Quelle: Blätter 1983 Heft 02 (Februar)


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       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       SPENDENAUFRUF FÜR UNSERE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN IN DETROIT
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       Die Vereinigte Automobilarbeiter-Gewerkschaft (UAW) - unsere ame-
       rikanische Schwestergewerkschaft - bittet uns um dringende Unter-
       stützung.
       Der Bürgermeister der Millionenstadt hat den Notstand ausgerufen.
       Die Bevölkerung von Detroit hungert!
       Ein Drittel ist bereits unterernährt.
       Und das  im Zentrum  der Automobilindustrie  von General  Motors,
       Ford und Chrysler.
       In der  Stadt wurden Volksküchen eingerichtet, um den schlimmsten
       Hunger zu  stillen. Wenn  wir Freundschaft  mit Amerika  bekunden
       wollen, dann  soll sich  diese Verbundenheit  durch Unterstützung
       unserer amerikanischen Kolleginnen und Kollegen ausdrücken.
       Wir wissen,  es ist  für viele von uns schwer vorstellbar, daß im
       reichsten Land  der Erde  gerade unsere  Kolleginnen und Kollegen
       aus den Automobilzentren hungern und frieren.
       Doch wenn  wir die Zahlen von der Millionenstadt Detroit auf Rüs-
       selsheim übertragen, ergibt sich folgendes Bild.
       
       Kolleginnen und Kollegen!
       Allein in  Detroit ist  ein  Drittel  unterernährt  -  also  über
       350 000 Menschen.
       Diese Zahlen  auf Rüsselsheim  übertragen, zeigen folgendes Bild:
       Rüsselsheim hat  60 000 Einwohner,  davon wären  20 000  unterer-
       nährt. Dies können wir ums heute kaum vorstellen.
       Oder, daß  ein Großteil  der Bevölkerung von Rüsselsheim sich aus
       Hunger in  Volksküchen notdürftig  ernähren würde.  Natürlich muß
       man die Frage nach Ursache und Wirkung stellen.
       Natürlich muß  man fragen,  wo es hinführt, wenn in einer solchen
       Situation die  Regierung Reagan  die Sozialleistung immer stärker
       abbaut und  wem die neokapitalistische Politik von Reagan schadet
       und wem sie nutzt.
       Dies soll und muß von uns diskutiert werden.
       Als erste  Maßnahme empfiehlt der Betriebsrat und die Vertrauens-
       körperleitung der  Industriegewerkschaft Metall  einstimmig,  daß
       wir für  unsere hungernden  Kolleginnen und  Kollegen in  Detroit
       eine Spende überweisen.
       Wenn jeder  Werksangehörige mindestens  eine Mark  spendet,  wäre
       dies eine  Geste der Solidarität mit unseren Kolleginnen und Kol-
       legen in Detroit.
       Spendet deshalb zugunsten unserer Kolleginnen und Kollegen in De-
       troit auf das zentrale Konto der Initiative "Hilfe für Detroit".
       Bonhoeffer-Kirchengemeinde, Stichwort:  Hilfe für Detroit, Linde-
       ner Volksbank, Hannover, Kontonummer: 130 080 (BLZ 251 901 01).
       
       Betriebsrat der Adam Opel AG
       Werk Rüsselsheim
       Richard Heller
       
       Vertrauenskörperleitung der
       Industriegewerkschaft Metall
       Gerhard Wink
       

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