Quelle: Blätter 1971 Heft 12 (Dezember)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ERKLÄRUNG DES BELGISCHEN KOMITEES FÜR SICHERHEIT
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       UND ZUSAMMENARBEIT IN EUROPA
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       (Wortlaut)
       
       Für die Leitung des Belgischen Komitees für Sicherheit und Zusam-
       menarbeit in  Europa übergaben Robert De Gendt, Albert De Smaele,
       Raymond Goor,  Maurice Lambilliotte,  Lucien Radoux,  Jean Terfve
       und Alphonse Tonneaux der Presse folgende Erklärung:
       
       Am Dienstag,  dem 19.  Oktober 1971, trafen in Brüssel auf Einla-
       dung einer  Gruppe belgischer  Repräsentanten der Öffentlichkeit,
       die zu verschiedenen politischen und ideologischen Strömungen ge-
       hören, Vertreter  der Öffentlichkeit  aus 19 europäischen Ländern
       zusammen, um  die Arbeit  zur Durchführung der Beschlüsse fortzu-
       setzen, die auf dem Konsultativtreffen in Brüssel vom 22. bis 24.
       Juni dieses Jahres gefaßt wurden.
       Im Verlauf  der letzten  Monate hat diese Gruppe ihre Kontakte zu
       zahlreichen Kreisen  der Öffentlichkeit  in Ost-  und  Westeuropa
       verbreitert.
       Im Ergebnis dieser Kontakte wurde die Überzeugung bekräftigt, daß
       es sehr  zweckmäßig ist,  ein seinem  Charakter nach völlig neues
       Forum auf  Nicht-Regierungsebene vorzubereiten,  das die  Aufgabe
       haben soll, im gesamteuropäischen Maßstab das wachsende Interesse
       der Volkskräfte  an der Liquidierung der Spannungen in den Bezie-
       hungen zwischen  den europäischen  Staaten, der  Verminderung und
       dann der  Einstellung des  Rüstungswettlaufs, der Entwicklung der
       Zusammenarbeit auf  allen Gebieten  - auf  sozialen, kulturellen,
       wissenschaftlichen und  wirtschaftlichen -  konkret auszudrücken,
       um dadurch  zur Herstellung  eines dauerhaften Friedens in Europa
       zu gelangen.
       Dieses Forum  muß Bestandteil  einer  breiten  Volksbewegung  zur
       Schaffung einer Atmosphäre des Vertrauens, des gegenseitigen Ver-
       ständnisses und  der Zusammenarbeit  sein. Denn ohne die Herstel-
       lung des Vertrauens kann man nicht auf den Erfolg der Anstrengun-
       gen hoffen,  die von  den Regierungen auf dem Weg zur friedlichen
       Regelung der  europäischen Probleme  unternommen werden.  Die ge-
       sellschaftliche Initiative darf in keiner Weise den Verhandlungen
       entgegengesetzt werden, die zwischen den Regierungen begonnen ha-
       ben, insbesondere in Hinblick auf die Einberufung einer gesamteu-
       ropäischen Beratung  der Staaten.  Beide Richtungen ergänzen, un-
       terstützen und  verstärken sich gegenseitig. Die öffentliche Mei-
       nung und die Politiker müssen in eigener Kompetenz und Verantwor-
       tung handeln,  denn Sicherheit  und Zusammenarbeit können nur auf
       der Grundlage vereinter Anstrengungen entstehen.
       Der völlig  neue Charakter  des vorgeschlagenen  Forums soll sich
       nach Meinung  der Teilnehmer  des Treffens  vom 18. Oktober darin
       äußern, daß  es auf  der  Grundlage  voller  Gleichheit  uneinge-
       schränkt und ständig für alle gesellschaftlich-politischen Kräfte
       offen ist,  die für Entspannung und Zusammenarbeit in Europa ein-
       treten.
       Das Forum  wird damit die Möglichkeit geben, verschiedene Meinun-
       gen zu  den europäischen  Problemen auszutauschen und zu verglei-
       chen, um  zu einem  besseren gegenseitigen  Verständnis und einer
       effektiven Annäherung zu gelangen, die niemanden zwingt, Überzeu-
       gungen aufzugeben.
       Ohne von  vornherein die Ziele und Aufgaben des Forums, Datum und
       Ort seiner  Einberufung sowie die Bedingungen seiner Vorbereitung
       und Durchführung  zu bestimmen, so lange nicht alle, die aktiv am
       Schicksal Europas  interessiert sind, informiert und herangezogen
       sind, haben  sich die Teilnehmer für die Einberufung eines weite-
       ren  breiten  Konsultativtreffens  ausgesprochen.  Seine  Aufgabe
       sollte es sein, einen Beschluß zu diesen Fragen auf der Grundlage
       der Verständigung  zwischen den  am meisten autorisierten Gruppen
       herbeizuführen.
       Es wurde  ein Vorschlag  der belgischen  Veranstalter angenommen,
       daß dieses  Konsultativtreffen in Brüssel am 11., 12. und 13. Ja-
       nuar des kommenden Jahres stattfinden soll.
       Die Teilnehmer  der Beratung haben die belgische Gruppe darum ge-
       beten, in  sehr breitem  Maße verschiedenste Kreise der öffentli-
       chen Meinung  der europäischen  Länder über  das Januartreffen zu
       informieren. Sie  haben ihrerseits  die Verpflichtung übernommen,
       mit allen  ihnen zur  Verfügung stehenden Mitteln die Verbreitung
       dieser Information unter Persönlichkeiten, Organisationen, Insti-
       tutionen und  Begegnungen zu fördern, mit denen sie Kontakte auf-
       rechterhalten.
       Meinungen, Wünsche  und Vorschläge,  von welcher  Seite sie  auch
       kommen mögen,  werden im  zeitweiligen Sekretariat in Brüssel zu-
       sammengefaßt.
       
       Mitglieder des Belgischen Komitees: Emillo Arnould, Generalsekre-
       tär "Pax  Christi" -  Isabelle Blume,  Präsidentin des Belgischen
       Friedensrates -  Pierre Boena, Chefredakteur des Belgischen Rund-
       funks - Jean Brachet, Professor an der Freien Universität Brüssel
       - Willy Calewaert, Senator - Alfred Califice, Abgeordneter - Mau-
       rice Careme,  Schriftsteller -  Edouard Close, Abgeordneter - Léo
       Collard, Finanzminister,  Vorsitzender der  SP Belgiens  - Ernest
       Davister, Vors. der Regionalleitung des Belgischen Gewerkschafts-
       bundes Charleroi  - Robert De Gendt, Generalsekretär des Weltbun-
       des Christlicher  Arbeiter -  Roger Dekeyser,  Senator -  Lisette
       Delepierre, Generalsekretärin des Sozialistischen Frauenverbandes
       - Christiane  Delrue, Generalsekretärin der Gesellschaft Belgien-
       DDR -  Marcel Delvigne,  Generaldirektor der  Sozialabteilung des
       Belgischen Gewerkschaftsbundes  - Charles  Delvoye, Professor  an
       der Freien  Universität Brüssel - Albert De Smaele, Präsident des
       Wirtschaftsrates - A. Monseign. Dondeyne, Professor der Christli-
       chen Universität  Löwen -  Marc Drumeau,  Abgeordneter, Präsident
       der KP Belgiens - Marthe Dumon - Maurice Errera, Professor an der
       Freien Universität  Brüssel -  Pieter Frantzen,  Professor an der
       Freien Universität  Brüssel -  Jean Gayetot, Vorsitzender der Re-
       gionalleitung des Belgischen Gewerkschaftsbundes Lüttich - Ernest
       Glinne, Abgeordneter,  Bürgermeister -  Raymond Goor, Kanonikus -
       Jacques Guyaux, Chefredakteur "Journal" - Léon-E. Halkin, Profes-
       sor in Lüttich - Pierre Hayolt, Kanonikus - Thérése Helard - Jaak
       Henckens -  Maurice Hulsman,  Intendant  des  "Royal-Theaters"  -
       Henri Janne,  Professor der Freien Universitat Brüssel - Jean Ke-
       vers, Senator  - André  Lagasse, Senator  - Maurice Lambilliotte,
       Direktor von  "Synthéses" -  Henry Lambotte, Advokat - Vietor La-
       rock, Abgeordneter - Jacques Nagels, Wirtschaftswissenschaftler -
       Lucien Outers, Abgeordneter - Iréne Petry, Nationalsekretärin des
       Sozialistischen Frauenverbandes - Michel Quevit, Assistent an der
       Christlichen Universität  Löwen -  Lucien Radoux,  Abgeordneter -
       Raymond Ravar  - Charles  Roger, Sekretär  des Wirtschaftsrates -
       Henry Rolin, Minister - Jean Terfve, Vizesekretär der KP Belgiens
       - Georges  Thill, Physiker  - Alphonso  Tonneaux - Urbain Vander-
       schraege, Führendes  Mitglied des Jugendverbandes - Auguste Vani-
       stendael, Präsident  von "Zusammenarbeit  und Solidarität" - Jean
       Verstappen - Pierre Wigny, Nationalrat Belgischer Frauen - Emili-
       enne Brunfaut  - Charles Crévecoeur, Generalsekretär - André Gil-
       let, Nationalsekretär  der Christlichen  Friedensbewegung - Alois
       Gerlo, Rektor  der Freien  Universitat Brüssel  - Edouard Hamont,
       Präsident CGSB - Etienne Huysentruyt, Belgischer Vertreter in UN-
       ESCO René  Klutz Generalsekretär  des Belgischen  Friedensrates -
       Robert Lambion,  Generalsekretär der Regionalabteilung des Belgi-
       schen Gewerkschaftsbundes Lüttich - Willem Pete, Professor an der
       Universität Gent  - Jean  Bouguiol, Präsident  der Belgischen UN-
       ESCO-Kommission - Z.H. Bacq, Professor an der Universität Lüttich
       - Louis Blitz, Kanonikus der Union der katholischen Universitäten
       - Dr.  Jos. Bosmans,  Jurist -  Maxime Brunfaut,  Architekt -  H.
       Ceuppens, Sekretar  des Hauptvorstandes der Gewerkschaft - Maître
       J. Chome,  Richter Präsident der demokratischen Juristen Belgiens
       - Pierre  Cornul, Direktor  der belgischen  Liga für Verteidigung
       der Menschenrechte - Dr. Pierre Depage - W. Deswaerte, Generaldi-
       rektor der  Sabena - André Descamps, Richter - André de Smet, Na-
       tionalsekretär B.U.V.V.  - Agnès Devos, Christliche Jugend - Jean
       du Bosch,  Richter - Claude Fonteyn, Aktionskomitee für den Frie-
       den -  Joseph Gerard  - Marc  Guiot, Professor  - André Haucotte,
       Verwaltungssekretär der  internationalen Beziehungen des Komitees
       für Europäische Sicherheit - Maurice-Pierre Herremans, Vizepräsi-
       dent der  CRISP - Rosie Holender, Richter - M.J. Heyvaert, stell-
       vertretender Sekretär der sozialistischen Frauen - Emilie Janson,
       Richter -  Frans Janssens - H. Levarlet, Generalsekretär im Mini-
       sterium für  nationale Erziehung - Mr. Lindemans, Komitee fur Eu-
       ropäische Sicherheit  - Bertrand Lassens - René Marchandise, Prä-
       sident der  christlichen Bewegung für den Frieden - Francois Mar-
       tou, Mitglied  des Verwaltungsrates  der Katholischen Universität
       Löwen -  Claude Mertens, Direktor der belgischen Liga für Vertei-
       digung der  Menschenrechte - Gilbert Mousset, Generalsekretär der
       S.G.S.P. - M. Orban, Kanonikus, Professor an der katholischen Fa-
       kultät in  Mons -  Mr. I'Abbé  Papeleux, Apostolische und soziale
       Aktion, Tourrai  - Jan  Reyners,  Präsident  der  sozialistischen
       flämischen Jugend - Mme Salmon, Sekretär der demokratischen Juri-
       sten Belgiens - Mr. Sbiogi - Henri Simonet, Abgeordneter, Bürger-
       meister von  Anderlecht -  Mme Siron, Delegierte des Fernsehens -
       Gérard van  Acker, Jurist,  Sekretär beim Präsidium der CEE - Mr.
       Vanhorenbeek,  Christliche   Gewerkschaften  -   Mr.  Vansintjan,
       Christliche Gewerkschaften  - Francis  Verborg, Nationalpräsident
       der soziallstischen  Jugend -  Michel Vincineau  - Walter Weydt -
       Mme Pierre  Wigny, Präsident  des  Nationalrates  der  belgischen
       Frauen - Louis Zeeuwts, C.S.C.
       

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