Quelle: Blätter 1981 Heft 09 (September)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       "SOZIALDEMOKRATISCHE FRIEDENSPOLITIK AUF DEM PRÜFSTAND"
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       STELLUNGNAHME DER INITIATOREN DER BIELEFELDER ERKLÄRUNG
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       "MUT FÜR EINE BESSERE ZUKUNFT!"
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       (Auszug)
       
       Aus Anlaß  des "Forum Frieden" der SPD, das am 27. August 1981 in
       Bonn stattfand,  legten die Initiatoren der Bielefelder Erklärung
       "Mut für  eine bessere  Zukunft!", Dieter Begemann und Peter Pah-
       mayer, eine  Stellungnahme vor, aus der wir einen Auszug dokumen-
       tieren. Die  Bielefelder Erklärung  ist, wie  die Initiatoren be-
       kanntgaben, inzwischen  von nahezu 20 000 Sozialdemokraten unter-
       zeichnet worden. D. Red.
       
       VIII.
       
       Zweimal in  ihrer mehr  als hundertjährigen  Geschichte ließ  die
       SPD, trotz größter Bedenken, eine Regierungspolitik zu, deren ab-
       sehbare Folgen  militärische Destabilisierung  und  Konfrontation
       waren. In  der Hoffnung, so Schlimmeres verhindern zu können. Die
       Folgen waren  beide Male  verheerender, als  jene, die verhindert
       werden sollten.
       Nun steht  sozialdemokratische  Friedenspolitik  erneut  auf  dem
       Prüfstand. Jetzt könnte ein Scheitern der Vernunft zu Folgen füh-
       ren, die sich jeder menschlichen Vorstellung entziehen.
       Wenn die  SPD ihren  Anspruch, eine Friedenspartei zu sein, nicht
       verspielen will,  darf sie  jetzt keine Konzessionen mehr machen.
       Es gibt nur einen Weg:
       Sie muß  sich freimachen  von den falschen Zwängen, die durch das
       Streben der USA nach militärischer Überlegenheit verursacht sind.
       Sie muß  alle Kraft  aufwenden und  allen Einfluß geltend machen,
       damit die  sozialdemokratisch geführte Bundesregierung die ameri-
       kanischen Zumutungen zurückweist und eine Stationierung von Pers-
       hing-II-Raketen, Marschflugkörpern  und  Neutronenbomben  in  der
       Bundesrepublik nicht zuläßt.
       Dies ist  keine Frage  von Personen, Koalitionen und Regierungen,
       sondern eine  Frage der Sicherheit und möglicherweise des Überle-
       bens der Menschen in diesem Land.
       

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