Quelle: Blätter 1981 Heft 11 (November)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       DOKUMENTATION ZUR DEMONSTRATION UND KUNDGEBUNG AM 10. OKTOBER
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       1981 IN BONN "GEGEN DIE ATOMARE BEDROHUNG GEMEINSAM VORGEHEN -
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       FÜR ABRÜSTUNG UND ENTSPANNUNG IN EUROPA"
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       Die Friedensdemonstration  vom 10.  Oktober 1981 (vgl. den Aufruf
       in "Blätter",  8/1981, S.  1023 f.),  an der ca. 300 000 Menschen
       teilnahmen, ist  zu einem  "historischen Datum"  (Gollwitzer) für
       die  Auseinandersetzung   um  die   Stationierung  neuer  Mittel-
       streckenraketen in  der  Bundesrepublik,  für  die  Bewegung  für
       Abrüstung und  Entspannung geworden.  Die "Blätter" dokumentieren
       Auszüge aus  einigen Reden  der Abschlußkundgebung im Bonner Hof-
       garten. Der Wortlaut der Beiträge folgt den Manuskripten, die uns
       von der  Aktionsgemeinschaft Dienst  für den  Frieden e.V. (AGDF)
       bzw. den  Rednern der  Kundgebung freundlicherweise zur Verfügung
       gestellt wurden.  Einleitend drucken wir die Erklärung der Veran-
       stalter, AGDF  und Aktion  Sühnezeichen Friedensdienste e.V., ab,
       die eine  erste Auswertung  der Bonner Demonstration enthält. Die
       Veranstalter bereiten  eine Ton-Dokumentation der Hauptkundgebung
       sowie eine  Buch-Dokumentation der  Demonstration und  Kundgebung
       vor. Beide  Publikationen können  bestellt werden  bei der  AGDF,
       Blücherstraße 14, 5300 Bonn 1. D. Red.
       
       Erklärung der Veranstalter Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste
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       und Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden zur Demonstration
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       am 10.10.1981
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       (Wortlaut)
       
       1. Die  Demonstration vom  10.10.1981 war die größte in der deut-
       schen Nachkriegsgeschichte.  Daß sie  friedlich verlief,  ist ein
       Verdienst der  300 000 Teilnehmer, die eine friedliche Demonstra-
       tion wollten.  Das Verhalten  der Polizei und unsere Organisation
       waren nur Beiträge zum guten Verlauf.
       2. Die  Demonstration ist  ein Beitrag zur politischen Kultur un-
       seres Landes gewesen. Wir haben bewiesen, daß es möglich ist, das
       Grundrecht der  Demonstrationfreiheit auch mit so vielen Menschen
       in einer  so heiß  umstrittenen politischen Frage absolut gewalt-
       frei wahrzunehmen. Dies am Tag, nachdem die CDU/CSU nicht zuletzt
       unter Verweis  auf unsere  Demonstration im  Bundesrat erneut für
       eine Verschärfung des Demonstrationsrechtes plädiert hat.
       3. Alle,  die Gewalt  prophezeiten oder herbeireden wollten - be-
       sonders Vertreter  der CDU/CSU und ein Teil der Medien - sind ins
       Unrecht gesetzt  worden. Sie  hätten sich lieber über Gewalttaten
       aufgeregt, als  auf das  Anliegen der  Demonstration eingehen  zu
       müssen.
       4. Auch  die politische  Führung der  Stadt Bonn, an ihrer Spitze
       Oberbürgermeister Daniels  (CDU), die - in Kontrast zur hervorra-
       genden Zusammenarbeit  zwischen den  beiden Veranstaltern und den
       betroffenen Dienststellen  der Stadt  - meinte, vor uns warnen zu
       müssen, hat es nicht vermocht, die Atmosphäre zwischen den Demon-
       stranten und der Bonner Bevölkerung zu vergiften.
       5. Das  Eingehen der  Parteien auf das Anliegen der Demonstration
       ist kläglich. Die CDU/CSU versucht, sich durch Diffamierungen und
       Unterstellungen der notwendigen politischen Auseinandersetzung zu
       entziehen. Die  Absicht des  "Dialogs mit der Jugend" ist nur die
       freundlichere Spielart des Ausweichens vor unserem Anliegen. Nach
       unserer Übersicht  ist ein Drittel aller Demonstrationsteilnehmer
       über 35 Jahre alt gewesen. Daß die Auseinandersetzungen innerhalb
       der Koalitionsparteien stärker ist als in der CDU/CSU spricht für
       das demokratischere  Selbstverständnis von SPD und FDP. Harte in-
       nerparteiliche Kontroversen um politische Inhalte, die in unserem
       Land zumeist  mit  dem  negativen  Etikett  "Zerrissenheit"  oder
       "gespalten" belegt  werden, sind tatsächlich ein Ausdruck politi-
       scher Kultur.  Angesichts der  notwendigen Umorientierung  in der
       Sicherheitspolitik kennzeichnet  die Freude der CDU/CSU über ihre
       Geschlossenheit, die  in Wahrheit  eine politische  Friedhofsruhe
       ist, nur  das beängstigende  Unvermögen, sich  auf dringende neue
       Probleme überhaupt einzulassen.
       7. Das Verhalten der Parteien bestätigt, daß die Friedensbewegung
       von allen politischen Parteien unabhängig bleiben muß. Die Diffe-
       renzen zu  allen im  Bundestag vertretenen Parteien bleiben, wenn
       wir den  Verzicht auf die Stationierung neuer Mittelstreckenrake-
       ten fordern. Wir glauben, daß der Verzicht einseitig geübt werden
       muß weil  die Stationierung  ein  einseitiger  Aufrüstungsschritt
       wäre. Die  Erfüllung der  300 000fach vorgetragenen Forderung auf
       den Verzicht kann den Abrüstungsprozeß in Ost und West fördern.
       8. Den  Beifall der  Sowjetunion zu  unserer  Demonstration  kann
       diese selbst  glaubwürdiger machen,  wenn sie größere Transparenz
       bei ihrer  eigenen Rüstung ermöglicht und selbständig Abrüstungs-
       schritte einleitet (z. B. bei den SS-20).
       9. Die  Friedensbewegung wird  weiter wachsen,  solange  der  Rü-
       stungswettlauf nicht  aufgehalten und ein Abrüstungsprozeß einge-
       leitet ist.
       10. Der 10.10. hat die Beteiligung der westeuropäischen Friedens-
       bewegung deutlich  gezeigt. Die  Demonstration war der Auftakt zu
       ähnlichen Veranstaltungen am 24./25.10. in Brüssel, London, Paris
       und Rom,  am 21.11.  in Amsterdam  und am  6.-8.12. anläßlich der
       Nato-Ratstagung in Brüssel. Wir werden die Zusammenarbeit mit der
       US-amerikanischen Friedensbewegung verstärken.
       11. 30  Prozent der  Bevölkerung unseres  Landes drückten  am Tag
       nach der  Demonstration ihre  Bereitschaft aus,  sich an Aktionen
       der Friedensbewegung  zu beteiligen. Es ist jetzt unsere Aufgabe,
       diese Menschen  anzusprechen und  in unsere Arbeit einzubeziehen.
       Dies wird  im November  dieses Jahres  während der  mehr als 1000
       örtlichen Friedenswochen  geschehen, zu  der die Aktion Sühnezei-
       chen/Friedensdienste aufruft.
       12. Wir  bitten NRW-Kultusminister  Girgensohn, den  Schülern und
       Lehrer sie sich an der Demonstration beteiligt haben, daraus kei-
       nen irgendwie gearteten Nachteil erwachsen zu lassen.
       13. Die  Stationierung neuer Mittelstreckenraketen wird gegen den
       Willen großer  und wachsender  Teile der Bevölkerung nicht durch-
       zusetzen sein.  Vielleicht finden wir alle dadurch einen Weg, die
       Menschheit von der Drohung mit der gegenseitigem Totalvernichtung
       und vom Rüstungswahnsinn zu befreien.
       Für die  Veranstalter Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste und Ak-
       tionsgemeinschaft Dienst für den Frieden:
       Andreas Zumach, Vollunar Deile, Ulrich Frey
       
       Ansprachen auf der Kundgebung im Bonner Hofgarten
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       (Auszüge)
       
       Erhard Eppler
       
       Friedensbewegung, das  ist das Bündnis derer, die nichts mehr von
       Rüstung wissen  wollen mit denen, die zu viel davon wissen. Frie-
       densbewegung, das  ist der Zweifel, ja die Verzweiflung über eine
       Sicherheitskonzeption, die  letztlich nur mit dem eigenen Selbst-
       mord drohen kann. Friedensbewegung weiß: Der Friede ist eine viel
       zu ernste  Sache, als daß man ihn militärischer Strategie und po-
       litischer Taktik,  den Raketenzählern  und Lobbyisten  überlassen
       dürfte.
       Zusammen uns der Wille, die Kette der Vor- und Nachrüstungen auf-
       zubrechen, die  uns alle  in Richtung Abgrund zerrt. Es kann doch
       kein Naturgesetz sein, daß Ost und West in gleicher Weise die ei-
       gene Rüstung  immer als  unvermeidliche Nachrüstung  deklarieren,
       während die Rüstung des andern der größenwahnsinnige Versuch sein
       soll, ein  ohnehin gewaltiges Übergewicht noch weiter auszubauen,
       Wir wollen  diese Kette  zerschlagen, wo wir sie zerschlagen kön-
       nen, hier  in Westeuropa, in Deutschland. Und dies läßt sich ver-
       antworten, weil der Westen dem Osten in der atomaren Rüstung auch
       ohne neue  Mittelstreckenraketen mehr als gewachsen ist. Wir las-
       sen uns nicht mehr einschüchtern von Leuten wie Herrn Weinberger,
       der uns  einmal Angst  macht vor  der Dynamik der kommunistischen
       Weltrevolution und  dann öffentlich darüber nachdenkt, ob das So-
       wjetsystem demnächst  mit einem  Knall  oder  mit  einem  Winseln
       verenden wird.
       Man hat  uns Einäugigkeit  vorgeworfen, weil wir uns vor allem an
       unsere Regierung wenden, nicht an die sowjetische.
       Der Grund  ist sehr  einfach: Wir,  die meisten  unter uns, haben
       diese Regierung gewählt, nicht die sowjetische. Sie ist unser An-
       sprechpartner. Wenn  der Bundeskanzler  meint,  wir  wollten  ihn
       drängen, so  hat er recht. Ich frage mich nur: Läßt sich in einer
       Demokratie ein  solches Drängen  von der  eigenen Wählerbasis her
       wirklich nicht  anders deuten, denn als Kampfansage? Ein demokra-
       tisches Mandat  - und  die Regierung  hat eines - ist schließlich
       kein Blankoscheck.  Was die  Weltmächte angeht, so halten wir uns
       weniger an ihre Worte als an ihre Interessen. Und wir vergleichen
       sie mit den unseren.
       Natürlich liegt  es im amerikanischen Interesse, von europäischem
       Boden aus  die Zentren  des europäischen  Rußland zu bedrohen und
       dies bei  einer Vorwarnzeit,  die politische  Entscheidungen über
       die sowjetische Reaktion nicht mehr möglich macht...
       Auch wir sind dafür, daß die Weltmächte endlich über Mittelstrec-
       kenraketen verhandeln.  Insofern stützen  wir die  Regierung. Ich
       respektiere den Friedenswillen derer, auch in meiner eigenen, der
       sozialdemokratischen Partei,  die auf  dem Weg über den Brüsseler
       Doppelbeschluß zu  Verhandlungen kommen wollen. Es spricht aller-
       dings einiges  dafür, daß  die Friedensbewegung die amerikanische
       Verhandlungsbereitschaft mehr gefördert hat als der Brüsseler Be-
       schluß.
       Verhandlungen sind gut. Aber das darf nun nicht heißen, daß drei,
       fünf oder sieben Jahre Argumente und Vorwürfe hin- und hergescho-
       ben werden,  während die  Rüstungsspirale sich  weiterdreht.  Wir
       wollen verhindern,  daß während  der Verhandlungen das alte Spiel
       der Nachrüstungen  und Nachrüstungen weitergeht, bis man dann als
       Ergebnis der  Verhandlungen festschreibt, was inzwischen an neuem
       Vernichtungspotential angehäuft wurde...
       
       Heinrich Albertz
       
       ... Ich stelle nur die Fragen: ist es richtig, daß Krieg heute in
       Europa die  Vernichtung unseres Landes und allen Lebens bedeutet?
       Ist es  richtig, daß  also Verteidigung nur um den Preis der Zer-
       störung alles  dessen, was  wir gerade  aufgebaut haben,  möglich
       ist? Ist  es richtig,  daß es demnach für das, was man bisher die
       Zivilbevölkerung nannte, keinen Schutz, ja nicht einmal ärztliche
       Hilfe gibt?  Ist es  richtig, daß kein Deutscher im Ernstfall mit
       zu entscheiden  hat, ob und wann und welche atomare Waffen einge-
       setzt werden?  Wenn dies alles richtig ist, und ich fürchte, nie-
       mand wird  das Gegenteil  beweisen können,  was bedeutet dann die
       Sicherheit, die  die Supermächte  der Bundesrepublik  Deutschland
       und der  DDR anzubieten  haben? Ja, ich rede ausdrücklich und na-
       türlich auch  von der anderen Seite. Denn in keinem Land der Welt
       bedeutet Krieg zugleich die Zumutung, daß ein Teil des Volkes, zu
       dem wir doch angeblich noch alle gehören, den jeweils anderen als
       erstes Opfer  umbringen soll. Diese Fragen sind zu stellen. Diese
       Fragen blieben bisher unbeantwortet. Wir werden nicht Ruhe geben,
       bis sie beantwortet sind.
       Zweitens: wir  sind hier,  um denen,  die unmittelbare politische
       Verantwortung tragen,  ihr Gewissen  zu schärfen, daß sie, wie es
       in ihrem  Amtseid heißt,  Schaden vom  deutschen Volke abzuwenden
       haben. Ich  unterstelle niemand,  daß sie  dies nicht  versuchen.
       Aber ich  frage, ob  nach allem,  was  seit  den  letzten  Jahren
       geschehen ist,  nach dem  Nachrüstungsbeschluß, der  Entscheidung
       für die  Neutronenbombe und den entsprechenden Entscheidungen der
       Sowjetunion - sich die Interessen der Vereinigten Staaten und die
       der Europäer  noch decken. Jedermann weiß, daß dies nicht so ist.
       Jedermann weiß,  daß nach  dem heutigen Stand der Rüstung und der
       strategischen Pläne  Deutschland  in  seinen  beiden  Teilen  der
       Schießplatz der Supermächte sein wird. Und dies im Zustand völli-
       ger Abhängigkeit,  ohne volle Souveränität, ohne Friedensvertrag,
       in einem  geteilten Land. Als ich dies in Hamburg den Bundeskanz-
       ler öffentlich  fragte, löste  ich Empörung aus. Nun ist es etwas
       stiller geworden  in dieser  Sache. Ein Ausschuß des Bundestages,
       höre ich, prüft den Deutschlandvertrag und den Truppenvertrag auf
       diese Frage.  Ich bin  gespannt, was dabei herauskommt. Ich frage
       dies alles  übrigens als Deutscher, wenn Ihr wollt, als deutscher
       Patriot. Warum  sollen wir  die nationalen  Interessen eigentlich
       immer der Reaktion überlassen?...
       
       William Borm
       
       ... Ich  spreche keinem verantwortlichen Politiker den Willen zum
       Frieden ab.  Aber das  ist das eine, der Wille muß ergänzt werden
       durch sichtbare  Taten und es reicht nicht aus eine glatte Rheto-
       rik. Wir  wollen Taten  sehen! Es geht also nicht um das "OB", es
       geht um das "WIE".
       1. Und  im Zeichen  der Massenvernichtungsmittel  können wir  den
       Frieden nur politisch sichern, nicht etwa durch Auftürmen von im-
       mer mehr Atomwaffen, auch nicht durch Seuchenerreger und Giftgas!
       I c h   h a b e   m a n c h m a l  d e n  E i n d r u c k,  a l s
       o b   A t o m t o d   a l l e i n e   n o c h    n i c h t    z u
       g e n ü g e n  s c h e i n t.
       2. Soldaten mit ihren Waffen sind heute mehr als je dienende Fak-
       toren der Politik und sie dienen zu deren Absicherung. Über nach-
       geordnete militärische Fachfragen hinaus haben sie keinerlei Ent-
       scheidungsbefugnis.
       3. Gewalt  und Gewaltandrohung beseitigen nicht die Vernichtungs-
       gefahr, sie  steigern sie bis zur Unkontrollierbarkeit. Deswegen,
       meine Freunde, rufe ich Euch zu:
       Vom Eismeer  bis zum  Mittelmeer -  vom Atlantik zum Ural - Unser
       altes Europa braucht keine Atomwaffen.
       Für diesen  kategorischen Imperativ  haben wir  einen Kronzeugen.
       Und das wird Sie verwundern, es ist unser heutiger Bundeskanzler.
       Er schrieb  1961 sein damals mutiges Buch "Verteidigung oder Ver-
       geltung?". Dort steht auf Seite 108: "Landgestützte Raketen gehö-
       ren nach  Alaska, Labrador,  Grönland oder  in die Wüsten Lybiens
       oder Vorderasiens,  keineswegs aber  in dichtbesiedelte  Gebiete.
       Und er schrieb weiter: "Sie sind Anziehungspunkte für die nuklea-
       ren Raketen  des Gegners. Was Feuer auf sich zieht, ist für Staa-
       ten  mit  hoher  Bevölkerungsdichte  oder  kleiner  Fläche  uner-
       wünscht."
       So schrieb Helmut Schmidt 1961!
       Und an  dieser zutiefst  human-verantwortlichen Erkenntnis ändern
       weder sogenannte  Sachzwänge etwas, unter denen die Politiker im-
       mer zu  stehen behaupten, noch politisch wandelbare Konstellatio-
       nen!
       4. Ein  Krieg zwischen  Europäern ist  schon seit  langem Bürger-
       krieg. Ein künftiger Weltkrieg ist Weltbürgerkrieg.
       5. Meine  Freunde, Europa ist weder Atomkolonie der USA, noch de-
       ren Erfüllungsgehilfe im weltweiten Ringen mit der Sowjetunion um
       die Macht. Wir Europäer, wir wollen nichts anderes als Frieden!
       6. Die Entspannungspolitik hat den Frieden in Europa sicherer ge-
       macht, als Divisionen oder Atomraketen es je könnten. Und es gibt
       zur Entspannung keine friedenssichernde Alternative, noch gibt es
       sie ohne die Möglichkeit irgendwelche Probleme zu lösen.
       7. Auch in der Sicherheitspolitik folgt soldatisches Denken eige-
       nen Gesetzen  und das  sind keineswegs  Gesetze des Friedens. Ein
       Europa frei  von Atomwaffen  ist heute kaum mehr als eine Utopie,
       aber dafür mit jedem Atemzug zu kämpfen, das ist unsere Realität!
       8. Friede  ist mehr  als die  Abwesenheit von Krieg. Friede heißt
       auch Freiheit  und heißt  Menschenwürde. Friede heißt Interessen-
       ausgleich zwischen  West und Ost, zwischen Nord und Süd, zwischen
       Hunger und Überfluß. ...
       Wenn heute  aus dem friedenspolitischen Bündnis der soziallibera-
       len Koalition eine Raketenkoalition würde, dann verlöre diese die
       Legitimation für ihre Existenz..
       
       Alfred Mechtersheimer
       
       Wer glaubt,  dadurch Sicherheit  schaffen zu  können, daß  er die
       atomare Vernichtung  der Menschheit  vorbereitet, darf sich nicht
       wundern, daß die Menschen Angst bekommen und sich auflehnen, wenn
       sie erfahren, wie mit ihrem Leben umgegangen wird...
       In der  Friedensforschung besteht heute fast völlige Übereinstim-
       mung: Es  gibt einen  alarmierenden Trend, Atomwaffen militärisch
       einsetzbar zu  machen. Der  Atomkrieg wird wahrscheinlicher, wenn
       man meint,  ihn auf  militärische Ziele und Regionen begrenzen zu
       können. Das  Nein zu der NATO-Nachrüstung ist deshalb ein Nein zu
       einer Entwicklung, an deren Ende die Selbstvernichtung steht.
       Der Hauptgegner  der friedenspolitischen Diskussion ist die Igno-
       ranz, diese  wachsende Kriegsgefahr  zu begreifen.  Wer von Anti-
       Amerikanismus und Sowjetfreundlichkeit spricht, hat nicht begrif-
       fen, daß  angesichts der  Gefahr der atomaren Vernichtung das in-
       nenpolitisch und außenpolitisch Trennende zurücktreten muß.
       Um das  gemeinsame Übel  Hitler zu  bekämpfen, hatten die USA und
       die Sowjetunion  eine Zweckkoalition  geschaffen. Weshalb  bilden
       sie nicht  heute eine Interessengemeinschaft gegen den alles ver-
       nichtenden atomaren  Holocaust? Weil die Regierungen bislang ver-
       sagen, bilden  die bedrohten  Völker selbst  eine weltumspannende
       Interessengemeinschaft für den Frieden.
       Die Friedensbewegung  in der  Bundesrepublik verwahrt  sich gegen
       Streicheleinheiten aus  Moskau, solange die aufkeimende Friedens-
       bewegung in  Osteuropa und  in der  DDR behindert  wird. Wir sind
       entschlossen, die  Nachrüstung zu  verhindern. Aber noch haben zu
       viele Menschen  bei uns  Angst vor sowjetischen Raketen. Wenn die
       ganz neuen  amerikanischen Atomwaffen  wirklich verhindert werden
       sollen, muß  die sowjetische Führung die Ängste, die ihre Atomrü-
       stung bei  uns hervorruft,  durch konkrete Maßnahmen abbauen. Wir
       fordern daher von Breschnew, daß er bei seinem bevorstehenden Be-
       such hier in Bonn endlich den Schleier der Geheimniskrämerei lüf-
       tet und Qualität und Umfang der SS-20-Rüstung offenlegt und deut-
       liche Kürzungen  des sowjetischen Mittelstreckenpotentials ankün-
       digt.
       Niemand, der  den enttäuschenden Verlauf der Rüstungskontrollver-
       handlungen und  die unvereinbaren  Positionen in der Mittelstrec-
       kenfrage kennt,  kann im  Ernst von  den geplanten  Verhandlungen
       eine Null-Lösung  erwarten. Diese  ist nur durch die innenpoliti-
       sche Verweigerung  der NATO-Nachrüstung  bei  gleichzeitigen  Be-
       schränkungen der Sowjetunion möglich. Wenn der Bundeskanzler eine
       auf diese  Weise erzwungene  Null-Lösung durch einen Rüstungskon-
       trollvertrag absegnen  will, dann  darf er  das gerne  tun.  Dann
       würde sich  allerdings auch  erweisen, daß  Helmut Schmidt  heute
       diejenigen bekämpft,  die ihn  allein vor  der  Einlösung  seiner
       Rücktrittsdrohung bewahren können...
       
       Helmut Gollwitzer
       
       ... Jetzt  kommt eine  neue, eine echte Weise von Demokratie: Wir
       kümmern uns  selbst um  unsere Sicherheit,  wir  informieren  uns
       selbst, wir  urteilen selbst, und wir mischen uns ein. Das erfor-
       dert freilich  schwere Arbeit  von uns allen: nicht nur emotional
       "Atom Pfui!" zu schreien, sondern uns sachkundig zu machen, damit
       wir von  keiner Rüstungspropaganda  mehr eingewickelt werden kön-
       nen. Demokratie  heißt nicht:  Vertrauen zur  Obrigkeit, sondern:
       mißtrauische Kontrolle der Politiker durch die Bürger, heute erst
       recht. Denn heute ist am Tage, daß die Leute an der Macht in West
       und Ost samt ihren Experten die Menschheit an den Rand des Unter-
       gangs haben  geraten lassen. Allein der Aufschrei der Völker kann
       das noch  ändern -  allein unsere  Weigerung, das  schwachsinnige
       Weitermachen auf  dem Wege  der Zerstörung der Erde und der Erhö-
       hung der  Kriegsgefahr weiter  mitzumachen -  allein unsere  Ent-
       schlossenheit, das weitere Aufrüsten, angeblich um abzurüsten, zu
       verhindern.
       Denn wir sind hier nicht eine der häufigen Protestdemonstrationen
       gegen alles  mögliche Unrecht  auf Erden,  auch nicht  gegen  den
       Fehlweg der  sowjetischen Rüstung. Wir sind eine Verhinderungsde-
       monstration. Wir  demonstrieren mit dem konkreten Zweck, die Mit-
       telstreckenraketen auf  unserem Boden  zu verhindern  und dadurch
       eine Entwicklung  in Gang  zu  bringen,  die  unseren  Politikern
       hilft, endlich  den Absprung von der Talfahrt in den Untergang zu
       finden.
       Eine neue  Qualität von  Demokratie, für  die der heutige Tag ein
       historisches Datum  ist. Jahrelang  demonstrierten wir  gegen den
       Rüstungswahnsinn; die  Leute am Straßenrand schauten gleichgültig
       zu, und  wir stöhnten  mit dem alten Spruch aus der Arbeiterbewe-
       gung: "Der Feind, den wir am meisten hassen, - das ist der Unver-
       stand der  Massen." Jetzt  wachen die Menschen bei uns und in Eu-
       ropa auf  aus dem  Unverstand, in dem sie künstlich gehalten wer-
       den. Jetzt wird das Volk störrisch und erkennt, daß der Friede zu
       wichtig ist, als daß man ihn den Politikern überlassen dürfte.
       Jetzt lassen wir uns nicht mehr auseinander dividieren in Sozial-
       demokraten, Konservative,  Liberale, Grüne, Christen und Kommuni-
       sten; denn  der Atomtod  bedroht uns  alle. Jetzt  lassen wir uns
       auch nicht mehr durch Russenangst gegen die Russen aufhetzen....
       
       Uta Ranke-Heinemann
       
       ...Theoretisch kann  man auf  zweierlei Weise sich um den Frieden
       bemühen, mit  atomaren Bomben  und ohne  solche Bomben. Die Frage
       ist nur,  welches die  bessere Weise  ist. Jesus  hat  die  selig
       gepriesen, die den Frieden schaffen. Aber er hat leider vergessen
       zu sagen, ob er die mit den Bomben oder die ohne Bomben meint. Da
       sind wir  also aufs  Raten angewiesen.  Die Kirchen sagen: sowohl
       als auch.  Man sieht:  sie wissen  auch nichts  genaues. Aber die
       maßgebenden Politiker  wissen es  genau. Sie  sagen: die  Methode
       ohne Bomben  ist falsch, das ist überhaupt keine Methode. Das ist
       Spinnerei und Illusion. Das ist Utopie. Und die, die Frieden ohne
       Bomben vertreten, sind von Moskau ferngesteuert. Da habe ich mich
       geschämt, denn ich neigte auch dazu, so etwas zu denken. Aber nun
       möchte ich  aufhören zu denken. Denn ich will doch nicht von Mos-
       kau ferngesteuert sein. Und wenn mir dennoch die schwarzen Gedan-
       ken kommen  und ich an die Opfer der ersten Bomben und an die un-
       endlich große  Zahl der kommenden Bomben denke und mir die Tränen
       in die  Augen treten wollen, dann dränge ich sie zurück, weil ich
       Angst habe,  noch  meine  Tränen  könnten  von  Moskau  gesteuert
       sein...
       Aber inzwischen  ist es  vielen Menschen  in der  Welt immer mehr
       klar, daß  es nicht  um Abschreckung, daß es nicht um Friedenssi-
       cherung durch  solche Abschreckung  geht, denn  dazu reichen  die
       vorhandenen Abscheulichkeiten längst aus. Es wird immer mehr Men-
       schen klar,  daß es  um die  Möglichkeit einer  Kriegsführung und
       Kriegsgewinnung geht. Wir lesen in der amerikanischen Presse, daß
       die amerikanische Regierung sich instand setzen will, jeden denk-
       baren Atomkrieg  zu gewinnen.  Wir werden  freilich einen solchen
       Krieg nicht  mitgewinnen können.  Unsere Karten  sind zu schlecht
       gemischt. Die amerikanische Bevölkerung kann zu einem Drittel ge-
       rettet werden.  Vielleicht sogar zu 2/3. Wenn es gelingt, schnell
       genug die  Städte zu  evakuieren. Aber  wir haben keine Wüste von
       Nevada zur Hand, jedenfalls nicht in Friedenszeiten. Wenn die Re-
       gierung der  USA die USA zur Nr. 1 in der Welt machen will, macht
       sie uns  zur Nr. 1 in der Vernichtung. Wogegen wir uns wehren und
       was wir verhindern wollen, ist der sinnlose Opfertod unseres Vol-
       kes für fremden militärischen Größenwahn...
       
       Petra K. Kelly
       
       Meine lieben  Schwestern und Brüder! Liebe Friedensarbeiter! "Wir
       lassen uns nicht zu Tode verteidigen!" (K. Bechert) Diese bundes-
       weite, europäische gewaltfreie Demonstration ist ein Ausdruck un-
       seres Mißtrauens,  unserer Kritik  bezogen auf diese Bundesregie-
       rung, angeführt  von Bundeskanzler  Helmut Schmidt! Dies ist sehr
       wohl  eine  Anti-Schmidt-Demonstration  -  eine  Kundgebung,  ein
       gewaltfreies Widerstehen  gegen Militarisierung  und Nuklearisie-
       rung im  Osten wie  im Westen!  Helmut Schmidt  sagte 1958:  "Der
       Kampf gegen  die Atomrüstung  muß weitergehen" - 1977 gab er end-
       gültig diesen Kampf auf, da er die sogenannte "Raketenlücke" ent-
       deckte und  uns dadurch zur vorgeschobenen Atomkolonie der Verei-
       nigten Staaten, der NATO gemacht hat!...
       Diese Erde  hat keinen  Notausgang - schon heute sind Militär und
       Rüstung die  größten Verschwender  von Energie,  Rohstoffen, men-
       schlicher Phantasie  und Arbeit,  von Gütern  die bei der Rettung
       von Hungernden  und bei der Förderung sozialer Gerechtigkeit feh-
       len?
       Atomare und  chemische Waffen  entfalten ihre verheerende Wirkung
       nicht erst  beim Einsatz  im Kriegsfall, sondern machen uns schon
       heute zu  Krebsopfern... bringen uns schleichend um, da es keinen
       Schutz von  Radioaktivität gibt!  Durch Lecks,  Transportunfälle,
       Bedienungsfehler können diese Waffen ausgelöst werden!
       Wir lehnen  atomare Bomben  und Reaktoren  überall ab  - sie sind
       nicht voneinander  zu trennen  auch zivile Atomanlagen können der
       Verbreitung von Atomwaffen dienen, fördern die Gefahr eines Atom-
       krieges! Dank  der zahlreichen  AKWs bei uns und anderswo besteht
       aber auch die "Chance" aus einem ganz gewöhnlichen, konventionel-
       len Krieg einen Atomkrieg zu machen!...
       
       Gert Bastian
       
       ... Wir halten nämlich nichts davon, Rüstungsverzicht nur von an-
       deren zu  fordern, selbst  aber die  nukleare Aufrüstung  zu  be-
       schließen.
       Und  wir   lassen  uns  nicht  länger  weismachen,  daß  es  eine
       "Vorrüstung" im Osten gebe, die zur "Nachrüstung" im Westen zwin-
       gen würde,  denn die Tatschen widerlegen dieses Märchen, wenn man
       sie in  ihrer Gesamtheit  bewertet und  nicht nur die zur eigenen
       Absicht passenden Ausschnitte herausgreift.
       Darum bedanken  wir uns  für das  Geschwätz jener Niggemeiers und
       Co., die  uns Einseitigkeit  vorwerfen, weil  wir vor der eigenen
       Tür zu  kehren beginnen,  während sie selbst bedenkenlos zu allem
       nicken, was  in Bonn  und Washington  für klug gehalten wird, und
       kein Wort  über die  Einseitigkeit derer  verlieren, die dort mit
       fadenscheinigen Argumenten  und  nur  halbwahren  Dokumentationen
       zwar die  Rüstung des  Ostens überzeichnen,  aber die im Geldwert
       höheren Rüstungsaufwendungen des Westens unterschlagen.
       Wer Pershing  sagt, muß  eben keineswegs  auch SS-20  sagen; denn
       zwischen  diesen  gleichermaßen  abzulehnenden  Rüstungsschritten
       gibt es  keinen ursächlichen  Zusammenhang. Doch  wer SS-20 sagt,
       der muß  auch Polaris und Poseidon sagen, wenn er ehrlich bleiben
       will, weil  dies die  vergleichbaren Nuklearpotentiale  sind, mit
       welchen Tricks auch immer man das zu verschleiern sucht.
       Natürlich wenden  wir uns  auch gegen  diese Nuklearwaffen in Ost
       und West,  in deren  Schatten wir nicht länger leben wollen, weil
       wir nicht  glauben, daß der angedrohte Völkermord den Frieden er-
       halten kann.
       Darum fordern  wir mit  Nachdruck, daß  sämtliche schon jetzt bei
       uns lagernden  sowie Europa vom Atlantik bis zum Ural bedrohenden
       Nuklearwaffen beseitigt  werden. Und  wir begrüßen  es, wenn Ver-
       handlungen mit  diesem Ziel letztendlich in Gang zu kommen schei-
       nen, was freilich mehr dem Widerstand der Europäer gegen neue Nu-
       klearwaffen, als  der Weisheit  ihrer  Regierungen  zuzuschreiben
       ist.
       Aber wir  lehnen es  kategorisch ab,  für den Beginn solcher Ver-
       handlungen mit  ungewissem Ausgang  den viel zu hohen Preis eines
       deutschen Einverständnisses  zur nuklearen Aufrüstung Westeuropas
       und vor  allem unseres  Landes zu bezahlen. Wer uns das als guten
       Handel andrehen  will, kann nicht mit unserer Zustimmung rechnen,
       sondern stößt auf unseren kompromißlosen Widerstand!...
       
       Helmut Ridder
       
       ... Spätestens,  wenn das  Haus brennt - und in unserem deutschen
       und europäischen  Haus züngeln schon jetzt die Flammen um die Ab-
       schußrampen! -  und wenn es dann einen sicheren Rettungsweg gibt,
       spätestens dann  muß Schluß sein mit der Praxis einer Apartheids-
       politik, deren unheilige Einfalt die Benutzung gerade dieses ein-
       zigen Weges  verbieten will,  weil der politische Gegner ihn emp-
       fiehlt. Wir sind nicht so pro-kommunistisch, daß wir den Kommuni-
       sten das Denkmonopol einräumen und selbst zu Schrumpfdenkern wer-
       den, die  nicht mehr  erkennen und  nachvollziehen können,  was -
       seit dem  Bombenabwurf auf  Hiroshima - im atomaren Rüstungswett-
       lauf jeweils  Ursache und  - sei  es kluge, sei es auch unkluge -
       jedenfalls aber  Reaktion gewesen ist, wer begonnen und wer nach-
       gezogen hat.
       Wir sind  - durchaus mit dem so oft empfohlenen Augenmaß - nur so
       pro-kommunistisch, wie wir bei aller demokratischen Einseitigkeit
       pro-sozialdemokrat, pro-freidemokratisch, pro-christdemokratisch,
       pro-konservativ und pro-amerikanisch sind...
       Wir sind,  solange das  Militärische nicht total zum Abfallhaufen
       der Geschichte  geworfen werden  kann, für  die Rückbesinnung auf
       das aufgeklärte  konservative Genie eines Clausewitz, der das Mi-
       litärische  einer  rationalen  und  humanen  Politik  unterwerfen
       wollte, und  damit für  ein Amerika,  dessen Regierung sich nicht
       mehr von den waffentechnischen Möglichkeiten, die entmenschte Ex-
       pertengehirne ausbrüten,  erpressende außenpolitische Ziele defi-
       nieren und  diktieren läßt,  um ihrerseits verbündete Regierungen
       zu erpressen  (die dann  erstaunlicherweise  die  Bergpredigt  so
       wörtlich nehmen, daß sie sich gleich für die nächste Ohrfeige an-
       stellen). Eine  solche Politik  kann niemals  Entspannungspolitik
       sein; und sie muß auch zwangsläufig den Krieg als eine reale Mög-
       lichkeit einkalkulieren,  heute den  bewußten "regional  (nämlich
       auf Europa)  begrenzten" atomaren  Krieg. Vor dreißig Jahren, da-
       mals als Gustav Heinemann ging, hat eine schon ähnliche Politik -
       noch weitab  von Europa - erfolgreich den Korea-Krieg inszeniert,
       um ihre  europäische Suppe zu kochen. Heute ist es diese Politik,
       die, wie  niemand anders  mehr, nach einer sowjetischen Interven-
       tion in  Polen geradezu  giert: Dann nämlich möchte die Gang auf-
       räumen -  in Cuba,  in ganz Mittel- und Südamerika, in Angola und
       ganz Afrika usw.; das Schicksal dieses zentraleuropäischen Landes
       interessiert diese  Menschenverächter für  keine  zwei  Pfennige,
       aber mit der Flut der Krokodilstränen ließe sich den abermals er-
       folgreich und  diesmal bis  ins  Mark  geschockten  Westeuropäern
       gleich das  X-fache des bisherigen satanischen Waffenarsenals an-
       schwemmen; und  aus den  schon züngelnden  Flammen  würde  heller
       Brand.
       Liebe Freunde!  Bilden wir  in diesem, unserem Land die Solidari-
       tät, die das verhindert! Die verhindert, daß diese Macht sich mit
       den nicht  ausgestorbenen Kräften  in unserem  Land verbindet, in
       deren aberwitziger  Fantasie der  III. Weltkrieg  die Fortführung
       des II.  zum "Endsieg" wäre! Denen der Friede die Fortsetzung des
       Krieges mit  anderen Mitteln  ist! Wir können es verhindern, wenn
       wir die  intellektuelle Kraft  des Wissens  und Durchschauens der
       Zusammenhänge und  die moralische  Kraft unseres Gewissens zusam-
       menfügen und zusammenhalten!
       

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