Quelle: Blätter 1974 Heft 12 (Dezember)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       DIE PALÄSTINA-RESOLUTION DER VOLLVERSAMMLUNG
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       DER VEREINTEN NATIONEN VOM 22. NOVEMBER 1974
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       (Wortlaut)
       
       Die Vollversammlung,
       nachdem sie die Palästina-Frage erörtert, die Erklärung der Orga-
       nisation für  die Befreiung Palästinas, der Vertreterin des palä-
       stinensischen Volkes,  gehört hat, nachdem sie auch andere Erklä-
       rungen während der Debatte gehört hat,
       in tiefer Sorge darüber, daß noch keine gerechte Lösung des Palä-
       stina-Problems erreicht ist,
       und erkennend, daß das Palästinaproblem weiterhin den internatio-
       nalen Frieden und die Sicherheit gefährdet,
       anerkennend, daß  das palästinensische Volk ein Recht auf Selbst-
       bestimmung in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Natio-
       nen hat,
       ihre ernste  Sorge ausdrückend, daß das palästinensische Volk ge-
       hindert worden  ist, seine  unveräußerlichen Rechte  zu genießen,
       und insbesondere sein Recht auf Selbstbestimmung,
       geleitet von den Zielen und Grundsätzen der Charta,
       an ihre diesbezüglichen Resolutionen erinnernd, die das Recht des
       palästinensischen Volkes auf Selbstbestimmung bestätigen,
       
       1) bestätigt abermals die unveräußerlichen Rechte des palästinen-
       sischen Volkes,  darunter a)  das Recht auf Selbstbestimmung ohne
       äußere Einmischung,  b) das  Recht auf internationale Unabhängig-
       keit und Souveränität;
       2) bestätigt abermals  auch die unveräußerlichen Rechte der Palä-
       stinenser auf  Rückkehr in  ihre Heimat und ihr Eigentum, aus der
       sie vertrieben  und entwurzelt  worden sind, und spricht sich für
       ihre Rückkehr aus;
       3) betont, daß  volle Respektierung und Verwirklichung dieser un-
       veräußerlichen Rechte für die Lösung der Palästina-Frage unerläß-
       lich sind;
       4) erkennt an, daß das palästinensische Volk eine Hauptpartei bei
       der Errichtung  eines gerechten und dauerhaften Friedens im Nahen
       Osten ist;
       5) erkennt ferner  das Recht  des  palästinensischen  Volkes  an,
       seine Rechte  in Übereinstimmung  mit den  Zielen und Grundsätzen
       der Charta  der Vereinten  Nationen mit  allen Mitteln wieder zu-
       rückzuerlangen;
       6) ruft alle  Staaten und internationalen Organisationen auf, dem
       palästinensischen Volk  in seinem Kampf für die Wiederherstellung
       seiner Rechte, in Übereinstimmung mit der Charta, ihre Unterstüt-
       zung zu geben;
       7) beauftragt den  Generalsekretär, Kontakte mit der Organisation
       für die  Befreiung Palästinas  in allen  Angelegenheiten, die die
       Palästina-Frage betreffen, herzustellen;
       8) beauftragt den  Generalsekretär, der Vollversammlung auf ihrer
       30. Sitzungsperiode  über die Verwirklichung dieser Resolution zu
       berichten;
       9) beschließt, den  Punkt "Palästina-Frage" in die vorläufige Ta-
       gesordnung ihrer 30. Sitzungsperiode aufzunehmen.
       

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