Quelle: Blätter 1975 Heft 08 (August)


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       Ansprachen zu den Ergebnissen der KSZE in Helsinki
       
       OLOF PALME, MINISTERPRÄSIDENT DES KÖNIGREICHS SCHWEDEN
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       (Zusammenfassung)
       
       "Wir stehen bei dieser Konferenz vor zwei Aufgaben", erklärte der
       Redner. "Die  eine ist  die Bestätigung der bisher erreichten Re-
       sultate in der Zusammenarbeit zwischen den Völkern Europas. Diese
       Aufgabe erfüllen  wir, indem  wir das  Schlußdokument unterzeich-
       nen." Die andere Aufgabe sei, die Richtlinien für die Fortsetzung
       der Arbeit  aufzuzeigen. Die Grundlage dafür sei durch die Abkom-
       men geschaffen  worden, die  vor einigen  Jahren zwischen Ost und
       West zur  Normalisierung der  Lage in Mitteleuropa getroffen wur-
       den.
       In dem  damit eingeleiteten  Entspannungsprozeß sei  die  Sicher-
       heitskonferenz ein wichtiges Glied. "Nach unserer Auffassung", so
       betonte Palme,  "gibt es  keine Alternative zur Entspannungspoli-
       tik." Nun  komme es darauf an, Garantien für Frieden und Stabili-
       tät in Europa zu schaffen.
       Auf Abrüstungsprobleme  eingehend, äußerte  der Redner: "Wenn der
       politische Entspannungsprozeß  beständiger  und  vertieft  werden
       soll, muß  er von Maßnahmen unterstützt werden, die auf eine Ver-
       minderung der  Streitkräfte und auf eine wirkliche Abrüstung zie-
       len."
       Weiter betonte der schwedische Ministerpräsident: "Es war ein ge-
       meinsamer Ausgangspunkt  für die  Verhandlungen in  Helsinki  und
       Genf, daß sich eine fruchtbare Zusammenarbeit nur auf die Respek-
       tierung der  Unterschiede in  den  Gesellschaftssystemen  unserer
       Länder gründen kann." Die wesentlichen Züge dieser Systeme würden
       nicht durch Verhandlungen verändert werden.
       Über die Zusammenarbeit der europäischen Staaten nach dem Gipfel-
       treffen von  Helsinki äußerte  der Redner: "Der Konferenz sollten
       weitere multilaterale und bilaterale Verhandlungen folgen, um die
       schon erreichten  Resultate zu  erweitern und  zu vertiefen.  Wir
       finden, daß  multilaterale Beratungen wie diese Konferenz ein ge-
       eignetes Instrument dafür sind."
       

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