Quelle: Blätter 1978 Heft 03 (März)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       AUFRUF ZUR INTERNATIONALEN KUNDGEBUNG FÜR DIE AUFLÖSUNG
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       DER SS-VERBÄNDE UND GEGEN DIE REHABILITIERUNG DES NAZISMUS
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       AM 22. APRIL 1978 IN KÖLN
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       (Wortlaut)
       
       Wir, Vertreter  von nationalen und internationalen Verbänden ehe-
       maliger Widerstandskämpfer  und Opfer des Nazismus aus allen Tei-
       len Europas, rufen auf zu einer großen Demonstration in Köln.
       
       Wir demonstrieren
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       - für die Auflösung der Verbände der ehemaligen SS
       - für das Verbot ihrer Treffen und Kundgebungen
       - gegen die Rehabilitierung des Nazismus.
       Die Nazi-Tyrannei  brachte durch Krieg und Massenterror, die über
       50 Millionen  Menschenleben und  unschätzbare Sachwerte kosteten,
       namenloses Leid über die europäischen Völker.
       Die SS und die Waffen-SS sind vom Nürnberger Kriegsverbrechertri-
       bunal als  kriminelle Vereinigung  verurteilt worden.  Jeder Ver-
       such, die  SS wieder zu beleben, ist verboten. Das ist in den im-
       mer noch  gültigen - Abkommen zwischen den alliierten Mächten von
       1945 sowie im Grundgesetz der BRD, das auf die bestehende Gültig-
       keit dieser  Abkommen ausdrücklich  Bezug nimmt,  festgelegt  und
       wird von den Vereinten Nationen, welche die Verbreitung rassisti-
       scher und  nazistischer Ideologie  einmütig verurteilt haben, mit
       Nachdruck unterstrichen.
       Die Verbände  der SS treten immer häufiger und immer provozieren-
       der auf. Sie führen Veranstaltungen durch, auf denen die Nazidik-
       tatur und  ihre führenden  Leute verherrlicht,  während jene, die
       gegen Hitler und für die Interessen des deutschen Volkes gekämpft
       haben, verleumdet werden. Das werden wir nicht hinnehmen.
       Die  überwältigende   Mehrheit  der   Bürger  der  Bundesrepublik
       Deutschland lehnt  den Nazismus  genauso ab  wie wir. Auch in der
       Zeit des  Widerstandskampfes und der Verfolgung haben wir nie das
       deutsche Volk mit Hitler und seinem Regime gleichgesetzt.
       Wir unterstützen  all jene,  die gegen  die Auftritte  alter  und
       neuer Nazis  kämpfen. Wir handeln in der Tradition der Männer und
       Frauen, die in Deutschland und in Europa im Kampf gegen die Nazi-
       diktatur ihr Leben gaben.
       Wir wollen am 22. April 1978 in Köln einen Beitrag zur Verständi-
       gung der  Völker leisten.  Wir demonstrieren  im Interesse  einer
       friedlichen und freien Zukunft unseres Kontinents.
       
       Wir appellieren
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       - an alle  Widerstandskämpfer, an  die Hinterbliebenen  der Opfer
       und ihre Organisationen,
       - an alle vom Nazismus aus politischen, rassischen und religiösen
       Gründen Verfolgten,
       - an alle Opfer des Nazikrieges:
       
       Unterstützen Sie unseren Kampf. Nehmen Sie teil an der großen
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       internationalen Manifestation am 22. April 1978 in Köln.
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       Demonstration: 14.00 Uhr ab Theodor-Heuss-Ring
       Kundgebung: 15.30 Uhr, Neumarkt
       
       Das  Internationale   Vorbereitungskomitee:  Amicale   de  Dachau
       (Belgien). Association  Nationale des Anciens Déportés Politiques
       dans les camps nazis / ANED (Italien); Auschwitz-Komitee (Nieder-
       lande); Front de l'Indépendance (Belgien); Internationale Födera-
       tion der  Widerstandskämpfer (FIR);  Internationales  Mauthausen-
       Komitee;  Internationales   Neuengamme-Komitee;  Vereinigung  der
       Verfolgten des  Naziregimes -  Bund der Antifaschisten (Bundesre-
       publik Deutschland)
       

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