Quelle: Blätter 1983 Heft 02 (Februar)


       zurück

       
       Dokumente zum Zeitgeschehen
       
       FREUNDSCHAFT
       ============
       
       ein. Wieder  werden Care-Pakete über den Atlantik geschickt. Doch
       dieses Mal sind die Spender nicht die Amerikaner, welche hungern-
       den Deutschen  helfen. Nein,  Deutsche revanchieren  sich für die
       großzügige Hilfe  von einst.  Eine Gruppe von Ludwigshafener Bür-
       gern, Männer  und Frauen,  sandte ein  Dutzend Lebensmittelpakete
       nach Detroit,  wo sie  an 52 Kinder verteilt werden, deren Eltern
       in großer  Not leben.  Weitere Hilfssendungen  sind  vorbereitet.
       Care heißt  Cooperative for  American  Relief  Everywhere.  Diese
       Hilfe aus  Übersee für  die ausgebombten und ausgemergelten Deut-
       schen hat  damals viel Not gelindert. Die derzeitige Ludwigshafe-
       ner Initiative  ist im  Ausmaß und in der Wirkung zwar nicht ver-
       gleichbar. Doch  sie ist  von derselben  Haltung geprägt: Es soll
       uneigennützig geholfen  werden. Auch  die Geldsammlung,  die eine
       Gewerkschaft in einer Rüsselsheimer Autofabrik angeregt hat, ver-
       folgt das gleiche Ziel. Für amerikanische Automobilarbeiter, die,
       weil entlassen,  in Not geraten sind, soll jeder in dem deutschen
       Werk eine  Mark spenden.  Die Aktion  sei schon jetzt ein Erfolg,
       heißt es.  Solange es  solche Solidarität  gibt,  kann  es  nicht
       schlecht  um   die  deutsch-amerikanische   Freundschaft  stehen.
       ("Frankfurter Allgemeine Zeitung" vom 27. Januar 1983).
       

       zurück