Quelle: Blätter 1971 Heft 06 (Juni)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       UNO-DOKUMENTATION ÜBER KRIEGS- UND KOLONIALVERBRECHEN PORTUGALS
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       IN ANGOLA *)
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       Ein fünfköpfiger  Unterausschuß der  Menschenrechtskommission der
       UNO hat am 2. Februar 1971 einen Bericht über die Politik der Re-
       gimes des südlichen Afrika (Republik Südafrika, Südrhodesien, An-
       gola, Mozambique,  Guinea-Bissau)  gegenüber  den  dort  lebenden
       afrikanischen Völkern und deren politischen Organisationen vorge-
       legt. Es handelt sich dabei um das UNO-Dokument E/CN. 4/1050. Als
       Informationsgrundlage dienten  diesem  Untersuchungsausschuß  vor
       allem die  Legislativ- und Exekutivakten der genannten Regimes im
       Berichtszeitraum 1969/70  sowie die  Aussagen von 146 Zeugen, die
       bis vor kurzem in den betreffenden Gebieten lebten oder noch dort
       leben.
       Als Vorabdruck  aus dem "Antiimperialistischen Informationsbulle-
       tin" (Redaktion:  p. Adr.  Barbara Schilling,  355 Marburg,  Lie-
       bigstraße 46,  Telefon 06421/2 46 72)  dokumentieren wir nachste-
       hend eine  Übersetzung jener Aussagen, die portugiesische Kriegs-
       und Kolonialverbrechen in Angola betreffen. D. Red.
       
       Ermordungen und Folterungen von Mitgliedern
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       der angolesischen Befreiungsbewegung
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       Alberto Pinto,  ein weißer  portugiesischer Soldat, der 1961 wäh-
       rend seiner  Dienstzeit in  Angola desertierte,  sagte als  Zeuge
       aus, daß  er den  Feldwebel Costa  zu einer  Ortschaft  begleitet
       habe, die  ungefähr 1 km außerhalb des Dorfes Negage lag, und daß
       er beobachtet habe, wie portugiesische Soldaten Gefangene folter-
       ten. Die  Gefangenen wurden  brutal mit  Knüppeln geschlagen, bis
       Haut und  Fleisch zerschunden  waren; auf diese Weise sollten sie
       zum Sprechen  gezwungen werden.  An dem  genannten Ort  wurden 18
       Personen in  einer Garage  gefangen gehalten,  in die  die Abgase
       landwirtschaftlicher Maschinen  einströmten. Die  Soldaten sagten
       den achtzehn,  daß sie am nächsten Morgen erschossen werden soll-
       ten. Der Zeuge berichtete, daß am nächsten Morgen mit einem Trak-
       tor eine  Grube ausgehoben  wurde, vor der die Menschen sich auf-
       stellen mußten  und erschossen  wurden. Unter ihnen befanden sich
       zwei Männer  in Zivilkleidung, die nicht zusammen mit den anderen
       erschossen wurden.  Sie wurden  mit der  stumpfen Seite einer Ma-
       chete ins Genick geschlagen, bis sie tot waren.
       Justino Katuya  bezeugte, daß  er und mehrere andere Angolesen im
       Januar 1963 von der PIDE 1) verhaftet worden seien, weil sie aus-
       ländische Sendungen  abgehört hätten.  Als er  sich weigerte, ein
       Geständnis abzulegen,  wurde er, nachdem er achtzehn Stunden lang
       verhört worden war, in einer zwölf Quadratmeter großen Zelle ein-
       gekerkert, in  der sich schon dreißig weitere Gefangene befanden.
       Während der Inhaftierung soll der Zeuge gesehen haben, wie Gefan-
       gene mißhandelt wurden und hungern mußten; ebenso sah er, daß Ge-
       fangene von portugiesischen Soldaten gezwungen wurden, ihre eige-
       nen Gräber auszuheben; daraufhin wurden sie erschossen und fielen
       in die  Gräber. Der  Zeuge behauptete, gesehen zu haben, wie sein
       Schwager auf die gleiche Weise in Gapo Coutinho auf Anordnung des
       Francisco Freitas  da Costa  ermordet wurde.  Chinoya Kayawe  aus
       Kangamba, Tolosi  Kapalingwa und  Paulino  Kalengo  erlitten  das
       gleiche Schicksal.
       Der Zeuge  Samuel Augusto  Kongo sagte aus, daß in Gefangenschaft
       geratene Freiheitskämpfer  in der Regel auf der Stelle erschossen
       würden; er berichtete, daß 1969 zehn Mitglieder der angolesischen
       Befreiungsbewegung (UPA) 2) in Zala, sieben in Kitexe und drei in
       Negage umgebracht  worden seien.  Fünf weitere,  die von der PIDE
       gefangen genommen  worden waren,  wurden nach  Carmona  transpor-
       tiert, verhört,  gefoltert und totgeschlagen. Im Juni 1968 wurden
       Sympathisanten der  Befreiungsbewegung in  Militärfahrzeugen  von
       dem Dorf  Kissika zur  portugiesischen Plantage José Maria trans-
       portiert, auf  der sie  dann verhört  wurden. Als  die Gefangenen
       keine befriedigenden  Informationen lieferten, wurden sie mit Ba-
       jonetten umgebracht,  und zwar  deshalb, weil die portugiesischen
       Soldaten keine  Munition an sie verschwenden wollten. Nach diesem
       Zeugen sind  die Freiheitskämpfer in einem Polizeiquartier in der
       Nähe der  Plantage getötet  worden, das  von einem  Hauptmann der
       portugiesischen Armee,  Felipe Alves  de Souza,  befehligt wurde.
       Dieser Vorfall  ist ihm  von Plantagenarbeitern berichtet worden,
       die gezwungen  worden waren,  den  Exekutionen  beizuwohnen.  Der
       Zeuge sagte  weiter aus,  daß im Februar 1968 die portugiesischen
       Truppen fünf  Personen verhaftet  hätten, nämlich  Alberto  Jomba
       Massarico, Kina  Dala, Pinto Fando, Casanda und Joáo Fando; diese
       Personen wurden  verdächtigt, mit der UPA zusammenzuarbeiten. Sie
       wurden zum  Hauptquartier der PIDE in Carmona transportiert, ver-
       hört und erschlagen.
       Dr. Anna  Wilson bezeugte,  daß am  1. September 1968 auf dem Weg
       zur Schule  der zwölf  Jahre alte Augusto Ngagula mit der Axt er-
       schlagen wurde, weil er sich geweigert hatte, den portugiesischen
       Soldaten die  Stützpunkte der  MPLA 3)  zu zeigen. Die Guerillas,
       die in  der dritten  Region operierten,  fanden seinen Körper und
       waren über seinen Fall genau informiert.
       Die Zeugin  Frau Vieira,  die in Dakar befragt wurde, berichtete,
       daß ihr  Mann angeblich  Selbstmord begangen haben soll, indem er
       aus einem  Fenster sprang;  das fragliche Fenster befand sich je-
       doch nur zwei Meter über dem Erdboden.
       
       Polizei- und Justizterror gegen politische Häftlinge
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       Der Geistliche Murray McInnes sagte über Angola aus, daß ungeach-
       tet  strenger  Gesetzesvorschriften  ein  Fehlen  einschränkender
       Rechtsmittel es  den portugiesischen Behörden immer leicht mache,
       jede beliebige  Person mit oder ohne legale Anklagen zu verhaften
       oder zu  mißhandeln. Die Techniken, Geständnisse zu erpressen und
       willkürliche Inhaftierungen  zu sanktionieren,  sollen  seit  dem
       März 1961  noch rücksichtsloser als vorher angewandt worden sein.
       Zu diesem  Zeitpunkt erzwangen die (portugiesischen) Siedler, die
       um ihr  Leben und um ihren Besitz fürchteten, die Beseitigung al-
       ler einschränkenden prozeßrechtlichen Regelungen, die anscheinend
       das Recht  der einheimischen Bewohner oder der verdächtigten Wei-
       ßen bislang zum Teil geschützt hatten.
       Nach der Aussage dieses Zeugen wurden in den Jahren 1961 und 1962
       viele seiner  Kollegen in den Missionsstationen verhaftet und für
       Monate und  Jahre inhaftiert,  ohne daß sie jemals den Inhalt der
       gegen sie gerichteten Anklagen erfahren hätten. Ihnen wurde weder
       der gesetzlich garantierte Rechtsbeistand gewährt, noch wurde den
       meisten von  ihnen erlaubt,  mit ihren Familien Verbindung aufzu-
       nehmen.
       Die Zeugenaussage  des Geistlichen  McInnes ergab, daß nur wenige
       Afrikaner von  sich aus eine Aufklärung der gegen ihre Verwandten
       und Freunde  erhobenen Beschuldigungen  zu erreichen  suchen, und
       zwar aus Furcht davor, bei der Sicherheitspolizei, der vormaligen
       PIDE, als  Unruhestifter registriert  zu werden.  Er wies  darauf
       hin, daß  die portugiesischen  Behörden konstant  gegen Artikel 5
       der Deklaration der Menschenrechte 4) und gegen Artikel 270 ihrer
       eigenen Strafprozeßordnung 5) durch rücksichtslose Gefangenenmiß-
       handlungen verstoßen.  So hätten ihm in mehreren Fällen Gefangene
       über unmenschliche Behandlung, schwerwiegenden Nahrungsmittelent-
       zug und  unhygienische Haftbedingungen  berichtet. Er behauptete,
       erlebt zu  haben, wie  Menschen mit der "palmatoria" 6) gefoltert
       wurden; ferner  habe er  die geschwollenen geschlagenen Hände von
       Männern gesehen,  die kurz  vorher  in  einem  Gefängnis  gewesen
       seien. Schließlich sprach er davon, daß viele Gefangene auf Grund
       der Mißhandlungen  starben oder  aber Selbstmord begingen, um der
       Folter zu  entfliehen; er  nannte die  Namen von drei Mitgliedern
       einer Familie, Armando Cacunda, Julio Cacunda und des Geistlichen
       Gaspar Vanhale Cacunda, die angeblich während der Kerkerhaft ver-
       schwanden.
       J.B. Nguvulo  bezeugte, daß  die Sicherheitspolizei in Angola ge-
       genwärtig 2000 bis 3000 Escudos an Spitzel zahlt; diese hätten in
       alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens einzudringen und über
       das, was  sie hörten,  zu berichten. Jede Auseinandersetzung zwi-
       schen einem  Weißen und  einem Schwarzen,  ein Brief aus dem Aus-
       land, die  Fotografie eines  politischen Häftlings  oder die Her-
       kunft aus  einem Land,  das die  Befreiungsbewegung  unterstützt,
       könnte Grund für eine Inhaftierung sein.
       Nach dem Geistlichen McInnes bleiben trotz des formellen Ersatzes
       der PIDE durch die DGS die bisherige Form repressiven und grausa-
       men Vorgehens und das alle gesellschaftlichen Bereiche durchdrin-
       gende Spitzelsystem erhalten.
       Der Zeuge  Martin Ennals  sagte aus, daß die geheime oder politi-
       sche Polizei vor kurzem ihren Namen geändert habe, hingegen nicht
       ihren Charakter.
       Der Zeuge  A, ein  angolesischer Student und früherer politischer
       Häftling, erwähnte, daß sich nur der Name geändert habe; denn die
       dort tätigen  Polizeiagenten seien  die gleichen  geblieben,  wie
       z.B. Dr.  Sáo José, der Chef der Geheimpolizei in Angola, und der
       Brigadechef Varatojo,  der besonders aktiv Studentendemonstratio-
       nen oder Widerstand aller Art unterdrückt hat...
       Nach der Aussage des Geistlichen Henderson ist das portugiesische
       System der Behandlung politischer Gefangener repressiver und noch
       weitaus brutaler  als die Methoden, die offenbar in Rhodesien und
       Süfafrika bei der Behandlung der Gefangenen angewandt werden. Die
       offizielle Gefangenenakte enthält nur ein Geständnis, das der Ge-
       fangene in  den meisten  Fällen im Gefängnis - gewöhnlich in Ein-
       zelhaft und  unter starkem  Zwang -  ablegt. Während  des Verhörs
       werden die  Menschen bis  zur Bewußtlosigkeit geschlagen, und ei-
       nige von ihnen erlangen niemals wieder das Bewußtsein.
       Nachdem das  Geständnis unterzeichnet und von den zuständigen Be-
       hörden geprüft  worden ist, wird die betreffene Person in der Re-
       gel in eines der Konzentrationslager transportiert, die in Angola
       z.B. in São Nicolau oder in Serpa Pinto eingerichtet worden sind.
       Einige Gefangene werden auf die Kapverdischen Inseln verschleppt,
       andere bleiben in den Gefängnissen. Der Zeuge sagte aus, daß meh-
       rere hundert  Gefangene in dem "Erholungszentrum" von São Nicolau
       untergebracht worden  seien; darunter befänden sich 35 protestan-
       tische Geistliche.
       Der Zeuge Nguvulo sagte aus, daß die Gefangenen in den Konzentra-
       tionslagern in  Menongue und  in Ba dos Tigres ununterbrochen Mo-
       nate und  Jahre Zwangsarbeit zu verrichten hätten, bis sie völlig
       verkrüppelt seien. Im Gefängnis von Menongue sind bekannte Gefan-
       gene wie  der Häuptling  Tambue, die Lehrer Filipe Diamantino und
       André Eyuva,  der Pfarrer  Andre Kapinje  und andere  während des
       Verhörs  gefoltert  worden.  Die  Zwangsarbeit  bestand  offenbar
       darin, Steine  mit den Fingernägeln auszugraben. Im Gefängnis von
       Ba dos Tigres sollen die Gefangenen den Raubfischen zum Fraß vor-
       geworfen worden  sein; jeder,  dem es  gelang, lebend  an Land zu
       kommen, war für sein Leben verkrüppelt. Der Diakon Bastos Zangawe
       aus Tchissamba  (Bié) und  sein Assistent  Paulo Thindombe sollen
       dort von  PIDE-Agenten umgebracht  worden sein.  15 Studenten aus
       Bela Vista  sollen mitten  in der Nacht verhaftet und ohne Erklä-
       rung mit  einem Sonderflugzeug  nach Ba  dos Tigres transportiert
       worden sein.  Sieben von  ihnen kamen  hier um;  die acht anderen
       warten noch  immer auf  ihren Prozeß. Der Zeuge sagte ferner aus,
       daß das  Gefängnis von Mombaka in Mittelangola das entsetzlichste
       sei und  daher das "Schlachthaus für Angolesen" genannt würde. In
       diesem Gefängnis  wurden acht  bis zehn Gefangene in einer feuch-
       ten, gesundheitsschädlichen  Zelle auf  engstem Raum zusammengep-
       fercht. Zu  den Mahlzeiten gab es manchmal ein wenig Licht, sonst
       wurde die  Zelle nur  beleuchtet, wenn der PIDE-Offizier eintrat.
       Die Nahrung  wurde durch  ein kleines Loch hereingeworfen. Pastor
       Gaspar Vanyale, seine Söhne Armando und Julio Kakunde, die Lehrer
       David Tschamba-Suku  und Alvaro  Lutukuta und  der  Student  Arao
       Kunga Kassoma sollen dort nach den Folterungen umgekommen sein.
       Der Zeuge Nguvulo beschrieb die Verhörtechniken, die in allen Ge-
       fängnissen der PIDE angewandt werden: er wies darauf hin, daß die
       Befragungen inhaftierter Personen von einem PIDE-Agenten zusammen
       mit acht oder zehn Helfershelfern durchgeführt werden. Der Gefan-
       gene wird gezwungen, sich auf einen elektrisch geladenen Stuhl zu
       setzen, der  sich sehr  schnell dreht,  während ein  Offizier der
       PIDE zehn  Minuten lang  sandhaltiges Salzwasser  über ihn gießt.
       Während der  Befragung stehen auf jeder Seite des Gefangenen zwei
       PIDE-Offiziere, die ihn immer dann mißhandeln, wenn er nicht ant-
       wortet. Wenn  die Antworten  öfter negativ als positiv ausfallen,
       wird der  Gefangene erneut  gequält, in  seine Zelle gebracht und
       geschlagen. Diese  Prozedur wird  zweimal täglich wiederholt, und
       sehr oft  stirbt der  Gefangene unter den Auswirkungen der Folte-
       rungen. Manchmal  wird er  nackt auf  dem Stuhl  verhört, an eine
       Tonne mit  Sand gefesselt  und gefoltert,  indem Holzstäbchen  in
       seine Nase  gesteckt werden,  bis er  nicht mehr  atmen kann, und
       seine Fingernägel  ausgerissen oder Holzstäbchen in seine Sexual-
       organe gesteckt werden.
       Martin Ennals bezeugte, daß eine Anzahl von Einwohnern aus Angola
       und Mozambique,  die in  Portugal studierten oder arbeiteten, zur
       Zeit der Wahlen im letzten Oktober 7) wegen der Unterstützung der
       Befreiungsbewegungen in ihren Territorien verhaftet worden seien.
       Unter ihnen befand sich der Pater Pinto de Andrade, der afrikani-
       sche Sekretär des Erzbischofs von Luanda, der zehn Jahre entweder
       im Gefängnis  oder in Hausarrest verbracht haben soll, seitdem er
       erstmals 1960 in Portugal inhaftiert wurde. Ein anderer Priester,
       Pater Lino  de Guimaráes, soll kurz nach seiner Rückkehr nach An-
       gola Anfang  1970 tot aufgefunden worden sein, mit Symptomen, die
       auf Mord  hindeuteten. Nach  diesem Zeugen  sind in Luanda im Ok-
       tober 1969  ungefähr 70  weitere Angolesen  aus denselben Gründen
       verhaftet und  unbegrenzt ohne Urteil in Haft gehalten worden. Er
       erklärte, daß  einige in  das Gefängnis von São Nicolau transpor-
       tiert worden  seien, andere  seien in dem Gefängnislager Tarrafal
       (cháo Bom)  auf einer  der Kapverdischen Inseln festgehalten wor-
       den. In  diesen Fällen  sei kein  Gericht eingeschritten,  um die
       Tatbestände zu  überprüfen. Die Anordnungen zur Internierung wur-
       den von der Kolonialregierung auf der Grundlage von Informationen
       erlassen, die  von der portugiesischen Polizei stammten. Dem Zeu-
       gen Ennals  zufolge gibt  es zur Zeit allein im Lager São Nicolau
       2900 Häftlinge.  Der Zeuge  Marques Munucapuyi  sagte aus, daß er
       unter den  Gefangenen Freiheitskämpfern, alte und blinde Menschen
       sowie Frauen  gesehen habe,  die ermordet  worden seien und deren
       Leichen verstümmelt  wurden, indem  die portugiesischen  Soldaten
       Ohren, Finger  und sogar  Geschlechtsorgane abschnitten und ihnen
       in den  Mund steckten.  Um von seinem Freund Fulai ein Geständnis
       zu erzwingen,  seien ihm die Hoden mit Zangen zerquetscht worden.
       Dies sei  am 2. Juni 1969 in der Region Luatomba (Angola) gesche-
       hen.
       Der Zeuge  berichtete, daß seine Gruppe am 6. September 1969 eine
       Frau begraben  habe, die  Rodrina hieß  und die gefangen genommen
       worden war,  als das  Dorf, in  dem sie lebte, durch Brand völlig
       vernichtet wurde.  Sie und  ihr Säugling  wurden getötet.  Darauf
       wurde ihr  der Bauch geöffnet und das tote Kind hineingelegt. Die
       Leichen seien  für jeden  sichtbar auf  dem Boden liegen gelassen
       worden. Der  Zeuge sagte  weiter aus, daß am 1. Dezember 1969 ei-
       nige Häftlinge mit der Machete geköpft worden seien.
       Der Lehrer  Buanja Horacio  bezeugte, daß  er am 8. November 1969
       anwesend war,  als die  Dorfältesten und  andere Einwohner  eines
       Dorfes gegen die portugiesischen Truppen protestierten, die ihnen
       ohne Bezahlung Vieh, Vorräte und Früchte weggenommen hatten. Nach
       dem Bericht  des Zeugen  töteten die Portugiesen daraufhin einige
       der Dorfältesten... Sie wurden im Dorfe Lucussi mit einem Knüppel
       totgeschlagen, weil sie die anderen dazu ermuntert hatten, Wider-
       stand zu leisten.
       Weiter berichtete der Zeuge Horacio, daß am 12. März 1969 um zwei
       Uhr nachmittags im Dorfe Canachi ein zwölfjähriges Mädchen, Eshi-
       wunda, ermordet  worden sei,  als  es  vergeblich  zu  verhindern
       suchte, daß  seine Mutter  von portugiesischen Soldaten vergewal-
       tigt wurde.  Er sagte  ferner aus,  daß, als er mit einigen Frei-
       heitskämpfern dem  von portugiesischen  Truppen überfallenen Dorf
       zu Hilfe  eilen wollte,  sie zu  spät kamen; sie konnten nur noch
       das kleine Mädchen begraben. Er versicherte, daß er am 9. Septem-
       ber 1969 in Chizembula eine verstümmelte 45jährige Frau, Patricia
       Chisengo, gesehen  habe, deren  Ohr von  portugiesischen Soldaten
       abgeschnitten worden  war; sie  hatten vorher  versucht, die Frau
       zum Sprechen  zu bringen,  indem sie  ihr mit dem Bajonett in den
       Magen und  dann in  den Hals  stachen. Horacio bezeugte außerdem,
       daß die  portugiesischen Soldaten am 10. Oktober 1969 in dasselbe
       Dorf Chizambula  zurückkehrten und  25 Männer  töteten; einem der
       Männer schlitzten sie den Bauch auf und füllten ihm zum Austrock-
       nen mit  Salz, das  sich wie  eine Art Einbalsamierung auswirkte;
       die Soldaten  ließen eine  Mitteilung zurück,  nach der diese Tat
       den Leuten  zeigen sollte, daß die Portugiesen die Herren Angolas
       seien. Schließlich  berichtete er  noch, daß die Portugiesen wäh-
       rend der  Volkszählung im Juni 1969 in dem Dorf Chitembo den jun-
       gen Frauen  befahlen, sich zu entkleiden; darauf wählten sie die-
       jenigen unter  ihnen aus,  die  ihnen  am  besten  gefielen,  und
       schleppten sie in ihre Jeeps.
       Der Zeuge C sagte aus, daß er 1962 als Mitglied einer Partei nach
       Angola gekommen  sei, die  von den portugiesischen Behörden aner-
       kannt worden  war, und daß er ein Abkommen mit den Territorialbe-
       hörden in  Nordangola geschlossen  hatte. Diese  Partei hatte  es
       sich zur  Aufgabe gemacht,  die im  Wald lebenden Flüchtlinge zu-
       rückzurufen und  die Dörfer in dieser Region wieder zu bevölkern.
       90 Tage später hätten die portugiesischen Behörden alle Distrikt-
       chefs und  Mitglieder dieser  Partei in  Angola verhaftet und ins
       Gefängnis von  Sao Paulo (Luanda) transportiert, wo viele von ih-
       nen ermordet und andere lebendig begraben wurden.
       Der Zeuge  A sagte,  daß er  während seines dreimonatigen Aufent-
       halts im  Gefängnis von  Sao Paulo  drei Tage und Nächte lang von
       dem Polizeiagenten Varatojo verhört und gefoltert worden sei. Je-
       desmal, wenn  er einzuschlafen  begann, wurde  er von einer Wache
       mit Schlägen  gezwungen, wieder aufzustehen. Er sprach davon, daß
       es in  dem Gefängnis  viele Menschen  gegeben habe, die gefoltert
       wurden. Dies  sei den  Stimmen und dem Lärm zu entnehmen gewesen,
       die er  wahrgenommen hatte, als die Gefangenen geschlagen wurden.
       Meistens wurden  Eisenstangen  oder  Teile  von  Gummireifen  als
       Schlaginstrumente benutzt;  die jeweils  der  Folter  ausgesetzte
       Person wurde  gezwungen, sich  zu entkleiden und auf den Boden zu
       legen. Daraufhin wurde sie mit Teilen von Gummireifen geschlagen.
       Nach dem  Zeugen A  wurden einige politische Häftlinge von Luanda
       in ein  Konzentrationslager auf  die Insel  Sao Tomé  im Atlantik
       verschleppt. Den  portugiesischen Truppen  soll  es  bei  solchen
       Transporten erlaubt sein, die Flugzeuge zu öffnen und Menschen in
       den Atlantik zu werfen. Andere werden einfach erschossen.
       Der Zeuge  Paulo Jorge  sagte, daß überall in Angola die Händler,
       Geschäftsleute und Landbesitzer eine Reihe von Deportationen ver-
       anlaßt hätten,  weil das Land, wenn die Eigentümer abwesend sind,
       konfisziert werden  darf. Der  Zeuge wies  darauf hin, daß in der
       Regel die  Gefangenen eine unmenschliche Behandlung durch die Po-
       lizei erfahren. So werden ihnen nach seiner Aussage die Nägel ab-
       gerissen, sie  werden mit Zigaretten gebrannt, sie werden gezwun-
       gen, 24  bis 72  Stunden wach zu bleiben. Weiter gehört es zu den
       Foltermethoden, daß  die Gefangenen bis zu einem Monat in Einzel-
       haft gehalten  und mit der "palmatoria" auf die Handflächen, Füße
       und Sohlen geschlagen werden, bis diese bluten.
       Den Männern  werden mit  Zangen die Hoden zerquetscht. Sie werden
       in Zellen  inhaftiert, die  nur einen  Quadratmeter groß sind und
       die ein Loch in der Mitte der Decke haben, von dem jeweils 30 Mi-
       nuten lang abwechselnd kochendes und kaltes Wasser auf den Gefan-
       genen geschüttet wird.
       
       Massaker an der angolesischen Zivilbevölkerung
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       durch die portugiesischen Truppen
       ---------------------------------
       
       Dr. Anna  Wilson bezeugte,  daß die portugiesischen Truppen unter
       dem Vorwand,  Stützpunkte der  Terroristen zu  zerstören, täglich
       mit Napalmbomben  schutzlose angolesische Dörfer und ihre Einwoh-
       ner bombardierten.  Die Zeugin berichtete, daß sie auf ihren Rei-
       sen ins Innere des Landes Dörfer gesehen habe, die niedergebrannt
       worden und  deren Einwohner in den Wald geflohen waren. Frau Wil-
       son berichtete, daß sie im Januar 1970 in der unter der Kontrolle
       der MPLA befindlichen Zone 3 ein zweijähriges Kind am rechten Arm
       und am Leib gegen Brandwunden als Folge von Naplambombardierungen
       behandelt habe,  bei denen  die Mutter des Kindes umgekommen sei.
       Andere Opfer  der Bombardierungen  litten an  Schocks und anderen
       Verletzungen, wie  z.B. Dr.  Americo Boavida, der vor zwei Jahren
       in der  als dritte  Region bekannten  Zone gearbeitet  hatte. Sie
       sagte ferner  aus, daß  sie mehrere  Personen behandelt habe, die
       von Hubschraubern aus mit Maschinengewehrfeuer angegriffen worden
       waren. Diese  Hubschrauber terrorisieren die Bevölkerung. Bei ih-
       ren Angriffen  werden viele Menschen sofort getötet; anderen wer-
       den Arme  und Beine von Maschinengewehrkugeln völlig verstümmelt.
       Frau Wilson berichtete von einem Freund, dessen Hände zerschossen
       worden waren.
       Nach der  Ausage von  Frau Wilson tauchten portugiesische Truppen
       plötzlich bei  einem Dorffest  auf, bei  dem die Bewohner bis zur
       Morgendämmerung tanzten,  und schossen  aus Maschinengewehren auf
       die Gäste. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben; die Frauen, denen
       es gelang,  die nächste  medizinische Betreuungsstelle  zu errei-
       chen, befanden  sich in  einem beklagenswerten Zustand und litten
       bereits an Wundbrand. Frau Wilson berichtete, daß die portugiesi-
       schen Truppen  mit Hubschraubern die Dörfer überfallen, die Ernte
       stehlen, die  Bewohner foltern und zusammentreiben und sie in so-
       genannte "strategische Dörfer" verschleppen, in denen sie verhun-
       gern. Um  den Hubschrauberüberfällen zu entgehen, lebt die Bevöl-
       kerung im Busch. Dort fehlt es ihr an jeglichen hygienischen Ein-
       richtungen. Die  Folge ist,  daß die  Bewohner ganzer  Dörfer  an
       Ruhr,  Augenkrankheiten,  Parasitenkrankheiten  und  anderen  Be-
       schwerden leiden.
       Pedro Hendrick Vaal Neto bezeugte, daß portugiesische Truppen das
       Dorf Malange  angriffen, das sie nur deshalb dem Erdboden gleich-
       machten, weil  sie annahmen,  daß sich in dem Dorf eine Zelle der
       Befreiungsbewegung gebildet  habe. Bei  diesem Angriff  kamen 247
       Menschen (Männer,  Frauen und Kinder) um. Die übriggebliebene Be-
       völkerung floh  in die befreiten Gebiete. Ein anderer Zeuge, Fre-
       derico Casimiro, sagte aus, daß am 23. Mai 1970 um 11.35 Uhr vor-
       mittags die  Portugiesen die mit Erdnüssen und Mais bebauten Fel-
       der bei Quibumbe-Zala, im angolesischen Bezirk Luanda, mit Artil-
       leriegeschossen  und  Maschinengewehren  angegriffen  haben.  Ein
       dritter Zeuge,  S.A. Kongo, berichtete, daß er und andere Dorfbe-
       wohner im  Jahre 1968  ungefähr 778 Opfer der Bombardierungen von
       Feldern und Dörfern in Nordangola gezählt hatten...
       Der portugiesische  Soldat Alberto  Pinto berichtete, daß er sich
       während seiner  Militärzeit in  Angola vor  seiner  Desertion  im
       Jahre 1961 am 13. Mai desselben Jahres im Dorf Catete aufgehalten
       habe, in  dem die  Soldaten auf Befehl die Häuser niederbrannten.
       Anschließend drangen  sie in Cambatela ein und brannten auch die-
       ses Dorf  völlig nieder.  Vor diesen  Überfällen war den Soldaten
       gesagt worden,  daß sie  die ganze  Rasse ausmerzen  sollten. Der
       Zeuge sagte,  daß er nach diesen Vorfällen beschlossen habe, über
       die Grenze in die Demokratische Republik Kongo zu flüchten.
       
       Einsatz chemischer Waffen gegen das angolesische Volk
       -----------------------------------------------------
       
       Nach dem  Zeugen Lara erfordert die Lage in Angola ein Einschrei-
       ten der  Vereinten Nationen,  um dem Verbot von Unterdrückungsme-
       thoden Geltung zu verschaffen, die vom Völkerrecht verworfen, je-
       doch von  den Portugiesen  durch die Anwendung chemischer Waffen,
       z.B. von Herbiziden - insbesondere von Tordon - angewandt werden.
       Die Zeugin  Dr. Anna  Wilson sagte  aus, daß  die portugiesischen
       Truppen besonders in letzter Zeit Chemikalien zur Vernichtung der
       Ernte benutzen.  Sie berichtete,  daß die  chemischen Kampfstoffe
       zum ersten  Male im  April und Mai 1970 gegen die Bevölkerung der
       befreiten Gebiete  der angolesischen  Zone 3 verwandt wurden. Die
       Herbizide  und  Entlaubungsmittel  sollen  aus  2,4-D  (Dichloro-
       phenoxyessigsäure), 2,4,5-T  (Trichlorophenoxyessigsäure),  Kako-
       dylsäure und  Picloram bestehen  8). Nach  der Aussage der Zeugin
       greifen diese  Chemikalien nicht  nur die  Pflanzen  an,  sondern
       rufen auch  beim Menschen Erkrankungen der Lungen, des Magens und
       des Zahnfleisches  sowie Durchfall  hervor. Wenn  diese  giftigen
       Chemikalien unmittelbar  gegen Menschen angewandt werden, sterben
       viele  nach  wenigen  Minuten.  Wenn  z.B.  Manioksträucher  oder
       Kartoffeln mit  Entlaubungsmitteln besprüht  werden,  weisen  sie
       spätestens nach  24 Stunden  deutliche Verfallserscheinungen auf,
       und ihre Blätter verwelken.
       Nach Aussage  des Zeugen  Kongo benutzen  die  Portugiesen  große
       Flugzeuge der Lufttransportdivision in Angola, die geeignet sind,
       Plantagen aus niedriger Höhe, d.h. 60 m über der Erde, mit Chemi-
       kalien zu besprühen. Der Zeuge berichtete, daß zwei Tage nach dem
       Angriff die  Wurzeln der Maniokpflanzen und der Bananenstauden zu
       verfaulen beginnen. Andere Pflanzen, z.B. Kassavesträucher, Stan-
       genbohnen und Erdnüsse, werden ebenfalls in Mitleidenschaft gezo-
       gen. Ferner  sagte er  aus, daß  diese vergifteten Nahrungsmittel
       bei den  Kindern Husten hervorrufen, der zwei Wochen andauert und
       zum Tode führen kann.
       
       _____
       *) Auszüge aus  UNO-Dokument E/CN. 4/1050, S. 136 f., S. 141-147.
       179 f., 183 f. Anmerkungen und Zwischenüberschriften vom Überset-
       zer.
       1) PIDE (Policia  Internacionale de  Defesa do  Estado), die 1945
       gegründete portugiesische  Geheimpolizei, die Salazar unmittelbar
       unterstand und  ähnliche Vollmachten und Funktionen besaß wie die
       "Gestapo" innerhalb  des deutschen  faschistischen Herrschaftssy-
       stems. Per  Regierungsdekret vom 24.11.1969 wurde die PIDE in die
       nun dem  portugiesischen  Innenminister  unterstehende  "General-
       direktion für  Sicherheit" (Direcçao  General de  Segurança, DGS)
       überführt, ohne daß sich damit am faschistischen Charakter dieser
       staatlichen Repressivgewalt etwas änderte.
       2) UPA (Uniao  das Populaçõoes  de Angola),  "Volksunion von  An-
       gola", in der sich seit 1954 vornehmlich der im nördlichen Angola
       ansässige Stamm  der Bakongo unter der Führung von Holden Roberto
       mit dem  Ziele politisch organisierte, die politische Unabhängig-
       keit zu  erringen, ohne daß damit soziale Umwandlungen angestrebt
       wurden. Sie erhielt, bevor sich die amerikanische Politik mit dem
       portugiesischen Kolonialregime  in Afrika  arrangierte,  offenbar
       während der  Kennedy-Administration  amerikanische  Unterstützung
       und verlor  nicht zuletzt durch den Wandel der amerikanischen Po-
       litik zunehmend an Einfluß.
       3) MPLA  (Movimento   Popular  de   Libertaçao  de  Angola),  die
       "Volksbewegung für  die Befreiung Angolas", die 1956 entstand und
       sich in  einem harten Selbstbehauptungskampf gegen die Übergriffe
       der portugiesischen  Kolonialmacht  und  gegen  die  beschränkte,
       gleichwohl nicht völlig einflußlose politische Praxis der UPA zur
       dominierenden sozialen  und politischen  Kraft innerhalb  des Be-
       freiungskampfes des  angolesischen Volkes  entwickelte. Die  MPLA
       kontrolliert heute  ungefähr ein  Drittel des  gesamten angolesi-
       schen Territoriums.
       4) Art. 5  der UNO-Menschenrechtserklärung  verbietet Folterungen
       und sonstige unmenschliche Behandlungen von Gefangenen.
       5) Art. 270  der portugiesischen Strafprozeßordnung schreibt vor,
       daß Vernehmungen Angeklagter durch einen Richter in Gegenwart ei-
       nes staatlichen Anklagevertreters und eines Rechtsbeistandes, der
       vom Angeklagten  oder vom  Gericht zu  bestimmen ist, zu erfolgen
       haben.
       6) Die "palmatoria" ist ein großes hölzernes Schlaginstrument, an
       dessen zum  Schlagen bestimmten  Ende sich viele Löcher befinden.
       Mit diesem  Gerät schlagen  die folternden Polizeiheamten dem zum
       Verhör vorgeführten Gefangenen auf die offene Handfläche, auf der
       sich die  Löcher des Geräts festsaugen, so daß jeder Schlag einen
       intensiven und anwachsenden Schmerz verursacht.
       7) Dabei handelt  es sich um die Wahlen vom 26.10.1969, bei denen
       ungefähr 10  Prozent der  Bevölkerung Portugals und 1 Prozent der
       Bevölkerung der  portugiesischen Kolonialbesitzungen wählen konn-
       ten. Da  aufgrund des  Fehlens politischer  Grundrechte, wie  der
       Vereinigungs-, Versammlungs-  und Pressefreiheit usw., politische
       Oppositionsgruppierungen in Portugal keine Chancen besitzen, fie-
       len alle  Sitze  an  die  einzig  zugelassene  faschistoide  Ein-
       heitspartei, die Uniao Nacional.
       8) An anderer  Stelle des UNO-Berichts heißt es, daß nach Aussage
       der Zeugin Dr. Anna Wilson diese auch in Vietnam angewandten che-
       mischen Kampfstoffe aus der BRD stammten. Die vollständige Stelle
       im Bericht  lautet: "Dr.  Anna Wilson  berichtete der Gruppe (dem
       fünfköpfigen Unterausschuß  der UNO:  d. Übers.), daß sie die von
       den Portugiesen  angewandten Chemikalien auf ihre Zusammensetzung
       hin untersucht habe, und sagte aus, daß diese Chemikalien aus der
       BRD stammten" (vgl. E/CN. 4/1050, S. 197 f.).
       

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