Quelle: Blätter 1975 Heft 03 (März)


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       Wirtschaftsinformation
       
       AUS DEM ALLTAG DER MARKTWIRTSCHAFT *)
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       Bei 7755  Stichprobenprüfungen zur  Überwachung der  Füllmenge in
       Fertigpackungen haben  die Eichämter Nordrhein-Westfalens im ver-
       gangenen Jahr in 1126 Fällen (14,5 Prozent) Unterschreitungen des
       einzuhaltenden  Mittelwertes  festgestellt.  Das  ist  vom  Wirt-
       schaftsministerium in Düsseldorf mitgeteilt worden. ...
       "Frankfurter Allgemeine Zeitung" v. 26.2.1975
       
       Der Verwaltungsausschuß  der Zentralstelle  für die  Vergabe  von
       Studienplätzen (ZVS)  wird am Donnerstag kommender Woche über die
       Einbeziehung acht  weiterer Fächer  in den  bundesweiten  Numerus
       clausus  (NC)  und  Änderungen  der  Durchführungsverordnung  zum
       Staatsvertrag über die Vergabe von Studienplätzen beschließen.
       Bislang sind  bundesweit die  Studienplätze in  folgenden Fächern
       beschränkt: Architektur,  Bauingenieurwesen, Biochemie, Biologie,
       Chemie, Elektrotechnik,  Haushalts- und Ernährungswissenschaften,
       Lebensmittelchemie, Medizin,  Zahnmedizin, Psychologie  und  alle
       Fächerkombinationen mit Biologie und Chemie. Die Vergabe von Stu-
       dienplätzen erfolgt  in diesen  Fächern ausschließlich  über  die
       Dortmunder ZVS.  Zum Wintersemester  1975/76 sollen  die  Fächer:
       Wirtschaftswissenschaften, Rechtswissenschaften,  Anglistik, Geo-
       graphik, Mathematik, Physik, Informatik und Pädagogik in das bun-
       desweite Vergabesystem einbezogen werden. ...
       "Handelsblatt" v. 20.2.1975
       
       Nachhilfeunterricht ist  gefragt und teuer. Weil immer mehr Schü-
       ler die  weiterführenden Schulen  besuchen und  weil nun noch der
       Druck vom Numerus clausus hinzukommt, gehen auch immer mehr Schü-
       ler in  die "Schule  nach der Schule". Das Geld, das sie dafür zu
       zahlen haben, differiert in der Höhe erheblich. Süddeutsche Schü-
       ler, die  Nachhilfeunterricht erteilen,  sind, so scheint es, mit
       sieben Mark  je Zeitstunde  am billigsten;  die Spitze  wird  von
       norddeutschen Studienräten  gehalten, die bis zu 50 Mark je Drei-
       viertelstunde verlangen und erhalten, vor allem für Unterricht in
       Mathematik, der  am begehrtesten und damit auch am teuersten ist.
       In anderen Fächern sind für Schüler als Nachhilfelehrer bis zu 15
       Mark, für  Studenten etwa  20 Mark  und für examinierte Lehrer in
       der Regel mehr als 25 Mark zu zahlen. ...
       "Frankfurter Allgemeine Zeitung" v. 20.2.1975
       
       In diesem  und im  kommenden Jahr  werden in Bayern etwa 2100 von
       den Universitäten  kommende Lehramtskandidaten vor verschlossenen
       Türen stehen.  Auf Grund  der Wirtschafts- und Finanzlage konnten
       nach Angaben von Kultusminister Maier für sie im Haushalt 1975/76
       keine Planstellen geschaffen werden.
       Der größte Teil der 900 Bewerber für den staatlichen Schuldienst,
       die 1975, und der 1200 Bewerber, die 1976 nicht angestellt werden
       könnten, würde  zwar dringend  benötigt. Viele pädagogische Plan-
       ziele ließen  sich zumindest in diesem Haushalt aber nicht errei-
       chen. ...
       "Die Welt" v. 1./2.2.1975
       
       Für 1975  muß mit  einer deutlich  rückläufigen Finanz-  und Lei-
       stungskraft der  Kommunen gerechnet  werden. Die reale Investiti-
       onstätigkeit der  Gemeinden geht  - so der "Gemeindefinanzbericht
       1975" des Deutschen Städtetages - mangels ausreichender Finanzie-
       rungsmöglichkeiten zurück. ...
       "Handelsblatt" v. 11.2.1975
       
       In Rheinland-Pfalz  fehlen, das  geht aus einer Umfrage der Kran-
       kenhausgesellschaft hervor,  vor allem in den ländlichen Kranken-
       häusern Ärzte,  vorwiegend Internisten und Chirurgen. In 30 Kran-
       kenhäusern der Grund- und Regelversorgung mit insgesamt 71 haupt-
       amtlichen Fachabteilungen  sind die  Stellen für 16 Oberärzte und
       79 Assistenzärzte nicht besetzt. ... "Frankfurter Allgemeine Zei-
       tung" v. 25.2.1975
       
       Der Staat  Delaware (USA)  hat die  Zulassungsvoraussetzungen für
       Hunde- und Katzenfutter verschärft, um sicher zu gehen, daß diese
       Produkte keine  Schäden hervorrufen,  wenn sie  von Menschen ver-
       zehrt werden.  Mr.  Martin  Isaacs,  Landwirtschaftsminister  des
       Staates, sagte, er vermute, daß viele arme Leute in Delaware kon-
       serviertes Haustierfutter  äßen. "Es  tut mir  sehr leid, daß das
       passiert aber  da es  stattfindet, müssen  wir entsprechende Maß-
       stäbe anlegen", sagte Isaacs.
       AP-Meldung vom 16.10.1974
       
       Das amerikanische  Repräsentantenhaus genehmigte  die Vergabe von
       347 Millionen Dollar an Subvention für die zusammengebrochcne Ei-
       senbahngesellschaft Penn  Central Railroad  und mehrere andere in
       Konkurs befindliche  Eisenbahnlinien. Der  Senat hat bereits ent-
       sprechende Subventionen  verabschiedet, doch  muß ein gemeinsamer
       Vermittlungsausschuß beider  Häuser noch einen Kompromiß über die
       endgültige Höhe  der Staatszuschüsse  ausarbeiten. Das  Geld soll
       zur Überbrückung  von Finanzproblemen der Eisenbahngesellschaften
       eingesetzt werden, bis sie in einem neuen Eisenbahnnetz zusammen-
       gefaßt werden  können, das durch Streckenstillegungen und weitere
       Subventionen saniert werden soll.
       "Frankfurter Allgemeine Zeitung" v. 25.2.1975
       
       Mehrere europäische  Unternehmen und  Banken, darunter solche aus
       der Bundesrepublik  Deutschland, der Schweiz und Österreich, sol-
       len unter  Bruch der  gegen Rhodesien  gerichteten  UN-Sanktionen
       heimlich geholfen  haben, Rhodesiens  Stahlproduktion mehr als zu
       verdoppeln. Angeblich  beziehen zwei  deutsche  Unternehmen  über
       südafrikanische Tarnfirmen  auch illegal  Stahl aus der zusätzli-
       chen Produktion.  Dies geht  aus einem  Bericht des Sanktionsaus-
       schusses des Weltsicherheitsrates hervor. Der Ausschuß spricht in
       seinem Bericht von dem bisher schwersten Bruch der Sanktionen.
       Dem Bericht  zufolge waren an der Planung und Ausführung des Vor-
       habens, die  Stahlproduktion der  Rhodesian  Iron  &  Steel  Ltd.
       (Risco) von  400 000 auf  eine Million Jahrestonnen zu erweitern,
       seit 1972  mindestens ein  Dutzend europäischer Firmen und Banken
       zumindest vorübergehend  beteiligt, darunter  angeblich die Deut-
       sche Bank,  Klöckner &  Co., die Neunkircher Eisenwerk AG und die
       verstaatlichte Vereinigte  Österreichische Eisen-  und Stahlwerke
       AG (Vöest). ...
       "Frankfurter Allgemeine Zeitung" v. 8.2.1975
       
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       *) Ausgewählte Nachrichten aus der Wirtschaftspresse, zusammenge-
       stellt von Gerhard Kade.
       

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