Quelle: Blätter 1980 Heft 01 (Januar)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       "FRAUEN FÜR DEN FRIEDEN - FRAUEN GEGEN WETTRÜSTEN"
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       APPELL SOZIALDEMOKRATISCHER FRAUEN VOM 3. DEZEMBER 1979
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       (Wortlaut)
       
       Eine friedliche  Zukunft für Kinder und Enkel zu sichern, ist ein
       uraltes Streben der Menschheit.
       Die sozialdemokratischen  Frauen haben  in der Vergangenheit alle
       Bemühungen, Frieden zu sichern, aktiv unterstützt.
       In der gegenwärtigen Lage erklären sie sich solidarisch mit allen
       Kräften der  Vernunft in  Ost und  West, in  den hochentwickelten
       Staaten und den Ländern der Dritten Welt.
       Die sozialdemokratischen  Frauen sind  in  der  Überzeugung,  daß
       Friedenspolitik sich gründen muß auf
       - Gewaltverzicht,
       - friedliche Konfliktregelung,
       - Interessenausgleich und Zusammenarbeit und
       - Anerkennung der Sicherheitsbedürfnisse aller Beteiligten.
       Diese Prinzipien  prägen die  Entspannungspolitik, entworfen  und
       vertreten von  Willy Brandt,  Helmut Schmidt,  Herbert Wehner und
       Egon Bahr.
       Die sozialdemokratischen  Frauen sind stolz auf diesen eigenstän-
       digen Beitrag  der deutschen  Sozialdemokraten zur Friedenssiche-
       rung. Sie unterstützen das Engagement vieler Bürgerinnen und Bür-
       ger in der Bundesrepublik und in Europa gegen die Neutronenbombe,
       weltweites Wettrüsten  und Anhäufung  militärischer Rüstungen auf
       europäischem Boden. Sie teilen den deutlichen Wunsch nach Sicher-
       heit, Frieden und Abrüstung.
       Der spürbaren und tiefen Betroffenheit über das weitere Anwachsen
       der Rüstungspotentiale  durch eine  neue Runde  nuklearen Wettrü-
       stens -  trotz aktiver  Ansätze zur Rüstungskontrolle muß von den
       politisch Verantwortlichen  Rechnung getragen werden. Das Angebot
       der UdSSR,  Truppen zu vermindern und Waffen aus der DDR abzuzie-
       hen, eröffnet dazu neue Möglichkeiten.
       Die sozialdemokratischen  Frauen fordern die Bundesregierung auf,
       nicht nur  diese Vorschläge  ernsthaft und  eingehend zu  prüfen,
       sondern in  Übereinstimmung mit  den Verbündeten Verhandlungen zu
       beginnen, mit dem Ziel
       
       - eine neue Runde des Wettrüstens und
       - die Gefahr des Selbstmordes
       
       der europäischen Völker durch neue Waffen auszuschließen.
       Dieses Ziel kann nur erreicht werden durch
       
       - Stopp weiterer nuklearer Aufrüstung und
       - Abbau nuklearer  Rüstung mit dem Ziel, ein Gleichgewicht herzu-
       stellen,
       - Gleichgewicht konventioneller Waffen
       - gegenseitige Manöverbeobachtung.
       
       Die sozialdemokratischen Frauen fordern alle Bürgerinnen und Bür-
       ger, gegen  die Produktion  neuer Mittelstreckenraketen und deren
       Stationierung in der Bundesrepublik und Europa zu protestieren.
       Wir bitten Sie, mit Ihrer Unterschrift diese Forderung zu bekräf-
       tigen. Die Unterschriftensammlung wird am 8. März 1980, dem Frau-
       enfriedenstag, von  der Arbeitsgemeinschaft  sozialdemokratischer
       Frauen  (ASF)   Bundeskanzler  Helmut   Schmidt   und   Verteidi-
       gungsminister Hans Apel übergeben.
       
       Erstunterzeichner
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       Uschi Pausch-Gruber, MdL (Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft so-
       zialdemokratischer Frauen  (AsF) in  Bayern) -  Lilo Seibel,  MdL
       (Vorsitzende der  AsF, Bezirk  Franken) -  Sigrid Skarpelis-Sperk
       (Vorsitzende  der   AsF,  Bezirk   Südbayern)   -   Lina   Bucher
       (Vorsitzende der AsF, Bezirk Niederbayern/Oberpfalz) - Ria Burke,
       MdL - Christa Herrer, MdL - Dr. Monika Hornig-Sutter, MdL - Hedda
       Jungfer,  MdL   -  Carmen   König,  MdL   -  Christa  Meier,  MdL
       (stellvertretende Vorsitzende  der bayerischen  SPD) - Dr. Helmut
       Rothemund (Vorsitzender  der SPD-Landtagsfraktion)  - Dr.  Jürgen
       Böddrich (stellvertretender  Vorsitzender  der  SPD-Landtagsfrak-
       tion) -  Karl-Heinz Hiersemann, MdL (stellvertretender Vorsitzen-
       der der SPD-Landtagsfrakion) - Xaver Wolf, MdL (stellvertretender
       Vorsitzender der  SPD-Landtagsfraktion) -  Dr. Peter Paul Gantzer
       (Beauftragter der  Fraktion für  Bundeswehrfragen) - Karl-Theodor
       Engelhardt, MdL  - Dietmar  Franzke, MdL  - Kurt  Gebhardt, MdL -
       Franz Götz, MdL - Horst Heinrich, MdL - Willi Kaiser, MdL - Franz
       Kick, MdL  - Sepp  Klasen, MdL - Hans Kolo, MdL - Rolf Langenber-
       ger, MdL  - Hans  Werner Loew, MdL - Rainer Messerer, MdL - Karl-
       Heinz Müller,  MdL - Hans Günter Naumann, MdL - Walter Schlosser,
       MdL -  Joachim Schmolcke,  MdL -  Otto Schumann,  MdL - Volker v.
       Truchseß, MdL  - Klaus Warnecke, MdL - Günter Wirth, MdL - Walter
       Engelhardt, MdL  - Hermann Niedermeier, MdL - Hilmar Schmitt, MdL
       - Otto  Werner, MdL  - Dietmar  Zierer, MdL - Uwe Lambinus, MdB -
       Dieter Lattmann,  MdB -  Dr. Rudolf  Schöfberger, MdB - Elisabeth
       Endres, (Schriftstellerin)  - Bernt  Engelmann (Schriftsteller) -
       Angelika Mechtel  (Schriftstellerin)  -  Luise  Rinser  (Schrift-
       stellerin)  -  Jürgen  Heckel  (Gewerkschaftssekretär)  -  Ulrike
       Mascher  (Betriebsrat,   stv.  Vorsitzende  der  SPD  München)  -
       Ingeborg Steinlandt (Betriebsrat) - Jürgen Vahlberg (Mitglied des
       Bezirksvorstandes der SPD Südbayern)
       

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