Quelle: Blätter 1978 Heft 03 (März)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       PRESSEERKLÄRUNG DES BUNDESVERBANDS BÜRGERINITIATIVEN UMWELTSCHUTZ
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       (BBU) GEGEN DIE NEUTRONENBOMBE VOM 1. MÄRZ 1978
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       (Wortlaut)
       
       Mit größtem Befremden wird in den Mitgliedsgruppen des Bundesver-
       bandes Bürgerinitiativen  Umweltschutz e.V.  (BBU) die derzeitige
       Diskussion über die Neutronenbombe verfolgt.
       Wie der  geschäftsführende Vorsitzende  des BBU, Roland Vogt, er-
       klärte, laufen die im Bundestag vertretenen Parteien Gefahr, auch
       in dieser  schwerwiegenden Frage das Vertrauen der Bevölkerung zu
       verlieren, da  sie mehr aus macht-taktischen Gründen handeln, als
       aus Sorge  über die  verheerenden Auswirkungen der Neutronenbombe
       für die Bevölkerung.
       Am Beispiel  der Neutronenbombe  ist deutlich  geworden, daß sich
       die Bürgerinitiativen  nicht nur gegen die Gefährdung durch Atom-
       kraftwerke, sondern  im stärkeren  Ausmaße gegen  das bei  weitem
       größere Vernichtungspotential durch atomare Waffen wenden müssen.
       Da die  herrschenden politischen  Parteien auch in diesem Bereich
       Gefangene ihrer eigenen Sachzwänge sind, wird die Umweltschutzbe-
       wegung ihren Protest auch in Form einer Friedensbewegung zum Aus-
       druck bringen.
       Die Anwendung  der Neutronenwaffe in den dichtbesiedelten Staaten
       Mitteleuropas trifft  zwangsläufig auch  große Teile der Zivilbe-
       völkerung. Die  radioaktive Verseuchung der Umwelt sowie langfri-
       stige genetische  Schäden vieler  Menschen werden die Folge sein.
       Die Bürgerinitiativen  in der  Bundesrepublik werden  daher gegen
       die Einführung der Neutronenbombe entschieden Widerstand leisten.
       Der BBU  wird mit  allen seinen  Mitgliedsgruppen in den nächsten
       Monaten eine  Informationskampagne über  die Gefahren der Neutro-
       nenbombe durchführen. Der BBU fordert die Bundesregierung und die
       politischen Parteien auf, eine breite öffentliche Diskussion über
       die Neutronenwaffe zuzulassen und wendet sich gegen eine Überrum-
       pelung der  Bevölkerung durch Entscheidungen hinter geschlossenen
       Türen.
       

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