams gegen Süd-
       Vietnam, Verteidigung der freien Welt, antikommunistischer Kampf,
       Domino-Theorie usw.)  können angesichts der Wirklichkeit den Tat-
       sachen in  Süd-Vietnam nicht standhalten. Wie verschiedene ameri-
       kanische Politiker  gesagt haben: "Die USA geben vor, Süd-Vietnam
       zu retten, indem sie es umbringen." Eines ist absolut sicher: die
       USA führten und führen in Süd-Vietnam den größten, barbarischsten
       und grausamsten  kolonialen Aggressionskrieg  der Geschichte.  Er
       ist auch  der längste,  der  unbeliebteste,  der  katastrophalste
       Krieg für die USA.
       Die "Vietnamisierung  des Krieges",  die von  der Nixon-Regierung
       als Politik  zur Beendigung  des Krieges dargestellt wird, ist in
       Wirklichkeit nur ein Programm, das darauf abzielt, die US-Aggres-
       sion unter  anderen Formen  zu verlängern und die Anwesenheit des
       US-Expeditionscorps in Süd-Vietnam zu verewigen. Sie ist eine Po-
       litik voller  Widersprüche, die  Washington, ausgehend  von einer
       Position der Niederlage, betreibt. Diese Politik soll Vietnamesen
       gegen Vietnamesen  kämpfen lassen,  mit der  Militärhilfe und der
       Unterstützung des  US-Expeditionscorps. Ziel  dieser Politik  ist
       es, "einfach die Hautfarbe der Leichen zu ändern", wie es zynisch
       der US-Botschafter  in Saigon,  Ellsworth Bunker, formuliert hat.
       Mit der  Befürwortung der Vietnamisierung des Krieges hat die US-
       Regierung keineswegs ihre Absichten zur Beherrschung Süd-Vietnams
       aufgegeben, ebensowenig wie ihre Ziele der Ausweitung des Krieges
       auf ganz Indochina. Um ihren Plan der Vietnamisierung zu verwirk-
       lichen, müssen  die USA den Abzug ihrer Truppen in die Länge zie-
       hen, für eine unbestimmte Zeit einen großen Teil ihrer Truppen in
       Süd-Vietnam lassen  und in Süd-Vietnam eine ihnen ergebene Mario-
       nettenverwaltung aufrechterhalten zur Verlängerung des Krieges.
       Im Gegensatz  zu Nixons  Behauptung wollen die USA keineswegs den
       Krieg in  Süd-Vietnam beenden, sondern sie wollen nur ihre Verlu-
       ste und  Ausgaben auf  ein für  die amerikanische  Öffentlichkeit
       "annehmbares" Maß  reduzieren und der südvietnamesischen Bevölke-
       rung einen "Frieden" zu amerikanischen Bedingungen aufzwingen.
       In Anwendung dieser Politik haben die USA vom Frieden geredet und
       weiterhin Krieg in Vietnam und Indochina geführt.
       In Süd-Vietnam  haben die US-, Satelliten- und Marionettentruppen
       pausenlos ihre  Säuberungsoperationen  durchgeführt,  Dörfer  und
       Ortschaften zerstört und die Zivilbevölkerung niedergemetzelt, um
       ihren Plan  der sogenannten  "Befriedung" zu  verwirklichen. Hier
       einige Beispiele:
       Allein während  der ersten  sechs Monate  dieses Jahres haben die
       US- und  Marionettentruppen in der Provinz Ben Tre (Mekong-Delta)
       mehr als 1100 "Säuberungsoperationen" gestartet.
       In der  Provinz Quang  Ngai haben die US-, Satelliten- und Mario-
       nettentruppen während des ganzen Monats April dieses Jahres große
       Einheiten mobilisiert,  die von der Luftwaffe, der Artillerie und
       Panzereinheiten unterstützt  wurden, um die Dörfer Binh Hoa, Binh
       Phu, Binh Thanh, Binh Tàn durchzukämmen, die Zivilbevölkerung da-
       bei abschlachtend und mehrere Weiler dem Erdboden gleichmachend.
       Massaker vom  Typ Son  My werden weiterhin von den US-, Marionet-
       ten- und Satellitentruppen begangen:
       Am 15.  April dieses Jahres hat eine Einheit des 5. Regiments der
       US-Streitkräfte den  Ort Lê  Bac, ein  Dorf in Xuyen Lôc, Provinz
       Quang Nam,  durchgekämmt. Die US-Soldaten haben 38 vietnamesische
       Zivilisten festgenommen,  sie gezwungen,  sich an einem Platz zu-
       sammenzustellen, und dann das Feuer auf sie eröffnet; dabei töte-
       ten sie mit einem Schlag 37 Personen, darunter 13 Kinder im Alter
       von 1 bis 13 Jahren.
       Am 16.  September haben die südkoreanischen Söldner das Dorf Binh
       Duong, ebenfalls in der Provinz Quang Nam, "gesäubert", und dabei
       mehr als 100 Zivilisten getötet, von denen die meisten Frauen und
       Kinder waren...
       Es ist  unmöglich, alle  von den  US- und  Marionettensoldaten im
       Rahmen ihrer Politik der sogenannten "Befriedung" begangenen Ver-
       brechen zu  nennen, eine  Politik, die Nixon als den wesentlichen
       Teil der "Vietnamisierung des Krieges" erachtet.
       Parallel zur  "Befriedung" hat die Saigoner Verwaltung die Unter-
       drückung in  den Städten  gegen alle Bevölkerungsschichten unter-
       schiedlos verschärft.
       Trotz der  Prahlerei der  USA und der Saigoner Marionettenclique,
       derzufolge sie  mehr als 90 Prozent der südvietnamesischen Bevöl-
       kerung kontrollieren,  springt eine  Tatsache täglich  mehr aller
       Welt in  die Augen,  darunter auch  den fremden  Beobachtern: daß
       nämlich die  südvietnamesische Bevölkerung sich fast in ihrer Ge-
       samtheit täglich mehr der amerikanischen Anwesenheit und der Ver-
       waltung Thieu-Ky-Khiem  widersetzt.  Dieser  Volkswiderstand  ist
       selbst in  den vom  Feind besetzten  Städten  offensichtlich  und
       drückt sich in allen Formen aus: von Streiks über Demonstrationen
       bis zu  gegen GIs und Marionetten gerichteten bewaffneten Angrif-
       fen. Die Verwaltung Thieu-Ky-Khiem, die täglich mehr von den Mas-
       sen isoliert  ist, kann auf diese Situation nur mit ständig wach-
       sender blutiger Unterdrückung antworten. Sie sind zweifellos alle
       über Terrorakte, massenhafte Festnahmen, Folterungen und Mißhand-
       lungen informiert,  die die  Saigoner Marionetten  in den letzten
       Monaten in  zunehmendem Maß an Studenten, Schülern, Intellektuel-
       len, Gläubigen,  Werktätigen... begehen.  Alle, die  den Frieden,
       den Abzug der US-Truppen und die Ablösung von Thieu-Ky-Khiem for-
       dern, werden  von diesen  letzteren als "Vietcong" betrachtet und
       erbarmungslos unterdrückt.  Dutzende  von  Zeitungen  wurden  ge-
       schlossen oder  beschlagnahmt, einige  bis zu  über 80mal während
       der letzten  Monate. In Saigon selbst werden pausenlos Militärak-
       tionen durchgeführt. Allein in den letzten Tagen haben die Mario-
       netten im  Rahmen der "Vi dan" (für das Volk) genannten Operation
       mehr als  55 000 Festnahmen  und Vorladungen allein in der Gegend
       Saigon-Cholon vorgenommen.
       Trotz der  Dementis von Washington haben die USA ihren chemischen
       Krieg in  Süd-Vietnam fortgesetzt  und verschärft.  Nach noch un-
       vollständigen Statistiken  haben die  USA im Lauf der ersten neun
       Monate dieses Jahres auf einer Oberfläche von mehr als 145 000 ha
       in Süd-Vietnam  chemische Stoffe  und Giftgase  angewandt,  große
       Teile des  Anbaus und  der Ernten  zerstört und  dabei  mehr  als
       185 000 Personen  Vergiftungen und  den Tod  von mehr als 300 von
       ihnen verursacht.  Allein in  den Provinzen des Zentrums Trung Bo
       (nördlicher Teil  von Süd-Vietnam)  haben die  USA von Januar bis
       Ende August  1970 mehr  als 300mal  chemische Stoffe und Giftgase
       auf 157  Ortschaften, Dörfer und Flecken ausgestreut und Zehntau-
       sende von  Vergiftungsfällen, darunter  69 tödliche,  verursacht.
       Mehr als  1600 Opfer  wurden von den folgenden Krankheiten befal-
       len:  Ruhr,  Blindheit,  Menstruationsbeschwerden,  Fehlgeburten,
       Geisteserkrankungen. Die  US-Aggressoren haben  besonders die An-
       wendung von  Giftgasen in  den dicht besiedelten Gebieten und die
       Ausstreuung von  chemischen Stoffen auf Gebiete mit lebenswichti-
       gen Kulturen  verschärft, und das während der Perioden der bevor-
       stehenden Ernte. Damit haben sie der Zivilbevölkerung unabsehbare
       Verluste zugefügt.
       Die USA  haben auch  die massiven  Bombardierungen durch B 52 auf
       die dicht  besiedelten Gebiete  verschärft  und  der  Bevölkerung
       schwere Verluste  zugefügt. Hier  ein typischer Fall: am 20. März
       dieses Jahres  haben B 52 Tausende von Bomben auf die Dörfer Long
       My und Luong Phu in der Provinz Ben Tre (Mekong-Delta) abgeworfen
       und dabei  30 Personen  getötet und  mehr als 300 ha Obstanbauten
       und über  100 Häuser zerstört. Allein am 17. August dieses Jahres
       haben die B 52  3000 Tonnen Bomben über verschiedenen Ortschaften
       in Süd-Vietnam  abgeworfen. Man  muß unterstreichen,  daß die von
       der taktischen  US-Luftwaffe durchgeführten Überfälle und Bombar-
       dierungen ebenso zahlreich sind wie vorher. Nach noch unvollstän-
       digen Angaben  haben die  USA von  1965 bis  auf den heutigen Tag
       mehr als  10 Mio. Tonnen Bomben und Geschosse auf beide Zonen von
       Vietnam abgeworfen.  Das entspricht  mehr als  700 Atombomben vom
       Typ, der  1945 über  Hiroshima abgeworfen wurde. Wir möchten Ihre
       Aufmerksamkeit auch  auf die den amerikanischen Plan betreffenden
       Informationen lenken,  alle B 52,  die bisher  in Okinawa statio-
       niert waren,  auf US-Stützpunkte in Thailand zu verlegen, mit dem
       Ziel, noch  mehr die sogenannten "Sättigungs"-Bombardierungen ge-
       gen Vietnam, Laos und Kambodscha zu intensivieren.
       Die US-Aggressoren  und die  Saigoner Marionettenverwaltung haben
       auch weiterhin  Hunderttausende von vietnamesischen Patrioten ge-
       fangengehalten, haben sie den barbarischsten Folterungen unterzo-
       gen, darunter  die der "Tigerkäfige", die von der Weltöffentlich-
       keit verurteilt wurden.
       Die USA haben ihre Aggression auch auf ganz Indochina ausgeweitet
       und dabei  zahllose Verbrechen  an den  Völkern von Vietnam, Laos
       und Kambodscha angehäuft.
       Angesichts der US-Aggression haben sich die indochinesischen Völ-
       ker im  Kampf für  die Befreiung  ihres jeweiligen Landes und für
       ihre Unabhängigkeit und ihre Freiheit vereint. Die südvietnamesi-
       sche Bevölkerung  und ihre  Befreiungsstreitkräfte haben ununter-
       brochen glänzende  Erfolge in  ihrem patriotischen Kampf davonge-
       tragen und dem Feind schwere Verluste zugefügt. Die amerikanische
       Propaganda war  bemüht, die Aktivitäten der Volksstreitkräfte vor
       der Öffentlichkeit zu verbergen und die amerikanischen und Mario-
       nettenverluste zu bagatellisieren. Sie mußte dennoch zugeben, daß
       seit Herrn  Nixons Regierungsantritt  im  Weißen  Haus  mehr  als
       10 000 US-Soldaten in Süd-Vietnam starben und 50 000 weitere ver-
       letzt wurden. Was die Marionettenstreitkräfte betrifft, so genügt
       es, hier auf die jüngsten Erklärungen hinzuweisen, die ein Saigo-
       ner General  abgab und  denenzufolge "auf  100 Soldaten 75 Deser-
       teure kommen,  und von  den 25,  die übrigbleiben,  wollen nur 15
       kämpfen." Das  veranschaulicht sehr  gut die  Moral der  Saigoner
       Truppen sowie die "Erfolge" der von Nixon so sehr gerühmten Viet-
       namisierung.
       Das laotische  Volk hat  auch sehr  große Erfolge in seinem Kampf
       gegen die  US-Aggression davongetragen.  Die befreiten  Zonen er-
       strecken sich  heute über  12 Provinzen  vom Norden bis zum Süden
       des Landes und festigen sich ständig.
       Die patriotischen Kräfte von Kambodscha haben mehr als zwei Drit-
       tel des  Territoriums befreit  und bringen die Marionettentruppen
       von Saigon  und Pnom Penh in eine täglich kritischer werdende Si-
       tuation.
       So ist  die US-Aggression die Ursache aller Leiden der Völker In-
       dochinas. Aber es stimmt auch, daß die USA, je länger sie auf ih-
       rer Aggression in Indochina beharren, sich immer mehr verstricken
       werden und ihre Niederlagen immer größer werden.
       Welches ist also der einzuschlagende Weg, um zu einer friedlichen
       korrekten Lösung der vietnamesischen Probleme zu gelangen?
       Mehr als  irgend jemand strebt das vietnamesische Volk nach Frie-
       den, aber es muß ein wirklicher Frieden sein, d.h. ein Frieden in
       Unabhängigkeit und Freiheit, ein Frieden, für den unser Volk mehr
       als ein Vierteljahrhundert gekämpft hat.
       Eine Lösung  des vietnamesischen Problems kann nur auf der Grund-
       lage der  Respektierung der nationalen Grundrechte und des Rechts
       auf Selbstbestimmung dieses Volkes gefunden werden.
       Unsere Position  zu diesem  Punkt ist  vollständig klar:  die USA
       müssen alle  ihre Truppen  aus Süd-Vietnam  abziehen, um der süd-
       vietnamesischen Bevölkerung zu gestatten, ihre eigenen Angelegen-
       heiten selbst zu regeln, ohne fremde Einmischung. Weit davon ent-
       fernt, die  USA erniedrigen  zu wollen  oder ihre Kapitulation zu
       verlangen -  wie es die US-Regierung behauptet -, wollen wir die-
       sem Land eine Gelegenheit geben, um sicher und ehrenhaft aus die-
       sem schmutzigen  Krieg  herauszukommen,  den  es  in  Süd-Vietnam
       führt, ein  an Menschen  und Gütern  kostspieliger Krieg, der dem
       amerikanischen Ansehen in der Welt schadet.
       Als die  Nationale Befreiungsfront  vor nunmehr  fast zwei Jahren
       kam, um  an der  Pariser Vietnam-Konferenz teilzunehmen, war sie,
       ebenso wie  jetzt die Provisorische Revolutionäre Regierung, auf-
       richtig von diesem Wunsch erfüllt.
       Am 8.  Mai 1969 hat die Nationale Befreiungsfront von Süd-Vietnam
       bei der  Konferenz ihre  10-Punkte-Globallösung vorgetragen,  die
       die Prinzipien  und den  wesentlichen Inhalt  für eine politische
       Lösung des vietnamesischen Problems enthalten. Am vergangenen 17.
       September hat  Frau Nguyen  Thi Binh,  Außenminister und Leiterin
       der Delegation  der Provisorischen  Revolutionären Regierung  der
       Republik Süd-Vietnam  bei der  gleichen Konferenz,  eine wichtige
       Erklärung abgegeben,  die Präzisierungen zu einer Reihe von Punk-
       ten der  Globallösung enthält.  Das ist eine neue Friedensinitia-
       tive, deren Bedeutung niemandem entgangen ist. Gestatten Sie mir,
       Ihnen kurz den Inhalt dieser Dokumente darzulegen:
       Angesichts der  Tatsache, daß die USA in illegaler Weise mehr als
       eine halbe  Million Soldaten  des US-Expeditionscorps und anderer
       Länder des  amerikanischen Lagers  eingeführt haben, um gegen die
       südvietnamesische Bevölkerung  einen äußerst  grausamen Aggressi-
       onskrieg zu  führen, und ihre heiligen nationalen Grundrechte mit
       Füßen treten, fordern wir von den USA, daß sie alle diese Truppen
       in einem vernünftigen festgesetzten Zeitraum abziehen, ohne unser
       Volk zu  zwingen, einen  Preis für ihre Aggression zu zahlen. Wir
       fordern von  Washington, daß  es die  Verpflichtung eingeht, alle
       seine Truppen  vor dem  30. Juni 1971 abzuziehen, eine völlig re-
       alistische und  angemessene Frist.  Die USA,  die in  sehr kurzer
       Zeit Hunderttausende  von  Soldaten  nach  Süd-Vietnam  einführen
       konnten, müssen  sie jetzt alle in neun Monaten zurückziehen kön-
       nen, wenn  dies wirklich  ihr Wunsch ist. Um unseren guten Willen
       für den  Frieden zu  beweisen, haben  wir bekanntgegeben, daß die
       patriotischen Kräfte, im Fall daß die amerikanische Regierung mit
       dieser Forderung  einverstanden wäre, sich der Angriffe gegen die
       ihren Abzug  vornehmenden US-Einheiten enthalten werden. Wir sind
       auch bereit,  in dem  Fall mit  den betroffenen  Seiten Maßnahmen
       festzusetzen, die die Sicherheit aller US-Truppen und Verbündeten
       garantieren, die  abgezogen werden  müssen. Wir  verpflichten uns
       auch, sofort  über das  Problem der  Befreiung aller  im Lauf des
       Konflikts in  Vietnam gefangengenommenen Militärs zu diskutieren,
       obwohl dieses Problem in allen Kriegen erst am Ende des Konflikts
       auftaucht, bei der Unterzeichnung der Friedensverträge.
       Zum Problem  des Abzugs der Truppen ist also unsere Position völ-
       lig logisch, vernünftig und großzügig. Sie berücksichtigt die le-
       gitimen Interessen  des US-Soldaten und den Wunsch des amerikani-
       schen Volkes.  Sie eröffnet  den Weg, der den US-Soldaten gestat-
       tet, schnell  und in  aller Sicherheit nach Hause zurückzukehren.
       Sie ermöglicht  den gefangengenommenen  amerikanischen  Militärs,
       darunter auch den Piloten, so bald wie möglich befreit zu werden.
       Ist dieses  Problem geregelt, dann wird die Frage der vietnamesi-
       schen Streitkräfte  in Süd-Vietnam  - die  eine  die  Vietnamesen
       selbst betreffende Frage ist - von den vietnamesischen Seiten un-
       tereinander im Geist der Einheit und der nationalen Eintracht ge-
       löst werden.
       So weit  das militärische  Problem. Für  die Regelung des politi-
       schen Problems haben wir die folgende Position:
       Das gegenwärtige  Saigoner Regime Thieu-Ky ist ein Marionettenre-
       gime, das  von den  USA auf die Beine gestellt wurde und dank dem
       Schutz der  US-Truppen und dank der US-Dollars weiterbesteht (die
       CIA hat im übrigen selbst zugegeben, daß dieses Regime von selbst
       zusammenfallen wird,  wenn alle  US-Soldaten Süd-Vietnam  verlas-
       sen). Thieu-Ky  und Khiem sind diejenigen, die sich verbissen der
       Beendigung des  Krieges und  den Bestrebungen nach Frieden, Unab-
       hängigkeit, Neutralität  und Demokratie  in Süd-Vietnam widerset-
       zen. Sie  sind ein großes Hindernis für den Fortschritt der Pari-
       ser Konferenz.  Es ist also selbstverständlich, daß es in Saigon,
       wenn ein  wirklicher Frieden eintreten soll, eine Regierung geben
       muß, der  diese Personen, die total gegen den Frieden sind, nicht
       angehören, - eine Regierung, die den Frieden, die Unabhängigkeit,
       die Neutralität  und die Demokratie begünstigt. Die Provisorische
       Revolutionäre Regierung  ist bereit, mit einer derartigen Verwal-
       tung zu  diskutieren, um  den Krieg zu beenden und den Frieden in
       Vietnam wiederherzustellen.
       Ist der  Frieden wiederhergestellt,  dann bleibt  das Problem der
       Wahl des politischen Regimes für Süd-Vietnam. Die Bevölkerung muß
       durch allgemeine, wirklich freie, demokratische Wahlen diese Ent-
       scheidung selbst  treffen können.  Nur eine  Regierung, die  alle
       Schichten der  Bevölkerung und  alle politischen  und  religiösen
       Tendenzen vertritt,  ist in der Lage, derartige Wahlen zu organi-
       sieren. Deshalb haben wir die Bildung einer provisorischen Koali-
       tionsregierung vorgeschlagen,  an der  Mitglieder der  Provisori-
       schen Revolutionären  Regierung, Mitglieder  der Saigoner Verwal-
       tung, die  für ein Programm des Friedens, der Unabhängigkeit, der
       Neutralität und  der Demokratie  sind, und  Persönlichkeiten, die
       den verschiedenen politischen und religiösen Kräften Süd-Vietnams
       angehören, beteiligt  sein werden.  Ist das  nicht ein sichtbarer
       Beweis der  Politik der Eintracht und breiter nationaler Einheit,
       die von der Nationalen Befreiungsfront und der Provisorischen Re-
       volutionären Regierung von Süd-Vietnam vertreten wird?
       Wenn die USA um das Recht auf Selbstbestimmung der südvietnamesi-
       schen Bevölkerung  besorgt sind  - was könnten sie noch mehr ver-
       langen? Fürchten sie für die Vietnamesen, die mit ihnen zusammen-
       gearbeitet haben?  Wir haben  klar gesagt,  daß die provisorische
       Koalitionsregierung eine  Politik nationaler  Eintracht  anwenden
       wird, daß  sie der  Bevölkerung die  Ausübung der  demokratischen
       Freiheiten garantieren  wird, daß sie alle Terrorakte, Unterdrüc-
       kungsmaßnahmen und  Diskriminierungen gegenüber Personen, die mit
       der einen  oder der  anderen Seite zusammengearbeitet haben, ver-
       bieten wird. Fürchten sie, ihre legitimen Interessen in Süd-Viet-
       nam in  Zukunft zu  verlieren? Die provisorische Koalitionsregie-
       rung -  so heißt es klar in unserer Lösung - wird eine Außenpoli-
       tik des  Friedens und der Neutralität anwenden, diplomatische Be-
       ziehungen mit  allen Ländern ohne Unterschied des politischen Re-
       gimes herstellen,  darunter auch  mit den  USA, entsprechend  den
       fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz. Wollen die USA Garan-
       tien für die Respektierung der vereinbarten Abmachungen? Die Sei-
       ten werden  gemeinsam über Maßnahmen zu diesem Zweck entscheiden.
       Wie und  wann wird ein Waffenstillstand eintreten? Natürlich sind
       wir nicht  gegen einen Waffenstillstand, aber er muß das Resultat
       der im Hinblick auf die Beendigung des Krieges und die Wiederher-
       stellung des Friedens zustandegekommenen Abkommen und der verein-
       barten Modalitäten zwischen den Seiten sein.
       Unsere 10-Punkte-Globallösung  und die  Erklärung von Frau Nguyen
       Thi Binh  vom 17. September bei der Pariser Vietnam-Konferenz ha-
       ben also die Tür weit geöffnet, die zu einer friedlichen, schnel-
       len und  korrekten Lösung  des vietnamesischen  Problems entspre-
       chend den  Wünschen der  Völker und  den  Realitäten  in  Vietnam
       führt. Washington  muß sich nur auf diesen ehrenhaften und recht-
       schaffenen Weg  begeben. Das  ist es  unglücklicherweise, was  es
       nicht getan hat. Herr Nixon hat angesichts des Drucks der Öffent-
       lichkeit und  Forderungen eines Wahlkampfes in seiner Rede vom 7.
       Oktober das  vorgelegt, was er einen "vollständigen Friedensplan"
       nennt. Dieser  mit großem Propagandaaufwand dargelegte Plan zielt
       unglücklicherweise nicht  auf einen  echten Frieden,  sondern auf
       einen amerikanischen  Frieden, wenn nicht sogar auf die Verlänge-
       rung  der  Politik  der  Vietnamisierung  und  infolgedessen  des
       Krieges selbst.
       Herr Nixon  fordert an erster Stelle "einen augenblicklichen, auf
       der Stelle  und ohne  Bedingungen in  ganz Indochina eintretenden
       Waffenstillstand". Heißt das nicht, mit einem Schlag die illegale
       Anwesenheit der  USA in  Süd-Vietnam, Laos und Kambodscha legali-
       sieren, wo  Washington sich  nicht einmal  darum kümmert,  diesen
       Ländern den  Krieg zu erklären? Wie kann es zu einem Waffenstill-
       stand kommen,  wenn noch  keine Regelungen getroffen worden sind,
       um den  Völkern, die  Opfer der US-Aggression sind, ihre heiligen
       und unveräußerlichen  nationalen Grundrechte  zu garantieren? Das
       ist so,  wie die Weltöffentlichkeit bemerkt hat, als wenn man den
       Wagen vor  den Ochsen  spannt. Gewiß  wäre ein derartiger Waffen-
       stillstand als Gegenleistung annehmbar, wenn z.B. die vietnamesi-
       schen Truppen  in Kalifornien eingefallen wären. Aber im Fall von
       Vietnam hat  das vietnamesische Volk den USA nichts getan, es hat
       sich lediglich gegen die Aggression verteidigt - wie kann es also
       diesen gerechten  Kampf aufgeben, solange noch eine halbe Million
       US- und  Satellitensoldaten den Boden der Heimat mit Füßen treten
       und noch Hunderte von Stützpunkten besetzen?
       Herr Nixon schlägt vor, einen "Kalender für den Abzug der Truppen
       auszuhandeln". Was  bedeutet das  anderes als die Weigerung, alle
       US-Truppen vor  dem 30. Juni 1971 abzuziehen, wie wir es verlangt
       haben, und  den Versuch,  dem vietnamesischen  Volk für den Abzug
       der  Aggressor-Truppen  Bedingungen  aufzuzwingen?  Bedeutet  das
       nicht auch die Rückkehr zu den unvernünftigen Forderungen vom ge-
       genseitigen Abzug  der Truppen, wobei die Aggressoren - die USA -
       und das  vietnamesische Volk,  das gegen  die Aggression  kämpft,
       gleichgestellt werden?
       Herr Nixon  hat ununterbrochen  damit geprahlt, daß er einen Plan
       für den Abrug der US-Truppen habe. Aber das ist eine Machenschaft
       verlängerten und  tropfenweisen Abzugs,  so daß bis zur Mitte des
       nächsten Jahres  nicht weniger  als rund  300 000 US-Soldaten und
       mehr als  60 000 Satelliten-Soldaten  in Süd-Vietnam bleiben wer-
       den. Was  klar die  Absicht der  USA entlarvt,  den Krieg und die
       amerikanische Militärbesetzung  Süd-Vietnams für unbestimmte Zeit
       zu verlängern.
       Herr Nixon  erklärt, daß er Anhänger des Rechts auf Selbstbestim-
       mung der südvietnamesischen Bevölkerung sei - trotzdem weigert er
       sich kategorisch,  Thieu, Ky  und Khiem fallenzulassen und wider-
       setzt sich der Bildung einer breiten repräsentativen Regierung in
       Süd-Vietnam zur Organisierung der allgemeinen freien und demokra-
       tischen Wahlen. Das ist der Gipfel der Heuchelei, denn wie können
       Thieu, Ky  und Khiem  die südvietnamesische Bevölkerung repräsen-
       tieren, sie,  die bei  allen in  Süd-Vietnam verhaßt  sind.  Herr
       Nixon hat bewiesen, daß er in Süd-Vietnam um jeden Preis ein pro-
       amerikanisches Regime  aufrechterhalten will,  das ihm gestattet,
       den Krieg und die amerikanische Besetzung zu verlängern.
       Herr Nixon  schlägt eine  internationale Konferenz über Indochina
       vor, nachdem  er schon bei der Pariser Konferenz sein Möglichstes
       getan hat, um jeden Fortschritt zu verhindern. Unsere Position zu
       diesem Punkt  ist völlig  klar: das Vietnam-Problem gehört in die
       Zuständigkeit der Pariser Vietnam-Konferenz, das Laos-Problem muß
       auf der  Grundlage der Genfer Abkommen von 1962 und der gegenwär-
       tigen Lage im Land gelöst werden, wie der Pathet Lao es in seiner
       Proklamation vom  6. März  1970 hat  verlauten lassen.  Das  Kam-
       bodscha-Problem muß  vom kambodschanischen  Volk selbst  auf  der
       Grundlage der  Proklamation vom  23. März  1970 von Prinz Norodom
       Sihanouk, Staatsoberhaupt  von Kambodscha,  gelöst werden.  Indem
       Herr Nixon  die sogenannte  internationale Konferenz  vorschlägt,
       beabsichtigt er  nur, die  Öffentlichkeit zu täuschen und die Ma-
       rionetten, die  sie in Pnom Penh auf die Beine gebracht haben, zu
       legalisieren.
       Herr Nixon  verlangt die  sofortige Befreiung der "Kriegsgefange-
       nen", wo  das Problem des Krieges noch nicht einmal geregelt ist.
       Wenn das  wirklich sein  Wunsch ist,  warum  ist  er  dann  nicht
       bereit, alle  US-Truppen vor  dem 30. Juni 1971 abzuziehen, damit
       alle Seiten  sofort über  das Problem  der  während  des  Krieges
       festgenommenen Militärs diskutieren können?
       Von nahem  betrachtet ist  also der Plan von Herrn Nixon ein Vor-
       wand, dazu  bestimmt, die  Friedensinitiative der  Provisorischen
       Revolutionären Regierung  totzuschweigen, die  amerikanische  Öf-
       fentlichkeit zu  täuschen und Stimmen für die nächsten Wahlen zur
       teilweisen Erneuerung des Kongresses der USA zu kaufen.
       Dieser Plan  bietet keine  taugliche Grundlage zur Beendigung des
       Krieges und  der Wiederherstellung  eines wirklichen  Friedens in
       Vietnam und Indochina an. Deshalb haben die Provisorische Revolu-
       tionäre Regierung der Republik Süd-Vietnam, die Regierung der De-
       mokratischen Republik  Vietnam, der Pathet Lao und die Königliche
       Regierung nationaler  Einheit von  Kambodscha diesen Pseudo-Frie-
       densplan entlarvt und ihn kategorisch abgelehnt.
       Meine Damen, meine Herren, liebe Freunde,
       der Kampf  des vietnamesischen Volkes ist ein gerechter Kampf für
       die Erringung seiner heiligen und unveräußerlichen Rechte. Dieser
       Kampf ist  ein Beitrag zur Sache der Völker der Welt für Frieden,
       Unabhängigkeit, Demokratie und sozialen Fortschritt. Dieser Kampf
       genießt die  Sympathie und  die aktive  Unterstützung  der  fort-
       schrittlichen Völker der Welt, er wird sicherlich siegreich sein.
       Wir möchten Sie bitten, uns weiterhin Ihre Sympathie und Ihre Un-
       terstützung zukommen zu lassen, die notwendiger denn je sind. Wir
       möchten Sie  bitten, so  weit wie möglich die 10-Punkte-Globallö-
       sung und  die Erklärung vom 17. September von Frau Ngyen Thi Binh
       bekanntzugeben, -  Dokumente, die  die logische  und  vernünftige
       Grundlage einer  korrekten politischen Lösung des vietnamesischen
       Problems sind.  Wir möchten Sie bitten, die dunklen Absichten des
       US-Imperialismus in  der Rede  von Herrn  Nixon am  7. Oktober zu
       entlarven und  zu fordern,  daß die  Regierung der Bundesrepublik
       Deutschland die  Unterstützung der Aggressionspolitik Washingtons
       Vietnam gegenüber einstellt.
       Erlauben Sie uns, noch einmal dem fortschrittlichen Volk der Bun-
       desrepublik Deutschland  unsere  Freundschaft  und  unsere  tiefe
       Dankbarkeit auszusprechen.
       

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