Quelle: Blätter 1980 Heft 04 (April)


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       DAS KONZEPT DES F.J. STRAUSS
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       Aus Reden und Schriften des Kanzlerkandidaten (II) *)
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       V. Antikommunismus als Allzweckwaffe
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       Am Ende unserer Generation darf es keinen Kommunismus mehr geben.
       Der Kurier, 9.3.1965
       
       Ich nenne  jeden einen  potentiellen Kriegsverbrecher,  der durch
       Schwächung der  westlichen Abwehrkraft  dem kommunistischen Osten
       strategische Vorteile verschafft.
       
       Hans Frederik, Franz Josef Strauß..., S. 203
       
       Einen Sittlichkeitsverbrecher  läßt man auch nicht frei herumlau-
       fen...
       
       Über die Sowjetunion Zit. nach: ebenda. S. 287
       
       Das Zusammenwirken von Sozialisten und Kommunisten
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       ist der falsche Weg...
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       Wenn die  Freiheit in  Europa bedroht ist, dann nur durch den So-
       zialismus.
       
       Bild, 22.6.1976
       
       Ich weiß, daß es heute beinahe lebensgefährlich ist, wenn man An-
       tikommunist ist oder als Antikommunist bezeichnet wird.
       
       F. J. Strauß: Grundfragen deutscher Politik..., S. 21
       
       Er, Strauß,  stehe hier,  "um dem  Volk zu sagen, daß Bayern frei
       bleiben wird  und Deutschland vom Marxismus wieder befreit werden
       wird".
       
       Am 13.7.1974  in München  Zit. nach:  Klaus Warnecke, Franz Josef
       Strauß S. 6
       
       Was Sie  wollen, ist  kommunistische Diktatur, ist der Terror des
       roten Pöbels,  ist die  Anarchie kommunistischer Terrorbanden. Es
       ist höchste Zeit, daß dieser rote Terror gebrochen wird.
       
       FAZ, 17.9.1979
       
       Die Zukunft  der Unionsparteien  liegt in der Alternative zur so-
       zialistischen Gesellschaftspolitik  und liegt im Widerstand gegen
       eine der Sowjetunion hilfreiche Außenpolitik.
       
       Bayernkurier, 20.7.1974
       
       Auf europäischem Boden bestehen zu beiden Seiten der durch Gewalt
       geschaffenen und  durch Diktatur aufrechterhaltenen Demarkations-
       linie zwei verschiedene Gesellschaftssysteme, die man schlechter-
       dings mit  Freiheit im westlichen und mit Unfreiheit im östlichen
       Lager Europas gleichsetzen darf.
       
       F. J. Strauß, Zur Lage..., S. 45 f.
       
       Die europäischen  Völker treten in den entscheidendsten Abschnitt
       ihrer Nachkriegsgeschichte  ein. Jetzt  stehen sie  vor der  Ent-
       scheidung für ein freies oder für ein Volksfront-Europa.
       
       Ebenda, S. 54
       
       Die europäischen  Völker stehen  vor der Entscheidung: freies Eu-
       ropa oder  Volksfront-Europa, denn ein Volksfront-Europa kann nie
       ein freies  Europa sein.  Das Zusammenwirken  von Sozialisten und
       Kommunisten... ist der falsche Weg.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Befreiung vom Marxismus: Praktische Beispiele
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       Wir leben  in einem  technischen Zeitalter, in dem die vereinigte
       Stärke unserer  Bundesgenossen ausreicht,  um das  Reich der  So-
       wjetunion von der Landkarte streichen zu können.
       
       Nürnberger Nachrichten, 13.11.1956
       
       Die militärische  Entscheidung in  Chile verhinderte eine Gewalt-
       strategie der  Sowjetunion in Südamerika. Dies war ein gewaltiger
       Schlag gegen  den internationalen Kommunismus und gegen seine ag-
       gressive Expansion.  Wer diese  chilenischen Ereignisse  nicht so
       sieht, wie sie sind, der ist einfach gesagt: dumm.
       
       El Mercurio, 22.11.1977
       
       Freiheit und  Kommunismus sind  unvereinbar wie Feuer und Wasser,
       wo Freiheit  ist, verschwindet  der Kommunismus. Noch nie ist ein
       marxistisches System  mit dem  Stimmzettel entstanden, und da, wo
       es entstanden  ist, wie  in Chile, hat es sich selbst ad absurdum
       geführt, mit Allende seinerzeit.
       
       Bayernkurier, 1.3.1980
       
       Die französische  Nationalversammlung hat  den EVG-Vertrag  prak-
       tisch abgelehnt.  Die erste  Frage für uns lautet: Hat hier wirk-
       lich Frankreich gesprochen? Nach arithmetischer Rechnung hat sich
       eine klare  Mehrheit so  entschieden. Aber diese Mehrheit ist zu-
       stande gekommen,  weil hundert  kommunistische Abgeordnete  dabei
       den Ausschlag gegeben haben.
       
       F. J.  Strauß nach der entscheidenden Abstimmung in der französi-
       schen Nationalversammlung,  in der die EVG (Europäische Verteidi-
       gungsgemeinschaft) abgelehnt  wurde. Zit.  nach: Thomas  Dalberg,
       Franz Josef Strauß, Gütersloh 1968, S. 91
       
       Sie werden verstehen, daß ich die sogenannte Volkskammer, das ist
       die Scheinvertretung  im kommunistisch regierten und beherrschten
       Teil Deutschlands,  in meinen Augen eine sowjetrussische Kolonie,
       nicht als Parlament anerkenne. Denn wir sind natürlich auch hell-
       hörig, wenn  die Kommunisten von der Freiheit oder von der Bedro-
       hung der Freiheit reden. Diese verstehen unter Freiheit die Frei-
       heit der  Funktionäre gegen das Volk, nicht aber die Freiheit der
       Menschen.
       
       F. J.  Strauß am  21.11.1977 in Junta-Chile Zit. nach: Politische
       Studien, 4/1977, S. 112
       
       Die Grundrechte  des Bürgers  dürfen nicht schrankenlos jenen ge-
       währt werden, die diese Rechte nur zur Zerstörung unseres Staates
       sowie der gesellschaftlichen und sittlichen Ordnung mißbrauchen.
       
       Die Welt, 9.4.1977
       
       Was wir  nicht wollen,  das sind  kommunistische Lehrer, Richter,
       Polizeibeamte, Verwaltungsbeamte  und technische Funktionäre. Das
       wollen wir nicht.
       
       Bayernkurier, 3.7.1976
       
       Das Wort "Berufsverbot" ist ein Requisit aus der Sprache der psy-
       chologischen Kriegsführung der Kommunisten.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Es scheint  das Versprechen gegeben worden zu sein, der DKP nicht
       die Verfassungswidrigkeit  zu testieren, sondern sie legal zu be-
       handeln und  denen, die  sich zu  ihr bekennen, dann auch den Weg
       zum Staatsdienst  nicht zu verbauen. Dazu kommt die vage und trü-
       gerische Hoffnung  auf das  Wohlverhalten der nur "defensiv gerü-
       steten" UdSSR... Hier erhebt sich die Frage, stehen Sinn und Text
       des Grundgesetzes noch im Einklang mit diesen immer wieder und in
       der gleichen  Richtung, nicht  ohne Erfolg, unternommenen Schrit-
       ten?
       
       Politische Studien, 2/1979, 12 f.
       
       Die Gefahr  ist die  Politik der  vielen kleinen  Schritte in der
       gleichen Richtung, die zu einem Zustand führt, der dann durch uns
       Demokraten mit demokratischen Mitteln nicht mehr umgekehrt werden
       kann.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Darum müssen die Linken weg
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       Der Sozialismus  ist heute für weite Kreise in der Bundesrepublik
       - in der Sache zu Unrecht, aber durch Propaganda herbeigeführt -,
       gleichbedeutend mit  Demokratie, Freiheit, Gerechtigkeit, Mensch-
       lichkeit usw.  geworden... Die  CDU und CSU waren und sind Volks-
       parteien moderner Prägung, aber sie mußten zusehen, wie die Linke
       die Jugend mit einer uralten Ideologie für sich mobilisiert hat.
       
       Die Welt, 14.2.1973
       
       Das Unglaubliche  ist die  psychologische  Anfälligkeit  gewisser
       Kreise für  marxistische Denkansätze. Die Revolution ist kein Ar-
       beiterproblem. Sie  ist ein Intellektuellenproblem. Das wird ver-
       schlimmert, wenn  freischwebende Intelligenz  keine  unmittelbare
       Verantwortung in  der Praxis hat, der tatsächlichen Erfahrung er-
       mangelt, und wenn sie Vernunft mit Kritik verwechselt.
       
       Die Welt, 6.10.1977
       
       Wenn man  heute da  oder dort  eine totale  Kritik an den gesell-
       schaftlichen Verhältnissen  erlebt, meistens von denen, die alles
       bestreiten, außer  ihren Lebensunterhalt  - es  bleibt dabei: der
       Fortschritt kommt vom Können, vom Fleiß und von der Leistung.
       
       Bayernkurier, 1.3.1980
       
       Die Sozialisten  haben die  Sprache besetzt, haben Begriffe ihres
       Inhalts entleert,  haben sie  verbal beibehalten  und mit anderen
       Begriffen gefüllt.  Wenn man z.B. immer wieder liest, daß die So-
       zialisten anrennen  gegen  Fleiß,  Ordnung,  Leistungsbewußtsein,
       Disziplin und Können, weil dies Eigenschaften seien, die den Men-
       schen leichter  ausbeutbar machen:  die Funktionäre,  die das be-
       haupten, kann  man nicht  ausbeuten, weil  die lieber die anderen
       ausbeuten, als sich ausbeuten zu lassen.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Die Sozialisten sind und bleiben die Erzfeinde marktwirtschaftli-
       cher Freiheit.  Das ist auch nicht verwunderlich, denn die Sozia-
       listen sind die einzigen echten Reaktionäre unserer Zeit. Sie be-
       ziehen ihr Weltbild aus der industriellen Steinzeit.
       
       Bayernkurier, 6.10.1979
       
       Der Marxismus  ist unbrauchbar als Geschichtsdeutung, unbrauchbar
       als politische Ökonomie, unbrauchbar als soziologische Disziplin,
       unbrauchbar als  politische Philosophie.  Und der  Marxismus  ist
       auch unbrauchbar  für die  Anwendung im  täglichen Leben.  Er ist
       auch als philosophische Lehre unbrauchbar.
       
       Die Welt, 6.10.1977
       
       Der Sozialismus kann nicht leugnen, daß er drei menschen- und ge-
       sellschaftsfeindliche Eigenschaften  züchtet, nämlich Neid, Feig-
       heit und Faulheit.
       
       F. J. Strauß, Zur Lage..., S. 191
       
       Wenn die  Demokratisierung weit  genug fortgeschritten  ist, dann
       endet sie im kommunistischen Zwangsstaat.
       Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 1.1.1978
       Darum müssen  die Linken weg, damit der Neid verschwindet und das
       Volk wieder eine gesicherte Grundlage hat.
       
       Bayernkurier, 13.3.1976
       
       Der mutige Bürger, der die roten Ratten jagt
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       Was wir  hier in diesem Land brauchen, ist der mutige Bürger, der
       die roten  Ratten dorthin  jagt, wo  sie hingehören - in ihre Lö-
       cher.
       
       Die Welt, 23.9.1974
       
       Der Geist der SA und SS wird heute von den Terrorbanden der Roten
       repräsentiert.
       
       Bild, 15.9.1979
       
       Wir wollen keine Anarchie und keine Terrorbanden.
       
       Express, 15.9.1979
       
       Was sie  wollen, das ist der Terror des roten Pöbels... Hier gibt
       es die  Grauzone linker  Terroristen, eine  Grauzone, die bei dem
       linken Flügel  der SPD  anfängt und  die bei den Kommunisten sich
       fortsetzt. Die  Vertreter dieser  Grauzone, die  Vertreter dieses
       Terrors haben wir hier auf diesem Platz.
       
       Frankfurter Rundschau, 27.9.1979
       
       Heute erleben  wir das gleiche wieder, daß gewisse rote Wühlmäuse
       an allen  Ecken und  Enden nagen, um unser liberales, tolerantes,
       soziales System  der Freiheit als ein System in Anführungszeichen
       darzustellen, das möglichst bald durch ein anderes System ersetzt
       werden müsse.
       
       Bayernkurier, 9.7.1977
       
       Hierzu bemerke  ich, daß Mitglieder der Gruppe, die sich gern au-
       ßerparlamentarische Opposition nennt, in der Bundesrepublik nicht
       nur eine systematische Behinderung der Polizei und anderer Behör-
       den bei  ihrer Aufklärungs-  und Sicherheitstätigkeit  betreiben,
       sondern darüber hinaus Verhaltensweisen zeigen, die sonst nur für
       Geisteskranke bezeichnend sind.
       
       Fernschreiben an den Richterbund
       Zit. nach: Der Spiegel, 28.7.1969
       
       ... diese  verdreckten Vietcong-Anhänger,  die da  öffentlich Ge-
       schlechtsverkehr treiben.
       
       Der Spiegel, 29.7.1968
       
       Diese Personen nützen nicht nur alle Lücken der Paragraphen eines
       Rechtsstaates aus,  sondern benehmen  sich wie Tiere, auf die die
       Anwendung der  für Menschen  gemachten Gesetze nicht möglich ist,
       weil diese  Gesetze auch  bei Rechtsbrechern  noch mit Reaktionen
       rechnen, die  der menschlichen Kreatur eigentümlich sind. Ich bin
       über diese Vorfälle ebenso bestürzt wie empört. Der Auftrieb, der
       dadurch rechtsradikalen  Elementen mit  ihrem bekannten  Ruf nach
       Ordnung und  Sicherheit gegeben  wird, ist  unverkennbar.  Dieser
       Terror muß jetzt endlich gebrochen werden...
       
       Der Spiegel, 28.7.1969
       
       ... dann  möchte ich  wissen, wieviele Sympathisanten der Baader-
       Meinhof-Verbrecher in  der SPD- und FDP-Fraktion in Bonn drinsit-
       zen. Es ist ein ganzer Haufen.
       
       Sonthofener Rede, 19.11.1974
       
       Und jetzt  hier in demokratischer Gemeinsamkeit zu sagen, wir De-
       mokraten in SPD/FDP und CDU/CSU, wir halten also jetzt nun zusam-
       men in dieser Situation, hier müssen wir den Rechtsstaat retten -
       das ist  alles blödes  Zeug! Wir  müssen sagen,  die SPD  und FDP
       überlassen diesen  Staat kriminellen  und politischen  Gangstern.
       Und zwischen  kriminellen und politischen Gangstern ist nicht der
       geringste Unterschied,  sie sind alle miteinander Verbrecher. Und
       wenn wir  hinkommen und  räumen so  auf, daß  bis zum Rest dieses
       Jahrhunderts von diesen Banditen keiner es mehr wagt, in Deutsch-
       land das  Maul aufzumachen.  Selbst wenn wir es nicht ganz halten
       können. Aber den Eindruck müssen wir verkörpern.
       
       Ebenda
       
       Mit Ratten und Schmeißfliegen führt man keine Prozesse.
       
       Der Spiegel, 25.12.1978
       
       ZEIT: Es ging also um eine politische Auseinandersetzung?
       STRAUSS: Es  ging und  geht darum.  1978 versuchte Engelmann nach
       dem Fall  Filbinger einen  Fall Strauß zu konstruieren. Da ging's
       ja dann  los: So,  jetzt können  wir dann  einen nach dem anderen
       aufs Korn  nehmen, da  war auch der Carstens dran, und dann haben
       sie alles Mögliche damals in jener Pressekonferenz behauptet. En-
       gelmann hat  dort das  große Wort  geführt. Und auf die Frage, ob
       ich prozessiere,  habe ich  gesagt: Nein.  Warum nicht?  Weil ich
       nicht mit "Ratten und Schmeißfliegen" einen Prozeß führe. Das hat
       auch nichts  mit Unbesonnenheit  zu tun, ich kann eiskalt austei-
       len.... Als  Antwort auf die oben erwähnte Pressekonferenz Engel-
       manns habe  ich gesagt:  Ich führe keinen Prozeß gegen Ratten und
       Schmeißfliegen - aus!
       ZEIT: Auf wen haben Sie sich...
       STRAUSS: ... das gilt für jedermann. Wer die Dreckschleuder gegen
       mich betätigt, ist für mich nicht prozeßwürdig.
       
       Die Zeit, 29.2.1980
       
       Ich scheue  mich nicht zu sagen, daß die ganze Entwicklung in den
       vergangenen Monaten die aufgegangene Saat einer jahrelang betrie-
       benen beispiellosen  Hetze und  Verlästerung gegen  unseren Staat
       durch verantwortungslose  Kräfte der  deutschen  Linksintelligenz
       ist.
       
       Die politische Information, Juli 1968
       
       Wer bei  uns lebt,  soll sein Land nicht schlecht machen. Wenn er
       es hier  unerträglich findet,  wem es  hier nicht  paßt, der kann
       rausgehen aus Deutschland.
       
       Rede in Vilshoven, 1964
       
       Gewerkschaften und CDU-Sozialausschüsse: Nette Ratschläge...
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       SPIEGEL: Wenn  Sie die Union von dem sauberhalten wollen, was Sie
       unter Sozialismus verstehen, dann müssen Sie Katzer und seine So-
       zialausschüsse rauswerfen.
       STRAUSS: Was  Sie für  nette Ratschläge  haben. Aber ich bin noch
       lange nicht  der Meinung, daß alles, was die Sozialausschüsse je-
       weils produzieren,  identisch ist mit der Meinung und mit den In-
       teressen der Arbeiter.
       
       Der Spiegel, 44/1970
       
       In der  sozialen Marktwirtschaft  ist kein Platz für den Klassen-
       kampf. Deshalb kann Arbeitnehmerpolitik niemals auch gleichbedeu-
       tend sein  mit Arbeitgeberfeindlichkeit.  Die Gewerkschaften  des
       DGB bekämpfen einseitig das Mittel der Aussperrung...
       
       Die Welt, 23.3.1979
       
       Diese Fragen  fordern auch  die Arbeitnehmer heraus. Denn die Si-
       cherheit der Arbeitsplätze, der in Jahrzehnten erworbene beschei-
       dene Wohlstand,  die persönliche  und politische Freiheit des Ar-
       beitnehmers sind gefährdet, wenn die Angriffe marxistischer Klas-
       senkampfstrategen die marktwirtschaftliche Ordnung erschüttern.
       
       F. J. Strauß, Zur Lage..., S. 15
       
       Sie sollen  doch einmal  sagen, wie  viele Kommunisten  aktiv als
       Funktionäre in  hohen und  höchsten Rängen  tätig sind. Warum wir
       Grund haben, diese Frage zu stellen? Weil die Gewerkschaften eine
       Trennungslinie ziehen,  die zur Besorgnis Anlaß gibt. Wer der NPD
       angehört: raus  aus der  Gewerkschaft! Gut, dagegen ist nichts zu
       sagen. Wer der KPD/ML angehört oder dem KBW: raus aus der Gewerk-
       schaft! Auch nichts dagegen zu sagen! Aber wer sich offen und ak-
       tiv zur DKP bekennt, ist in DGB-Gewerkschaften ein hoch angesehe-
       ner, voll  Ehren geachteter  Partner des gewerkschaftlichen Tuns.
       Diese Logik  verstehen wir nicht. Warum KPD/ML und KBW raus, aber
       die DKP rein?
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Und darum sollten sich die Sozialdemokraten hüten...
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       Hier lähmt  die chaotische,  zum Linkssozialistischen bis zum So-
       wjetophilen hin sich entwickelnde Gesamtpolitik der SPD die mili-
       tärpolitische Entscheidungsfreiheit  der Bundesrepublik  und  der
       Bundesregierung.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Und die  Propagandakanonen richten  sich jetzt  gegen uns  -  und
       darum sollten  sich die  Sozialdemokraten hüten,  in Formulierung
       und Methode mit den Kommunisten immer verdächtigere Ähnlichkeiten
       aufzuweisen.
       
       ARD, Panorama, 23.11.1970
       
       Ich habe  großen Respekt  vor dem  Typ, den man königlich bayeri-
       schen Sozialdemokrat nannte.
       
       Bayernkurier, 18.2.1978
       
       Auch in  der heutigen SPD wachsen die Kräfte, die ein sozialisti-
       sches System  anstreben und zu diesem Zweck national wie interna-
       tional bereits mit Kommunisten gemeinsame Sache machen.
       
       Deutschland-Magazin, 1.8.1979
       
       Wir sind  so weit,  daß sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete
       es sich erlauben können, mit Kommunisten in Verfolgung einer kom-
       munistischen Kampagne gemeinsam aufzutreten.
       
       Bayernkurier, 1.3.1980
       
       Die linken  Ränder von  SPD und  FDP dagegen sind ideologisch wie
       personell mit zahlreichen kommunistischen Gruppierungen verzahnt.
       
       Deutschland-Magazin, 1.8.1979
       
       Ich habe  die Jungdemokraten  immer als  die Playboy-Variante der
       Jungsozialisten bezeichnet.  Es sind die Snobmarxisten. Die Play-
       boymarxisten. Es gibt keinen Grund, diese Meinung zu ändern.
       
       Bayernkurier, 5.3.1977
       
       Rot = Braun
       -----------
       
       Kein dialektischer  Taschenspielertrick, keine  ideologische  Ge-
       schichtsklitterung und  keine marxistisch-gesellschaftliche Meta-
       physik können  jedoch die  geschichtliche Tatsache  aus der  Welt
       schaffen, daß  zumindest der  marxistische Sozialismus damit auch
       wesentlich in einer geistigen und politischen Tradition steht, in
       der säkularisierte  Theologien das Tausendjährige Reich des abso-
       luten Glücks  und der vollendeten Gerechtigkeit, das Reich Gottes
       auf Erden errichten wollen.
       Solche endzeitlichen  Ziele setzen natürlich auch immer Endlösun-
       gen voraus...
       
       F. J. Strauß, Zur Lage..., S. 159
       
       Hier liegen die Wurzeln autoritären Denkens. Und Sozialisten, be-
       sonders solche,  die zum  Marxismus tendieren,  haben genauso ein
       autoritäres Denken  wie es manche Rechtsradikale haben. Beide ha-
       ben sie  dieselbe Kappe  und mit  beiden haben wir als Partei der
       Mitte nichts, aber nichts gemeinsam.
       
       Bayernkurier, 13.3.1976
       
       Was uns  eint, ist  und sollte  die  Verneinung  eines  absoluten
       Feindbildes innerhalb  der demokratischen  Gemeinschaft sein. Wer
       einen Rasse-Gegner  oder einen  Klasse-Gegner aufstellt  -  einen
       Rasse-Gegner als  Nationalsozialist, einen Klasse-Gegner als Mar-
       xist -, der lebt im Grunde aus denselben ungeistigen Wurzeln, der
       lebt im  Grunde aus  der Verneinung der freiheitlichen, gewalten-
       teilenden, repräsentativen,  liberalen  Demokratie...  Wer  diese
       Ordnungsform bekämpft,  gehört dem  kollektivistischen Lager  an.
       Auf welcher  Seite er  steht, in welcher Farbe er es tut, und mit
       welchen Parolen  er es  vertritt,  ist  geistesgeschichtlich  und
       moralphilosophisch gleichgültig. Es ist in beiden Fällen derselbe
       ungeistige Nährboden freiheitswidriger Denkweisen.
       
       Bayernkurier, 22.12.1979
       
       ... daß  die geistesgeschichtliche  Auseinandersetzung, das  gei-
       stige Ringen  im letzten Viertel dieses Jahrhunderts in Europa um
       die Frage  Freiheit oder Kollektiv geht. In welcher Form das Kol-
       lektiv sich  bietet, ob  faschistisch oder  bolschewistisch,  ist
       dann nur eine Frage der Farbe...
       
       Bayernkurier, 9.7.1977
       
       In diese  Auseinandersetzung (gehört)  die  schonungslose  Durch-
       leuchtung der Rolle des Marxismus auf den sich alle jene berufen,
       innerhalb und  außerhalb der Reihen und Terroristen, die angetre-
       ten sind, unseren Staat zu zerstören, unsere freie und offene Ge-
       sellschaft zu "verändern"...
       
       Zivilcourage, 10-12/1979
       
       Der Marxismus  ist hier  nicht anders wie andere eifernde Ideolo-
       gien, die  den Weg  zur Hölle pflastern, ob das rechts oder links
       ist, ob  das Faschismus  oder Nationalsozialismus  auf der  einen
       oder Marxismus  und Kommunismus  auf der anderen Seite sind. Des-
       halb stehen  heute in der Bundesrepublik jene in Mitverantwortung
       und Mitschuld,  die zu den Wegbereitern und Propheten des Marxis-
       mus in den letzten Jahren gehörten.
       
       F. J. Strauß, Signale..., S. 203
       
       Volksfront - unter dem Deckmantel eines
       ---------------------------------------
       sogenannten Antifaschismus
       --------------------------
       
       Deshalb ist  auch ein marxistisch begründeter "Antifaschismus" im
       Grunde moralisch unglaubwürdig und intellektuell unredlich.
       
       F. J. Strauß, Zur Lage..., S. 40
       
       Sogar unter  dem Deckmantel eines sogenannten Antifaschismus läßt
       sich ein  neues sozialistisches Volksfrontverständnis des Verfas-
       sungskonsensus in  der Bundesrepublik  anstreben. Die  offizielle
       Parteizeitung der SPD hat am 1. Februar geschrieben: "Der Konsens
       heißt Antifaschismus.  Im 30. Jahr der Verfassung wird unablässig
       daran zu  erinnern sein,  daß der  Konsens, den buchstäblich alle
       politischen Gruppierungen  als Konsequenz  aus der  Erfahrung des
       Nationalsozialismus aus  den Konzentrationslagern,  dem Exil, den
       Gefangenenlagern und  von den Fronten mitbrachten, Antifaschismus
       und Antikapitalismus  heißt." Hier  wird dann eine Identität zwi-
       schen unternehmerischer  Wirtschaft und  Faschismus  hergestellt,
       das Gegensatzpaar heißt dann Antifaschismus und Antikapitalismus.
       Warum reden  sie denn  eigentlich nicht vom Antinationalsozialis-
       mus? Merkwürdig, wie zurückhaltend die Sozialisten werden mit der
       Verwendung des Begriffes Nationalsozialismus, wenn davor das Wort
       national steht.  Da heißt  es dann: der Hitlerfaschismus, der Fa-
       schismus im  allgemeinen; sie  wissen ganz  genau, daß  sie  hier
       einen wunden Punkt haben. Da nämlich, wo alle totalitären Ideolo-
       gien mit ihren kollektivistischen Zwangsgestaltungssystemen einen
       gemeinsamen ungeistigen Urgrund haben.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Ich möchte niemandem die Möglichkeit geben, mich absichtlich miß-
       zuverstehen. Ich  habe hier nicht von einer Identität von Sozial-
       demokraten und  Kommunisten gesprochen,  sondern ich habe von der
       Grauzone gesprochen,  in der  die Linken in der SPD, die Kommuni-
       sten als  Überzeugungstäter und  große Teile der Gewerkschaftsju-
       gend oder  ihrer Funktionäre  zusammengearbeitet haben und zusam-
       menarbeiten.
       
       Bayernkurier, 10.3.1979
       
       Wir lassen  auch keinen  Zweifel an unserer Entschlossenheit, daß
       wir... der  schrittweisen Auflösung  des Gesellschaftssystems ein
       Ende setzen wollen. Wenn in diesen letzten Stunden uns eine Reihe
       von Flugblättern  mit Aufrufen zu Massendemonstrationen, Protest-
       kundgebungen gegen  das Mißtrauensvotum  der Fraktion der CDU/CSU
       zuflattert, dann  handelt es  sich hier um merkwürdige Bündnisse.
       Wenn ich  hier lese, daß der Marxistische Studentenbund Spartakus
       aufruft,  die  DGB-Demonstration  von  heute  abend,  20.00  Uhr,
       Beethovenhalle zu besuchen, wenn es heißt, "stoppt Strauß, Barzel
       und Springer.  Für die  Ratifizierung der Verträge von Moskau und
       Warschau. Für  die Verteidigung  der  demokratischen  Rechte  und
       Freiheiten! Verhindert  den Sturz  der Regierung Brandt/Scheel" -
       ich könnte  noch weiteres  verlesen - diese Sprache ist uns nicht
       neu.... In  das gleiche Horn gehören die Aufrufe der Jungsoziali-
       sten, die  Angaben des  Deutschen Gewerkschaftsbundes  über Teil-
       streiks, Warnstreiks,  angekündigte Arbeitsniederlegung  usw. Wer
       diese Verfassung  ernst nimmt,  der nimmt  auch die  Bestimmungen
       ernst, daß  jeder gewählte  Abgeordnete nur  seinem Gewissen ver-
       pflichtet ist und seine Freiheit, danach zu handeln, nicht einge-
       schränkt werden  darf. Denn  das, so meinen wir, ist ein Anschlag
       auf die parlamentarische Demokratie.
       
       Bayernkurier, 6.5.1972
       
       Wir werden aufräumen. Wir wissen, wie wir dem roten Terror zu be-
       gegnen haben.
       
       Bild und NRZ, 15.9.1979
       
       ... weil  ich Gott  sei Dank der Exponent bin, einer der Exponen-
       ten,... die  sich bis  zur letzten Faser dagegen zur Wehr setzen,
       daß Hammer  und Sichel eines Tages in unseren Städten und Dörfern
       herrschen sollen.
       
       Hans Frederik, Franz Josef Strauß..., S. 177
       
       Die Zeit  drängt: Nun mag man darüber streiten, ob am Kernbestand
       der grundgesetzlich  garantierten Rechte und Freiheiten schon ge-
       nagt wird  oder noch  nicht, ob in Bonner Regierungskellern schon
       Zeitbomben ticken  oder noch nicht. Fest steht jedenfalls: In den
       nächsten Jahren  wird die  programmatische Alternative  "Freiheit
       oder Sozialismus"  durch die  politische Entwicklung  so oder  so
       abermals gerechtfertigt.
       
       Politische Studien, 2/1979, S. 13 f.
       
       Es ist Zeit, daß der Terror auch in diesem Gebiet gebrochen wird.
       
       Auf einer Wahlkundgebung in Essen Rheinische Post, 15.9.1979
       
       _____
       *) Vgl. Teil  I in "Blätter", 3/1980, S. 340-372. Eine wesentlich
       erweiterte Buchausgabe  erscheint in diesem Monat unter dem Titel
       "Originalton Strauß",  herausgegeben und  illustriert  von  Ernst
       Volland im Pahl-Rugenstein Verlag, Köln.
       

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