Quelle: Blätter 1982 Heft 05 (Mai)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       ERKLÄRUNG DER KREFELDER INITIATIVE ZUM BESUCH DES AMERIKANISCHEN
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       PRÄSIDENTEN REAGAN IN DER BUNDESREPUBLIK VOM 11. MÄRZ 1982
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       (Wortlaut)
       
       Als Provokation der Friedensbewegung ist die Einladung des ameri-
       kanischen Präsidenten  Reagan durch  die Bundesregierung  für den
       Juni dieses Jahres zu werten. Denn:
       - Der durch  die USA  forcierte Rüstungswahnsinn  nimmt immer be-
       drohlichere Formen an.
       - Schon werden  die ideologischen  Voraussetzungen für  neue men-
       schenverachtende Vernichtungsmaschinerien geschaffen, erfolgt die
       Aufrüstung der  NATO-Staaten mit chemischen Massentötungsmitteln,
       die eine neue Qualität des Wettrüstens darstellt.
       - Die immer  wieder vorgetragenen Pläne, die NATO über ihren ver-
       traglich festgelegten Zweck, nämlich den eines Verteidigungsbünd-
       nisses, auszudehnen, Pläne, die NATO zum Instrument globaler ame-
       rikanischer Vormachtpolitik  zu deformieren,  sind nicht  nur mit
       der ursprünglichen  Zielsetzung der NATO unvereinbar, sie erhöhen
       auch die Kriegsgefahr in allen Teilen der Welt.
       - Hand in Hand mit der Rüstungseskalation, die immer unbegreifli-
       chere Größenordnungen  erreicht, geht einher ein gigantischer So-
       zialabbau, wie  ihn die  Bundesrepublik Deutschland  in ihrer Ge-
       schichte noch nie gesehen hat.
       - Während auf  der einen Seite die sozial Schwächsten von den so-
       genannten Sparmaßnahmen  getroffen werden,  erreichen die  Kosten
       für unsinnige  Rüstungsobjekte immer unerträglichere Dimensionen,
       werden bereits  jetzt, da  der Widerstand sich mehr und mehr for-
       miert, Infrastrukturmaßnahmen  geschaffen, die  die Stationierung
       neuer Waffen schon als vollendete Tatsache darstellen wollen.
       Wir erklären:
       - Der friedliche,  gewaltlose Protest  gegen die Politik der USA,
       gegen die  Einladung Reagans  durch Schmidt  und Genscher ist das
       legitime, notwendige Anliegen der Friedensbewegung. Die Friedens-
       bewegung steht - wie am 10. Oktober 1981 - für friedliche Aktion.
       - Wir solidarisieren uns mit der von Tag zu Tag stärker werdenden
       amerikanischen Friedensbewegung,  die die gleichen Ziele verfolgt
       wie wir.  Nicht gegen  das amerikanische  Volk richtet sich unser
       Protest, sondern gegen die atomare Vernichtung unseres Landes und
       Kontinents durch die unverantwortliche Politik der Reagan-Admini-
       stration.
       Unser Widerstand muß noch stärker werden.
       - Die Unterschriftenaktion  unter den  Krefelder Appell geht ver-
       stärkt weiter.
       - Machen wir  die Ostermärsche zu einer friedlichen Demonstration
       gegen den Atomtod.
       - Unterstützen wir  phantasievolle, gewaltfreie Aktionen, die ge-
       gen die Stationierung gerichtet sind.
       - Gestalten wir  das bundesweite Fest der "Künstler für den Frie-
       den" am 11. September 1982 in Dortmund zu einer machtvollen Mani-
       festation für  den Frieden,  als Zeichen der Verweigerung der Zu-
       stimmung zum NATO-Raketenbeschluß!
       Machen wir  den Krefelder  Appell zur  Volksabstimmung gegen neue
       Atomraketen in der Bundesrepublik Deutschland, in Europa!
       

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