Quelle: Blätter 1978 Heft 10 (Oktober)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ABSCHLUSSERKLÄRUNG DER INTERNATIONALEN KONFERENZ DER
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       SOLIDARITÄT MIT DEM KAMPF DER AFRIKANISCHEN UND ARABISCHEN
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       VÖLKER GEGEN IMPERIALISMUS UND REAKTION IN ADDIS ABEBA
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       VOM 14. BIS 17. SEPTEMBER 1978
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       (Wortlaut)
       
       1. Die Teilnehmer  der Internationalen Konferenz, die vom 14. bis
       17. September  1978 in  Addis Abeba stattfand - Vertreter von Re-
       gierungen, Parteien,  nationalen, internationalen  und regionalen
       Organisationen und  Nationalen  Befreiungsbewegungen  -  erklären
       ihre feste Solidarität mit dem Kampf der afrikanischen und arabi-
       schen Nationen  gegen Imperialismus,  Kolonialismus, Neo-Kolonia-
       lismus, Zionismus  und Rassismus,  für Freiheit,  Unabhängigkeit,
       sozialen, ökonomischen und kulturellen Fortschritt.
       2. Die Reden des Vorsitzenden des Provisorischen Verwaltungsrates
       und des  Ministerrates von  Äthiopien, Oberst  Mengistu Haile Ma-
       riam, und  des Ersten  Sekretärs der  Kommunistischen Partei, des
       Präsidenten des Staatsrates und des Ministerrates von Kuba, Fidel
       Castro, in der Eröffnungssitzung sowie die große Anzahl von Gruß-
       botschaften von Staatsoberhäuptern waren für alle Teilnehmer eine
       Quelle von Anregungen.
       3. Die Konferenzteilnehmer  stellen mit  großer Freude  fest, daß
       sich die  Bedingungen für  den  entschlossenen  Kampf  gegen  die
       Kräfte des  Krieges, der  Aggression, Expansion und des Neo-Kolo-
       nialismus günstig  entwickeln. Die  Völker Afrikas und der arabi-
       schen Länder  treten entschieden  für ihre  nationalen Rechte ein
       und kämpfen für ihre ökonomische und nationale Unabhängigkeit.
       4. Ihr Kampf  ist ein wichtiger Faktor im weltweiten Ringen aller
       fortschrittlichen Kräfte  um dauerhaften  und gerechten  Frieden,
       nationale Unabhängigkeit  und  gleichberechtigte,  internationale
       Zusammenarbeit.
       5. Aufgeschreckt durch  den unaufhaltsamen  und heroischen  Kampf
       der unterdrückten  Massen im Nahen Osten, in Asien und Lateiname-
       rika, nimmt  der Imperialismus zu neuen Taktiken Zuflucht. Er be-
       absichtigt eine  neue Form  der Unterdrückung, indem er die Herr-
       schaft über  die Wirtschaftspotentiale  der unabhängig gewordenen
       Länder aufrecht  zu erhalten  und ein neokolonialistisches System
       einzuführen sucht.  In der  Tat wurden  einige junge Nationen nur
       nominell und  nicht tatsächlich  unabhängig. Um  ihre ausbeuteri-
       schen Wirtschaftsbeziehungen und ihre strategischen Interessen zu
       sichern, übergaben die imperialistischen Mächte, insbesondere der
       US-Imperialismus, in  gewissen Fällen die politische Macht an Ma-
       rionettenregimes; sie ergriffen Maßnahmen, um Regierungen zu kor-
       rumpieren und  sich unterzuordnen,  und benutzen verschiedene Me-
       thoden, um fortschrittliche Regimes zu stürzen.
       6. Die afrikanischen  und arabischen  Völker  sowie  die  anderen
       kämpfenden Völker verstärkten ihren Kampf sowohl gegen äußere als
       auch gegen innere Feinde.
       7. Die Aktionseinheit  zwischen den  Kräften des  Sozialismus und
       den Nationalen Befreiungsbewegungen, die im Kampf gegen den Kolo-
       nialismus für  Freiheit und Unabhängigkeit entstand, ist heute zu
       einem überragenden  Faktor für Entwicklung und Fortschritt in der
       Welt geworden.  Der Kampf für Frieden und Abrüstung gehörte immer
       zu den  wichtigsten Zielen  der fortschrittlichen  Kräfte und der
       sozialistischen Länder,  denn der  Kampf um wirkliche Unabhängig-
       keit und  ökonomische Entwicklung ist eng mit dem Kampf für Frie-
       den und  Abrüstung verknüpft. Der richtige Weg ist Zusammenarbeit
       auf der Grundlage von Gleichberechtigung und insbesondere die Zu-
       sammenarbeit mit  den sozialistischen  Ländern. Es  ist unbedingt
       notwendig, die starke antiimperialistische Front aus den soziali-
       stischen Ländern,  den Nationalen Befreiungsbewegungen, den fort-
       schrittlichen Schichten in den Entwicklungsländern und der Arbei-
       terklasse und  den demokratischen Kräften in der kapitalistischen
       Welt zu festigen.
       8. Die Konferenz  in Addis Abeba stellt fest, daß der Imperialis-
       mus, der mit den lokalen Reaktionären Hand in Hand arbeitet, ver-
       sucht, die arabischen und afrikanischen Nationen auf ihrem Weg zu
       nationaler Unabhängigkeit, sozialem Fortschritt und internationa-
       ler Solidarität  aufzuhalten. Er  versucht, mit allen Mitteln die
       Abschaffung der rassistischen Regimes im südlichen Afrika zu hin-
       tertreiben und die Verwirklichung eines dauerhaften und gerechten
       Friedens im Nahen Osten zu blockieren.
       9. Diese Schlußfolgerung beruht auf Tatsachen wie:
       - die Einmischung der NATO in Zaire;
       - die zunehmende  Anzahl von  Intrigen des  Imperialismus und der
       Reaktion im Gebiet des Roten Meeres, des Horns und anderen Teilen
       von Afrika;
       - der Aufbau  der sogenannten  Panafrikanischen Streitmacht unter
       der Kontrolle von NATO-Regierungen;
       - die Anstrengungen,  einen südatlantischen Militärpakt zu schaf-
       fen;
       - der Einsatz von Söldnern;
       - die Versuche,  den mutigen  Kampf des  palästinensischen Volkes
       für seine  nationalen Rechte  zu unterdrücken und dem Nahen Osten
       Vereinbarungen aufzuzwingen, die den legitimen Interessen und Be-
       strebungen der arabischen Nationen schaden; und
       - die Versuche,  im Libanon und im Süden der arabischen Halbinsel
       Spannungen zu  schaffen, die sich insbesondere gegen die Demokra-
       tische Republik Jemen richten.
       10. Die Konferenz  hat die Haltung der chinesischen Führer analy-
       siert und  mit Entrüstung  und Befremden  deren Kollaboration mit
       reaktionären, imperialistischen  und faschistischen Regimes fest-
       gestellt, wie Chile, der Regierung Südafrikas und Israel.
       11. Die Teilnehmer der Konferenz klagen darüber hinaus die chine-
       sischen Führer  der Komplizenschaft  mit der Aggression gegen An-
       gola und Äthiopien und chauvinistischer, expansionistischer Poli-
       tik gegen das sozialistische Vietnam an. Die antisowjetische Hal-
       tung der chinesischen Führer dient nicht der Sache der nationalen
       Befreiungsbewegung.
       12. Die Teilnehmer erklären ihren festen Willen, den Rassismus im
       südlichen Afrika auszurotten, und fordern mit Entschiedenheit die
       Liquidierung des  Rassistenregimes in  Rhodesien und die Übergabe
       der vollen  Macht an das Volk von Zimbabwe; sie fordern den voll-
       ständigen Rückzug  Südafrikas aus  Namibia, die  Eliminierung des
       Systems der Apartheid und der Bantustans in der rassistischen und
       faschistischen Republik von Südafrika.
       13. Die Teilnehmer  verurteilen die  Verhängung des  Kriegsrechts
       und die  daraufhin erfolgte Verhaftung von Hunderten von Mitglie-
       dern der  Patriotischen Front  durch das  faschistische Smith-Re-
       gime. Die  Konferenz erklärt ihre feste Unterstützung für die Pa-
       triotische Front  Zimbabwes, die  SWAPO Namibias und den ANC Süd-
       afrikas, die einzigen authentischen Vertreter ihrer Völker.
       14. Die Konferenz  verurteilt die  gemeinsamen Anstrengungen  der
       westlichen imperialistischen  Mächte in  Zusammenarbeit mit ihren
       rassistischen  Stellvertretern,   den  kämpfenden   Völkern   von
       Zimbabwe und Namibia neokolonialistische Lösungen aufzuzwingen.
       15. Die  Konferenz  begrüßt  die  feste  Haltung  der  Frontstaa-
       ten-Angola, Botswana, Zambia, Moçambique und Tansania - bei ihrer
       umfassenden Unterstützung  des nationalen  Befreiungskampfes  der
       Völker im südlichen Afrika.
       16. Die Konferenz  erklärt ihre Unterstützung für die Unabhängig-
       keit und  Selbstbestimmung des  heroischen Volkes der Westsahara,
       das unter der Führung der POLISARIO kämpft.
       17. Der Sieg  des sozialistischen  Äthiopiens über die Kräfte des
       Feudalismus, Imperialismus, innerer und äußerer Reaktion ist eine
       lebendige Bestätigung  der  unerschöpflichen  und  unbezwingbaren
       Kraft derjenigen Nationen, die den Weg der Freiheit und des Fort-
       schritts gewählt haben. Die Teilnehmer der internationalen Konfe-
       renz bringen  ihre kämpferische  und brüderliche  Solidarität mit
       dem Volk  Äthiopiens zum Ausdruck und wünschen den Bürgern dieses
       alten afrikanischen  Landes  kraftvolle  Einigkeit,  Frieden  und
       Wohlergehen.
       18. Die Teilnehmer  der Konferenz übermitteln brüderliche Solida-
       ritätsgrüße den  palästinensischen Arabern,  die unerschütterlich
       und kühn den Verschwörungen von Imperialismus, Zionismus und ara-
       bischer Reaktion  widerstehen und  einen mutigen Kampf führen für
       ihre unveräußerlichen nationalen Rechte, für die Rückkehr in ihre
       Heimat, für  Selbstbestimmung und die Schaffung eines eigenen un-
       abhängigen Staates.  Die Konferenz  erklärt ihre feste Unterstüt-
       zung für die PLO, die einzige legitime Vertretung des palästinen-
       sichen Volkes.  Die Konferenz verurteilt die Politik der Separat-
       lösungen für  den arabisch-israelischen  Konflikt. Die  Konferenz
       erklärt ihre  Unterstützung für  die vollständige Befreiung aller
       besetzten arabischen Territorien.
       19. Die Teilnehmer  der Konferenz  unterstreichen den großen Bei-
       trag der  Bewegung der  Nichtpaktgebundenen für den Kampf der Na-
       tionen gegen  den Imperialismus und die letzten Bastionen von Ko-
       lonialismus und  Rassismus. Sie  drücken ihre Zuversicht aus, daß
       die Gipfelkonferenz  der Nichtpaktgebundenen  im nächsten Jahr in
       Havanna, der Hauptstadt Kubas, ein Erfolg wird.
       20. Die Internationale Konferenz in Addis Abeba erklärt ihre hohe
       Wertschätzung und  Hochachtung vor  der Sowjetunion, vor Kuba und
       den anderen  sozialistischen Ländern,  ebenso wie  vor den  fort-
       schrittlichen Kräften der Welt für ihre selbstlose internationale
       Hilfe und  Unterstützung für die afrikanischen und arabischen Na-
       tionen in  ihrem gerechten Kampf. Die praktische und wirksame So-
       lidarität Kubas  ist zu  einem überaus bedeutenden Faktor für die
       Befreiung Afrikas und die Festigung der Unabhängigkeit geworden.
       21. Die Konferenz erklärt mit Entschiedenheit, daß die Völker der
       Welt unvermeidbar über die Kräfte des Imperialismus und der Reak-
       tion siegen werden.
       22. Es werden  Freiheit und  Demokratie, Frieden  und Fortschritt
       für die  afrikanischen und  arabischen Nationen und für die ganze
       Welt herrschen.
       

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