Quelle: Blätter 1980 Heft 04 (April)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       BERICHT DES "WISSENSCHAFTLICHEN FORUMS" DER KONFERENZ ÜBER
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       SICHERHEIT UND ZUSAMMENARBEIT IN EUROPA (KSZE), ABGEHALTEN
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       VOM 18. FEBRUAR BIS 3. MÄRZ 1980 IN HAMBURG
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       (Wortlaut)
       
       In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Schlußakte der Konfe-
       renz über  Sicherheit und  Zusammenarbeit in  Europa und  des Be-
       richts über  das vom  20. Juni bis 28. Juli 1978 in Bonn abgehal-
       tene Treffen von Experten, die die Teilnehmerstaaten und ihre na-
       tionalen wissenschaftlichen Einrichtungen vertraten, fand vom 18.
       Februar bis  3. März 1980 in Hamburg, Bundesrepublik Deutschland,
       das "Wissenschaftliche  Forum" statt.  Es wurde in Form einer Ta-
       gung führender Persönlichkeiten der Wissenschaft aus den Teilneh-
       merstaaten abgehalten.
       In der  Eröffnungssitzung des  "Wissenschaftlichen Forums" wurden
       die Teilnehmer vom Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt
       Hamburg, Hans-Ulrich Klose, willkommen geheissen und von Dr. Hil-
       degard Hamm-Brücher,  Staatsminister im Auswärtigen Amt, im Namen
       der Regierung der Bundesrepublik Deutschland begrüßt.
       Während der  ersten Arbeitssitzung  des Plenums  trugen Vertreter
       der UNESCO  und der  Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen
       für Europa  (ECE) ihre Beiträge vor. Die Vertreter der Delegatio-
       nen der Teilnehmerstaaten gaben Eröffnungserklärungen ab.
       Das Plenum  setzte vier  subsidiäre Arbeitsorgane für alternative
       Energiequellen, Nahrungsmittelerzeugung,  Medizin sowie  Geistes-
       und Sozialwissenschaften  ein. Vertreter  der UNESCO  und der ECE
       wurden eingeladen,  zusätzliche Beiträge in diesen Arbeitsorganen
       zu leisten.
       Das "Wissenschaftliche Forum" erörterte zusammenhängende Probleme
       von gemeinsamem  Interesse auf  dem Gebiet  gegenwärtiger und zu-
       künftiger Entwicklungen der Wissenschaften und Förderung des Aus-
       baus von  Kontakten, Verbindungen und des Informationsaustausches
       zwischen wissenschaftlichen  Einrichtungen und  zwischen  Wissen-
       schaftlern.
       In diesem  Zusammenhang befaßten  sich die subsidiären Arbeitsor-
       gane mit folgenden Gebieten und Gegenständen:
       Naturwissenschaften
       Wissenschaftliche Forschung, insbesondere Grundlagenforschung, im
       Bereich alternativen Energiequellen.
       Naturwissenschaften
       Wissenschaftliche Forschung, insbesondere Grundlagenforschung, im
       Bereich der Nahrungsmittelerzeugung.
       Medizin
       Gegenwärtige Tendenzen  in der medizinischen Forschung, insbeson-
       dere in  der Grundlagenforschung  und in  erster Linie über Herz-
       und Gefäßkrankheiten  sowie Geschwulst- und Viruserkrankungen un-
       ter Berücksichtigung des Einflusses der sich ändernden Umwelt auf
       die menschliche Gesundheit.
       Geistes- und Sozialwissenschaften
       Vergleichende Untersuchungen über gesellschaftliche, sozio-ökono-
       mische und  kulturelle Erscheinungsformen, insbesondere über Fra-
       gen der Umwelt des Menschen und der städtebaulichen Entwicklung.
       Die   subsidiären    Arbeitsorgane   prüften   ferner   die   dem
       "Wissenschaftlichen Forum" unterbreiteten schriftlichen Beiträge.
       Auf der Grundlage ihrer Beratungen fertigten sie Berichte an, die
       von dem  Plenum geprüft  wurden und  die in abgeänderter Form als
       Anlage 1-4 beigefügt sind.
       Als Ergebnis  seiner Arbeit  kam das "Wissenschaftliche Forum" zu
       nachstehenden Schlußfolgerungen:
       - Seit der Unterzeichnung der Schlußakte der KSZE ist es zu einer
       bedeutenden Ausweitung der internationalen Zusammenarbeit in For-
       schung und  Ausbildung sowie  im Informationsaustausch  gekommen.
       Dabei waren  jedoch die  Fortschritte auf einigen Gebieten größer
       als auf  anderen. Es wird bemerkt, daß der gegenwärtige Stand der
       internationalen wissenschaftlichen  Zusammenarbeit noch  in  ver-
       schiedener Hinsicht Verbesserungen erfordert. Derartige Verbesse-
       rungen sollten  bilateral und  multilateral auf  staatlicher  und
       nichtstaatlicher Ebene durch zwischenstaatliche und andere Abkom-
       men, internationale  Programme und Kooperationsprojekte und durch
       Schaffung angemessener  Möglichkeiten für  wissenschaftliche For-
       schung sowie  für umfassendere  Verbindungen und  Reisen, die für
       berufliche Zwecke notwendig sind, erreicht werden.
       - Dieses Ziel  kann jedoch nur durch die Achtung aller Prinzipien
       und die  volle Durchführung  der einschlägigen  Bestimmungen  der
       Schlußakte erreicht  werden. Alle  Teilnehmerstaaten werden daher
       dringend aufgefordert,  die Schlußakte  nach Geist und Buchstaben
       einzuhalten, insbesondere hinsichtlich der für die internationale
       wissenschaftliche Zusammenarbeit wesentlichen Bedingungen.
       - Es wird  ferner für  notwendig erachtet, festzustellen, daß die
       Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten durch alle Staaten
       eine der Grundlagen für eine bedeutende Verbesserung ihrer gegen-
       seitigem Beziehungen  und der  internationalen wissenschaftlichen
       Zusammenarbeit auf allen Ebenen darstellt.
       - Die Durchführung von Seminaren für Fortgeschrittene und Ausbil-
       dungskursen für  junge Wissenschaftler  aus Teilnehmerstaaten und
       anderen Staaten  sollte in  geeigneter Weise  unterstützt werden,
       damit diese  für kürzere oder längere Zeit neue wissenschaftliche
       Methoden studieren  können. Informationen  über diese Aktivitäten
       und ihre Durchführung sollten möglichst weit verbreitet werden.
       - Bei der  wissenschaftlichen Zusammenarbeit  sollte  dem  unter-
       schiedlichen Niveau  der wissenschaftlichen  Entwicklung Rechnung
       getragen werden,  das in  den Teilnehmerstaaten auf den einzelnen
       Gebieten besteht.
       - Es wird  empfohlen, daß  die Teilnehmerstaaten  die Möglichkeit
       prüfen, zu  einem geeigneten  Zeitpunkt, der von Entwicklungen im
       Bereich der  Wissenschaft und  der wissenschaftlichen Zusammenar-
       beit  zwischen   den   Teilnehmerstaaten   abhängt,   ein   neues
       "Wissenschaftliches  Forum"   einzuberufen.  Die  Ergebnisse  des
       "Wissenschaftlichen Forums"  von Hamburg  können, soweit angemes-
       sen, von  den Teilnehmerstaaten  auf dem  für November 1980 anbe-
       raumten Treffen in Madrid berücksichtigt werden.
       Die Teilnehmer  dankten der Regierung der Bundesrepublik Deutsch-
       land für  die ausgezeichnete Organisation des "Wissenschaftlichen
       Forums" sowie für die warme Gastfreundschaft, die ihnen anläßlich
       ihres Aufenthaltes in Hamburg zuteil wurde.
       

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