Quelle: Blätter 1982 Heft 06 (Juni)


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       der aktuellen "Blätter"-CD, welche die  Beiträge ab 1990 enthält
       und beim gleichnamigen Verlag bezogen werden kann. Näheres siehe
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       G l i e d e r u n g  u n d  Z i t a t e:  
       
       Alternativen
       
       THEMA: HOCHSCHULPOLITIK
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       ...
       Die Hochschulen in der Bundesrepublik unterliegen gegenwärtig ei-
       nem bisher  ungeahnten Ausmaß staatlicher Finanzrestriktion. Mit-
       tel werden  gestrichen, Stellen  abgebaut, freigewordene  Stellen
       nicht mehr  ausgeschrieben, die Lage der Studenten verschlechtert
       sich durch  steigende Kosten und ungünstigere Studienbedingungen,
       die Hochschulforschung  wird zunehmend  ausgetrocknet und in pri-
       vate Trägerschaften  ausgegliedert. Damit  entziehen sich die ln-
       halte wissenschaftlicher  Tätigkeit immer  mehr der  öffentlichen
       Kontrolle, eine  Planung von Forschung und Lehre im Interesse der
       Bevölkerung findet  nicht  statt.  Doch  die  "Spar"politik,  die
       tatsächlich auf  eine enorme Vergeudung von Finanzmitteln und in-
       tellektuellen Potenzen  hinausläuft, hat  noch weitergehende Fol-
       gen: sie  gefährdet langfristig  die Versorgung dieses Landes und
       seiner Bevölkerung  mit wissenschaftlichen  Dienstleistungen. Die
       Restriktionen von  heute, legitimiert  mit "Studentenbergen"  und
       "Akademikerschwemme", produzieren,  so paradox  dies klingt,  die
       Bildungskatastrophe von  morgen. Und  nicht nur  das, die gesell-
       schaftliche Funktion  von Wissenschaft  wird insgesamt gefährdet.
       Während Wissenschaft zum einen zunehmend privatisiert und zu Pro-
       fitzwecken eingesetzt  und angewendet  wird, erfährt die Bevölke-
       rung vornehmlich die negativen Folgen wissenschaftlicher Erkennt-
       nis in  Form  von  Rüstungsforschung,  Umweltverschmutzung,  Ver-
       schleißprodukten usw.  Damit ist  der Boden  für die  Ausbreitung
       wissenschaftsfeindlicher Haltungen vorbereitet.
       Um solchen  Tendenzen entgegenzuwirken,  hat der "Bund demokrati-
       scher Wissenschaftler"  (BdWi), der  vom 11. bis 13. Juni 1982 in
       Marburg seine  11. ordentliche Delegiertenkonferenz beging und in
       diesem Jahr  auf eine  zehnjährige kontinuierliche Verbandsarbeit
       zurückblicken kann, die folgenden Leitsätze und Thesen vorgelegt.
       Sie können helfen, die Diskussion um Alter nativen in der Wissen-
       schafts- und Hochschulpolitik zu beleben. D. Red.
       ...
       Der Bund demokratischer Wissenschaftler (BdWi) fordert:
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       Abkoppelung der Hochschuletats vom Krisenmanagement
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       der Finanzpolitik und eine umfassende Debatte über das
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       gesellschaftliche Wertesystem
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       1. Die gegenwärtige Sparpolitik im Wissenschaftsbereich
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       ignoriert grundsätzliche Probleme der Zukunftsgestaltung
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       2. Die Auswirkungen der Kürzungspolitik auf die Situation
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       der Wissenschaftler und der Studierenden
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       3. Irrwege
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       4. Die Prognose einer "Deutschen Bildungskatastrophe"
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       ist wieder gültig
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       5. Der Abkoppelungs-Vorschlag
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