Quelle: Blätter 1974 Heft 12 (Dezember)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       GEMEINSAME ERKLÄRUNG DER UDSSR UND DER USA ZUR FRAGE DER
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       STRATEGISCHEN OFFENSIVWAFFEN VOM 24. NOVEMBER 1974
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       (Wortlaut)
       
       Während ihres  Arbeitstreffens im  Gebiet von  Wladiwostok am 23.
       und 24.  November 1974  erörterten der Generalsekretär des ZK der
       KPdSU, Leonid  Breschnew, und der Präsident der USA, Gerald Ford,
       ausdrücklich die  Frage der weiteren Begrenzung der strategischen
       Offensivwaffen.
       Sie bekräftigten  die große Bedeutung, die sowohl die Sowjetunion
       als auch  die Vereinigten  Staaten von Amerika der Begrenzung der
       strategischen Offensivwaffen  beimessen. Sie  sind überzeugt, daß
       ein langfristiges  Abkommen über  diese Frage  ein beträchtlicher
       Beitrag zur  Verbesserung der  Beziehungen zwischen der UdSSR und
       den USA,  zur Verminderung der Kriegsgefahr und zur Festigung des
       Weltfriedens sein würde.
       Sie verwiesen  auf den  Wert der  vorangegangenen  Abkommen  über
       diese Frage,  einschließlich des  Abkommens vom 26. Mai 1972, und
       bekräftigten ihre Absicht, ein weiteres Abkommen über die Begren-
       zung der  strategischen Offensivwaffen  für den Zeitraum bis Ende
       1985 abzuschließen.
       Im Ergebnis  des Meinungsaustauschs über den Inhalt eines solchen
       Abkommens gelangten  der Generalsekretär des ZK der KPdSU und der
       Präsident der USA zu der Schlußfolgerung, daß günstige Aussichten
       bestehen, die  Ausarbeitung des  Abkommens im  Jahre  1975  abzu-
       schließen. Es  wurde Übereinstimmung  darin erzielt,  daß weitere
       Verhandlungen auf folgenden Festlegungen beruhen werden:
       1) Das neue  Abkommen wird  die entsprechenden  Bestimmungen  des
       zeitweiligen Abkommens vom 26. Mai 1972 einschließen, die bis Ok-
       tober 1977 in Kraft bleiben.
       2) Das  neue Abkommen  wird den Zeitraum vom Oktober 1977 bis 31.
       Dezember 1985 abdecken.
       3) Das neue  Abkommen, basierend  auf dem  Prinzip der Gleichheit
       und der  gleichen Sicherheit, wird folgende Einschränkungen bein-
       halten:
       a) Beide Seiten  werden das  Recht haben,  über bestimmte verein-
       barte Gesamtmengen von Trägern strategischer Waffen zu verfügen.
       b) Beide Seiten  werden das  Recht haben,  über bestimmte verein-
       barte Gesamtmengen  von interkontinentalen  ballistischen Raketen
       und von ballistischen Raketen auf Unterseebooten, die mit indivi-
       duell lenkbaren  Mehrfachsprengköpfen ausgerüstet sind, zu verfü-
       gen.
       4) Das neue  Abkommen wird  eine Bestimmung über weitere Verhand-
       lungen zur  Frage weiterer Begrenzung und einer eventuellen Redu-
       zierung der strategischen Rüstungen in der Zeit nach 1985 enthal-
       ten, diese Verhandlungen müssen spätestens 1980/81 beginnen.
       5) Die Verhandlungen  zwischen Delegationen der UdSSR und der USA
       zur Ausarbeitung  eines neuen  Abkommens, das  die oben genannten
       Bestimmungen enthalten soll, werden im Januar 1975 in Genf wieder
       aufgenommen.
       

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