Quelle: Blätter 1986 Heft 05 (Mai)


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       DAS POLITISCHE ENGAGEMENT KARL BARTHS
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       Zu seinem 100. Geburtstag am 10. Mai 1986
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       Von Walter Kreck
       
       Daß Karl  Barth einen  hervorragenden Platz  in der  Theologiege-
       schichte des  zwanzigsten Jahrhunderts einnimmt, das dürfte schon
       allein angesichts  seines,  riesigen  literarischen  Lebenswerkes
       auch von  seinen Kritikern  nicht bestritten  werden. (Auf ca. 70
       Bände ist die z.Z. erscheinende Gesamtausgabe projiziert, und auf
       über 3000 Nummern ist die sekundäre Literatur über ihn bzw. seine
       Theologie bis jetzt schon angewachsen.) Aber daß dieser Theologe,
       der sich  leidenschaftlich gegen  einen politischen Mißbrauch der
       Theologie wandte, sich zugleich durch ein starkes politisches En-
       gagement auszeichnete,  ist ebenfalls  nicht zu leugnen. Freilich
       waren und  sind seine  politischen Stellungnahmen,  nicht zuletzt
       die zur  deutschen Politik,  wohl mehr  noch als  seine Theologie
       heiß umstritten.  Das ist kein Wunder, wurde doch er, der Schwei-
       zer, der  aber 14  Jahre lang als deutscher Theologieprofessor in
       Göttingen, Münster  und Bonn  lehrte, bis er 1935 unser Land ver-
       lassen mußte,  nicht nur zum Mitstreiter im Kirchenkampf, sondern
       auch von der Schweiz aus - vor, in und nach dem zweiten Weltkrieg
       - zum Mahner und Warner, ja, zum Initiator von Stellungnahmen, in
       denen sich  die Stimme  eines anderen  Deutschlands artikulierte.
       Sein 100.  Geburtstag ist  auch für  die "Blätter" ein Anlaß, des
       politischen Engagements  dieses Theologen zu gedenken, der in den
       fünfziger Jahren einmal über diese Zeitschrift schrieb: "Eine In-
       sel der Vernunft in einem Meer von Unsinn."
       
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       Bezeichnend ist,  daß der Ausbruch des ersten Weltkriegs den jun-
       gen Schweizer  Pfarrer aufs tiefste aufwühlte, und zwar vor allem
       deshalb, weil  - wie er sagt - in dem "schrecklichen Manifest der
       93 deutschen  Intellektuellen, die  sich vor  aller Welt  mit der
       Kriegspolitik Kaiser  Wilhelms II.  und seines Kanzlers Bethmann-
       Hollweg identifizierten",  "mit Entsetzen auch die Namen ungefähr
       aller meiner  deutschen Lehrer...  entdecken" mußte 1). "Ich habe
       eine Götterdämmerung  erlebt, als  ich  studierte,  wie  Harnack,
       Herrmann, Rade, Eucken etc. sich zu der neuen Lage stellten", wie
       Religion und  Wissenschaft "restlos  sich in geistige 42 cm Kano-
       nen" verwandelten 2). Ich wurde irre "an der Lehre meiner sämtli-
       chen theologischen Meister in Deutschland, die mir durch das, was
       ich als  ihr Versagen  gegenüber ihrer  Kriegsideologie  empfand,
       rettungslos kompromittiert  erschienen" 3). Denn "eine ganze Welt
       von Exegese,  Ethik, Dogmatik  und Predigt, die ich bis dahin für
       grundsätzlich glaubwürdig  gehalten hatte, kam damit und mit dem,
       was man  damals von den deutschen Theologen sonst zu lesen bekam,
       bis auf die Grundlagen ins Schwanken" 4).
       Aber erschrocken  war Barth nicht nur wegen des Verhaltens seiner
       deutschen Lehrer, sondern auch wegen des "großen Sündenfalls" der
       Sozialdemokratie, von  der er als ein dem Sozialismus nahestehen-
       der Theologe  eine ganz  andere Standfestigkeit und Resistenz ge-
       genüber der  herrschenden Kriegshysterie erhofft hatte. Es war ja
       noch nicht  lange her,  "daß im  Münster zu Basel die Sozialisten
       aller Länder  sich selbst und der Welt feierlich genug versicher-
       ten, daß sie sich dem Ausbruch jedes neuen Krieges wirksam zu wi-
       dersetzen wissen  würden" 5).  Und nun  schwenkten sie  fast  ge-
       schlossen in allen Ländern in die nationalen Kriegsfronten ein.
       Trotz dieser  tiefen Enttäuschung  trat Barth  im Januar 1915 der
       sozialdemokratischen Partei  in der Schweiz bei und galt nun bald
       als "roter  Pfarrer", was  damals noch  skandalös war und ihm die
       Bezeichnung Bolschewik  eintrug. Es  hat inzwischen eine lebhafte
       Diskussion darüber  gegeben, in  welchem Sinn Barth ein Sozialist
       war, und  noch heute ist sie nicht abgeschlossen 6). Barth selbst
       hat öfter  erklärt, er  habe sich  nicht als  einen ideologischen
       Marxisten verstanden.  In einem Vortrag in seiner Gemeinde Safen-
       wil am  4.12.1915 sagte er: "Ich halte den politischen Pfarrer in
       jeder Form, auch in der sozialistischen, für eine Verirrung. Wohl
       aber stelle  ich mich... als Mensch und Bürger auf die... sozial-
       demokratische Seite." Wenige Tage später betonte er, er könne das
       Reich Gottes  "da nicht finden, wo man doch immer wieder das Geld
       wichtiger nimmt  als die  Menschen, wo  der Besitz doch immer der
       Maßstab aller  Werte ist,  wo man ängstlich und kleinlich das Va-
       terland über  die Menschheit  stellt, wo man immer wieder stärker
       an das Gegenwärtige glaubt als an das Zukünftige". Sofern der So-
       zialismus über  ein solches Denken hinausweist, ist er "mir trotz
       seiner Unvollkommenheiten,  über die man ganz ruhig und offen re-
       den kann,  eines der  erfreulichsten Anzeichen  dafür, daß Gottes
       Reich nicht stille steht, daß Gott an der Arbeit ist" 7).
       Hatte sich  Barth schon  vor 1914  mit Arbeiterfragen,  mit Wirt-
       schaftsproblemen, mit dem Thema Sozialismus befaßt und in Vorträ-
       gen hin  und her  im Land darüber geäußert, so tat er es nun auch
       als  Parteimitglied,  freilich  vor  allem  interessiert  an  den
       "ordinären, praktischen  Fragen", auf  die er als Gemeindepfarrer
       stieß. Er half mit, daß in Safenwil "drei blühende Gewerkschaften
       auf dem  Plan blieben", trat als Demonstrationsredner auf und ge-
       riet  in  heftige  Kämpfe  mit  dem  örtlichen  Fabrikherrn,  der
       schließlich mit  anderen aus  der Kirche austrat, als Barth am 1.
       Mai 1919 mit den Arbeitern hinter der roten Fahne marschierte.
       Dies alles war gewiß ungewöhnlich, nicht nur in Deutschland, son-
       dern auch  in der Schweiz, aber es war nicht völlig singulär. Un-
       ter den  vielen Theologen  und Kirchenmännern, die damals von der
       "sozialen Frage"  umgetrieben waren, gab es einzelne, die dem So-
       zialismus aufgeschlossen  gegenüberstanden. Barth hatte mehr oder
       weniger engen  Kontakt mit  den Bekanntesten unter ihnen wie z.B.
       den religiösen  Sozialisten Hermann  Kutter und Leonhard Ragaz in
       der Schweiz  und dem von ihm besonders hoch geschätzten Christoph
       Blumhardt in  Möttlingen (Württemberg),  der nach seiner Wahl zum
       sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten  sein Pfarramt aufgeben
       mußte. Das  Besondere bei  Barth ist, daß sein gesellschaftliches
       Engagement und  speziell auch  sein Verhältnis zum Sozialismus in
       engem Zusammenhang  stand mit  einem langjährigen, tiefgreifenden
       theologischen Reflexionsprozeß,  in dem  der anfänglich  liberal-
       protestantische Harnack-  und Herrmannschüler sich zum Wortführer
       der sogenannten  dialektischen Theologie  wandelte, die  nach dem
       ersten Weltkrieg besonders in Deutschland großen Einfluß gewann.
       In Barths  Römerbriefkommentar, durch den er "berühmt" wurde, er-
       folgt eine  radikale Relativierung aller menschlichen Unterschei-
       dungen zwischen  religiös und  unreligiös, zwischen moralisch und
       unmoralisch zugunsten des "unendlichen qualitativen Unterschieds"
       zwischen dem  Reich Gottes  und allen menschlichen Möglichkeiten.
       Der "Standpunkt  Gottes" steht  allen unseren  Parteistandpunkten
       "gegenüber". Aber gerade so ist "Gotteserkenntnis... kein Entrin-
       nen in  die sichere  Höhe reiner  Ideen, sondern ein mitleidendes
       und mitschaffendes  und mithoffendes  Eintreten auf  die Not  der
       jetzigen Welt"  8). Was  hier anklingt,  erhält seine scharfe Zu-
       spitzung in  Barths Tambacher Vortrag 1919 "Der Christ in der Ge-
       sellschaft" und  in der  zweiten Auflage des Römerbriefs. Nun ist
       von einer  "Revolution Gottes"  die Rede, der gegenüber alle men-
       schlichen Revolutionen  nur "Revolutiönchen"  sind. "Christus zum
       soundsovielten Male zu säkularisieren, heute z.B. der Sozialdemo-
       kratie, dem Pazifismus, dem Wandervogel zu Liebe, wie ehemals den
       Vaterländern, dem  Schweizertum und  Deutschtum, dem Liberalismus
       der Gebildeten  zu Liebe",  davor wird  eindrücklich gewarnt  9),
       freilich nicht, ohne auch jetzt bereits von Gleichnissen des Him-
       melreichs, von  Analogien des  Göttlichen im Weltlichen zu reden.
       Kein Wunder,  daß damit nicht nur, wie Barth selbst bemerkte, un-
       beabsichtigt eine  große Glocke  angeschlagen war,  die unzählige
       aufrüttelte und aufhorchen ließ, sondern auch heftige Kritik aus-
       gelöst wurde,  gerade bei  ihm nahestehenden  religiösen Soziali-
       sten. L.  Ragaz ging soweit, daß er Barth vorwarf, diese Bewegung
       mit seinem Tambacher Vortrag in Deutschland "verdorben" zu haben.
       Man kann  das Verhältnis  Theologie und  Politik, wie es sich bis
       dahin bei  Barth erkennen läßt, schwerlich auf einen Nenner brin-
       gen. Festzuhalten  ist auf  alle Fälle, daß er sich auf die Seite
       der wirtschaftlich  Ausgebeuteten und  Unterdrückten  gerade  als
       Pfarrer gedrängt sah und durch seinen Beitritt zur sozialdemokra-
       tischen Partei,  die damals  ja noch  keine  alles  integrierende
       Volkspartei war,  die  bestehenden  Klassenschranken  durchbrach,
       aber daß  er zugleich  gegen eine  Verwechslung  der  politischen
       Zielsetzung mit  dem verheißenden  und  von  Gott  allein  aufzu-
       richtenden Reich Gottes und damit auch gegen einen "christlichen"
       Sozialismus immer  schärfer zu Felde zog. Die Frage ist, wie sich
       die große  "Revolution Gottes",  die er  in der  Bibel verkündigt
       sah, zu dem politischen und sozialen Kampf um irdische Gerechtig-
       keit, zu  dem er  sich verpflichtet  fühlte,  verhält.  Kann  man
       gleichzeitig zu politischer Parteinahme und sozialistischer Soli-
       darität entschlossen  sein und  dennoch jede  irdische Revolution
       desillusionieren und  zu einem "Revolutiönchen" degradieren? Gibt
       es -  in der traditionellen theologischen Begrifflichkeit geredet
       - entgegen  einer Trennung der beiden "Reiche" wie entgegen ihrer
       Vermischung ein Drittes?
       
       II
       
       Barth hielt  sich als  Theologieprofessor in Deutschland, wozu er
       unerwartet ohne  Promotion und Habilitation berufen wurde, in den
       zwanziger Jahren  politisch zurück, sei es, weil er als Schweizer
       sich dazu  verpflichtet fühlte, sei es, weil er nun nicht mehr so
       direkt wie  als Pfarrer  in Safenwil mit sozialen Notständen kon-
       frontiert war  oder weil er als akademischer Lehrer, der zu einer
       tiefgreifenden Kritik an der gesamten neuprotestantischen Theolo-
       gie und  zu einer subtilen Neubesinnung über die Grundlagen einer
       christlichen Dogmatik ansetzte, völlig absorbiert war. Sein poli-
       tisches Interesse  kam allerdings  nicht zum Erliegen, und manche
       persönliche Äußerung wie einzelne öffentliche Stellungnahmen zei-
       gen, in  welcher Richtung  es  sich  bewegte.  Rückblickend  sagt
       Barth: "Doch  konnte es  nicht ausbleiben, daß ich von meinen Bü-
       chern und  Heften auch immer wieder aufzublicken und aufzuhorchen
       hatte. Ich  sah ein Deutschland, das im Begriff war, sich von dem
       verlorenen  Ersten   Weltkrieg  und   seinen  Folgen-   das  Wort
       'Versailles', norddeutsch  ausgesprochen, tönte oft wie ein Peit-
       schenhieb in meinen Ohren - erholen zu wollen, sich aber offenbar
       nicht erholen konnte." 10)
       Bissige Bemerkungen konnte Barth über seine konservativen profes-
       soralen Kollegen machen, die überwiegend auf Schwarz-weiß-rot und
       den Kaiser  schworen. "Ich  begleitete die Bemühungen der wenigen
       besonnenen  Männer,  der  kleinen  gutwilligen  Kreise,  die  die
       'Weimarer Republik'  und ihre Verfassung ernst nahmen, eine deut-
       sche soziale Demokratie aufbauen und dem Lande einen angemessenen
       Raum inmitten  der ihm zunächst noch mißtrauisch genug gegenüber-
       stehenden Umwelt  in loyaler  Weise sichern  wollten. Ich sah und
       hörte aber  auch die damaligen sogenannten 'Deutsch-Nationalen' -
       in meiner Erinnerung die unerfreulichsten aller Kreaturen Gottes,
       die mir je begegnet sind -, die nichts gelernt und nichts verges-
       sen hatten,  die jeden,  aber auch jeden Versuch, auf jener Basis
       das Bestmögliche zu erreichen, torpedierten und damit und mit ih-
       ren Hetzreden zur Füllung der Schalen des Zorns, die sich dann in
       den zwei folgenden Jahrzehnten über die deutsche Nation ergossen,
       wohl den  wichtigsten Beitrag  geliefert haben."  11) "(Insbeson-
       dere)  fand  ich  die  Professorenschaft,  wie  ich  sie  gesell-
       schaftlich, in Sprechzimmern, Senatssitzungen und anderswo kennen
       lernte, mit  wenigen Ausnahmen  durchaus... gegenüber  der  armen
       Weimarer Republik  - weit  entfernt davon,  daß man  ihr auch nur
       eine faire  Chance gegeben hätte - in der Haltung, die ich... nur
       mit dem Wort Sabotage bezeichnen kann... Sie hat die Vorstellung,
       daß das  Jahr 1919  eine Befreiung  Deutschlands  bedeutet  haben
       könnte, mit...  Hohn behandelt...  Sie hat  mit ihrer...  mit der
       größten Selbstverständlichkeit  vertretenen Geschichtsphilosophie
       die Hitlerei  so kräftig vorbereitet, als es in ihrem Bereich nur
       geschehen konnte.  Soll ich... Szenen beschreiben, die ich damals
       staunend miterlebt  habe? Etwa...  von dem  Konflikt zwischen dem
       Münsterer Senat  und der Berliner Regierung wegen drei unförmigen
       Kaiserbildern, von  denen die  Universität nicht  lassen  wollte?
       Oder davon,  wie dort  (im Herbst 1929) der Fliegerhauptmann Her-
       mann Göring  in den  heiligen Hallen  der  Universität  empfangen
       wurde und  uns eine  zweistündige Brandrede  zur Langemarck-Feier
       halten durfte?" 12) Mit grimmigem Zorn konnte Barth sich auch ge-
       gen das  "pompöse Selbstbewußtsein"  einer  evangelischen  Kirche
       wenden, die  sich -  vorbei an  der wirklichen Not der Menschen -
       ihrer  volkskirchlichen   Manövrierkunst  rühmte   und  auf   ein
       "Jahrhundert der  Kirche" hoffte,  so daß  er in  seinem  Aufsatz
       "Quousque tandem"  zur Jahreswende 1929/30 geradezu von einer ca-
       tilinarischen "Verschwörung  gegen die Substanz der evangelischen
       Kirche" sprechen konnte.
       Aber dies  alles -  wie auch  sein Eintreten für den wegen kriti-
       scher Äußerungen zur religiösen Verklärung der Kriegsopfer heftig
       angegriffenen und aus dem akademischen Lehramt gedrängten Profes-
       sor Günther  Dehn -  war nur Vorgeplänkel zu den Kämpfen, die mit
       der Aufrichtung  des NS-Regimes  begannen. Während  Barth erst im
       Juni 1933,  gedrängt von  Schülern und  Freunden, sein  Schweigen
       brach mit  seiner Aufsehen  erregenden Schrift "Theologische Exi-
       stenz heute!",  aber auch  hier noch  trotz aller  Kritik an  der
       deutsch-christlichen Kirchenpolitik  und der  bisherigen kirchli-
       chen Reaktion  darauf zur  sachlichen theologischen  Weiterarbeit
       aufrief ("als ob nichts geschehen wäre"), wurde er bald zum theo-
       logischen Haupt der sich bildenden kirchlichen Opposition und zum
       Verfasser des  Entwurfs der  sogenannten Theologischen Opposition
       und zum  Verfasser des Entwurfs der sogenannten Theologischen Er-
       klärung von  Barmen, der im Mai 1934 von der ersten deutschen Be-
       kenntnissynode angenommenen  Magna Charta der Bekennenden Kirche.
       Im Kampf  für die Freiheit der Kirche, ihrer Verkündigung und ih-
       rer Ordnung, den viele nur als innerkirchlichen Streit empfanden,
       bei dem  man den  Konflikt mit  dem Staat  möglichst scheute, war
       Barth einer  der wenigen  Theologen, die bald nicht nur allgemein
       einen Totalanspruch des Staates ablehnten, sondern dies auch kon-
       kret dem  herrschenden Regime  gegenüber bekundeten.  Barth,  der
       sich geweigert  hatte, aus  der SPD, der er 1931 beigetreten war,
       nach der  Machtübernahme Hitlers  auszutreten, der einen uneinge-
       schränkten Beamteneid  nicht zu  leisten bereit war, der den Hit-
       lergruß im  Kolleg ablehnte, verlor trotz eines für ihn nicht un-
       günstig ausgegangenen  Prozesses 1935  sein Amt  und folgte einem
       Ruf an die Universität Basel.
       Jetzt aber  wurde er  erst recht zu einem Wortführer im geistigen
       Widerstand gegen Hitler, so daß er nicht nur den Nationalsoziali-
       sten höchst verdächtig war - Verbindung mit Barth sei Hochverrat,
       sagte mir bei einem Verhör ein Gestapobeamter -, sondern auch für
       die Leitung der Bekennenden Kirche sehr unbequem wurde. Schon als
       er noch  in Deutschland  war, konnte man von ihm hören, dies Land
       werde von  einer Verbrecherbande regiert, aber in der Schweiz er-
       klärte er spätestens 1938 öffentlich, die heute an die Kirche ge-
       richtete Frage  sei die des Nationalsozialismus. Die Zeit sei ge-
       kommen, wo  man ihm nicht mehr (wie auch er anfangs) kritisch ab-
       wartend, sondern  nur noch  eindeutig Nein sagend gegenübertreten
       könne. Denn  es handle sich bei ihm um eine grundsätzliche Auflö-
       sung des  rechten Staates  durch eine totale, prinzipielle Dikta-
       tur, ja,  eine religiöse  Heilsanstalt und ein radikal inhumanes,
       verbrecherisches System.  Der Christ  müsse um  seine Beseitigung
       beten und  wenn sein  Gebet ernstlich  sei - auch Widerstand lei-
       sten. In seiner Gastvorlesung an der Universität Aberdeen konsta-
       tiert er  in Auslegung des Schottischen Bekenntnisses: "Es könnte
       sein, daß  wir es  mit einer Regierung von Wortbrüchigen, Mördern
       und Brandstiftern  zu tun  hätten, mit  einer Regierung, die sich
       selbst an  die Stelle Gottes setzen, die die Gewissen binden, die
       Kirche unterdrücken  und sich  zur Kirche  des Antichrist  machen
       wollte. Es  könnte dann  offenbar sein,  daß wir  nur noch wählen
       könnten: entweder  im Ungehorsam  gegen Gott  den Gehorsam  gegen
       diese Regierung  oder im Gehorsam gegen Gott den Ungehorsam gegen
       diese Regierung.  Müßte dann  nicht Gott mehr gehorcht werden als
       den Menschen?  Müßte es  uns dann nicht verboten sein, nur leiden
       zu wollen?"  13) Hier  kann "aktive Resistenz" am Platz sein, bei
       der notfalls Gewalt gegen Gewalt gesetzt werden muß.
       So konnte Barth in der Tschechenkrise 1938 in einem Brief an sei-
       nen Freund  Professor Hromadka in Prag den bewaffneten Widerstand
       gegen Hitler auch christlich für geboten erklären - zum Entsetzen
       der sich  davon distanzierenden Leitung der Bekennenden Kirche in
       Deutschland. Barth  bemühte sich,  auch in  der neutralen Schweiz
       die Parteinahme gegen Hitler zu wecken und zu stärken. Er leitete
       das Basler  Komitee des  Schweizer Hilfswerks für bedrängte deut-
       sche Gelehrte, setzte sich für die Verleihung des Nobelpreises an
       Carl von Ossietzky ein, nahm sich der Emigranten an, beriet seine
       Freunde in  der deutschen  Bekennenden Kirche,  meldete sich noch
       als 54jähriger zum Dienst mit der Waffe im Schweizer Hilfsdienst,
       zog zeitweise  ein politisches Publikationsverbot der ängstlichen
       Schweizer Regierung  auf sich und schreckte sogar nicht davor zu-
       rück, im Nationalkomitee "Freies Deutschland" mit Kommunisten zu-
       sammenzuarbeiten. Der  Theologe, der  wie kaum  ein anderer davor
       warnte, Gottes  Reich mit  den Reichen dieser Welt zu verwechseln
       und den  politischen Kampf  zu einem  Kreuzzug hochzustilisieren,
       konnte in  bestimmten Situationen zu eindeutigen politischen Ent-
       scheidungen aufrufen und Staat und Kirche schockieren.
       
       III
       
       Für Überraschungen  sorgte Barth mit seinen politischen Stellung-
       nahmen auch  nach 1945, als das "tausendjährige Reich" in Trümmer
       gefallen war  und er mit seinen Voraussagen recht behalten hatte.
       Schon als  sich die Niederlage der deutschen Armeen immer deutli-
       cher abzeichnete, nahm Barth Partei für das geschlagene und gede-
       mütigte deutsche  Volk. Er mahnte die Alliierten, nach ihrem Sieg
       nicht die  nach dem Ersten Weltkrieg begangenen Fehler zu wieder-
       holen, sondern  durch ihr  Verhalten gegenüber  den Besiegten zum
       Aufbau einer  wirklichen Demokratie  beizutragen. Er  lehrte 1945
       und 1946  je ein  Gastsemester an der zerstörten Bonner Universi-
       tät, von  der er vertrieben worden war. Er bemühte sich vor allem
       darum, die evangelische Kirche in Deutschland vor einer Restaura-
       tion des  überkommenen Kirchentums  konsistorialer Art, vor einer
       Flucht in  Liturgismus und  Konfessionalismus  zu  bewahren,  und
       hoffte auf einen Neuaufbau von unten, von der Gemeinde her. Seine
       in der Schweiz, aber auch an vielen Orten in Deutschland gehalte-
       nen Vorträge  sind getragen  von der Überzeugung, "daß Europa und
       sogar die  Welt jetzt  n a c h  ihnen (sc. nach den 'abgetretenen
       falschen Propheten') an einem Wendepunkt stehen, von dem aus neue
       Wege in neuer Richtung gesucht und gefunden werden müssen" 14).
       Die Entwicklung  in Staat  und Kirche  lief freilich bald so, daß
       Barth sich  zum Protest gedrängt fühlte. Das begann 1945, als man
       im deutschen  Volk nach  dem Zusammenbruch  des "Dritten  Reichs"
       sich mit  der furchtbaren jüngsten Vergangenheit konfrontiert und
       den Folgen  des vom Zaun gebrochenen Zweiten Weltkriegs ausgelie-
       fert sah.  Durch Verurteilung des einst so heiß geliebten Führers
       und durch  Selbstbemitleidung versuchten viele die Frage nach der
       eigenen Mitverantwortung  für das  Geschehene zu  verdrängen  und
       durch gegenseitige  Schuldaufrechnung eine  Umkehr zu  vereiteln.
       Die heftige  Diskussion um die auch von Barth angeregte Schulder-
       klärung des  Rates der  Evangelischen Kirche  in  Deutschland  in
       Stuttgart 1945  zeigte, daß  man auch  in Kreisen der Kirche, ja,
       sogar der  Bekennenden Kirche,  dazu neigte,  von der politischen
       Dimension der Schuld abzulenken auf ein rein geistliches Bekennen
       vor Gott  im stillen  Kämmerlein oder sich gar durch die Rede vom
       Walten geheimnisvoller  dämonischer Mächte  zu  entlasten.  (Vgl.
       Helmut Thielickes Wort: Wir haben den Dämonen ins Auge geschaut!)
       Barth hatte in einem Brief an Martin Niemöller der Erwartung Aus-
       druck gegeben,  man solle  den Irrweg  des deutschen  Volkes, das
       sich 1933  in die  Hände von  Adolf Hitler begab, eingestehen und
       erklären, "daß  sich die evangelische Kirche in Deutschland durch
       falsches Reden und falsches Schweigen an diesem Irrtum mitverant-
       wortlich gemacht  habe". Er  warnte vor  theologischen Allgemein-
       plätzen und schrieb: " bitte auch kein Hinweis auf Teufel und Dä-
       monen, auf  die allgemeine  Erbsünde, auf  die Schuld der anderen
       usf., nur  klipp und  klar und  ohne Zutat  und Einschränkung die
       Feststellung: Wir  Deutschen haben  uns geirrt, daher das heutige
       Chaos, und wir Christen in Deutschland waren eben auch Deutsche!"
       15) Barth  lobte zwar das Stuttgarter Wort, in dem die Kirche im-
       merhin erklärte:  "Durch uns ist unendliches Leid über viele Völ-
       ker und  Länder gebracht worden", und sich anklagt, nicht mutiger
       bekannt zu  haben, aber  er tadelte doch seine Halbherzigkeit und
       die Abschwächungen  und Entschuldigungen, mit denen man diese Er-
       klärung gegenüber  dem Sturm  der Entrüstung,  den sie  auslöste,
       verteidigte.
       Der Widerstand  gegen das Stuttgarter Schuldbekenntnis veranlaßte
       den Bruderrat der Bekennenden Kirche zu einer Konkretisierung der
       Schulderklärung, und dies geschah 1947 durch das sogenannte Darm-
       städter Wort "Zum politischen Weg unsres Volkes", das nie von der
       offiziellen Kirche übernommen wurde und selbst in der Bekennenden
       Kirche, ja,  auch in  ihrem Bruderrat,  harte Kämpfe provozierte.
       Erst neuere  Untersuchungen haben gezeigt, daß auch Karl Barth an
       der Ausarbeitung  des Entwurfs  beteiligt war.  Dies Wort ist nur
       verständlich, wenn  man die  gespannte politische  Situation  des
       Jahres 1947  bedenkt: Die  Truman-Doktrin vom  März 1947 war eine
       Kampfansage an  die Sowjetunion,  und der  Marshallplan vom  Juni
       1947 leitete  die wirtschaftliche Einbindung der westeuropäischen
       Länder ein.  Gegenüber dem  Versuch, den  Kalten Krieg durch eine
       antikommunistische Kreuzzugsideologie  anzuheizen und die christ-
       lichen Kirchen  dafür einzuspannen,  wendet sich  das Darmstädter
       Wort ebenso  entschieden wie  gegen die Wiederbelebung nationali-
       stischer und militaristischer Träume. Es atmet durchaus den Geist
       Karl Barths,  wenn es  in der am heftigsten angegriffenen fünften
       These dort heißt: "Wir sind in die Irre gegangen, als wir übersa-
       hen, daß  der ökonomische  Materialismus der  marxistischen Lehre
       die Kirche an den Auftrag und die Verheißung der Gemeinde für das
       Leben und  Zusammenleben der Menschen im Diesseits hätte gemahnen
       müssen. Wir  haben es  unterlassen, die  Sache der Armen und Ent-
       rechteten gemäß dem Evangelium von Gottes kommendem Reich zur Sa-
       che der Christenheit zu machen."
       Der Ost-West-Konflikt  war das  politische Problem,  das Barth in
       den Nachkriegsjahren  am stärksten  bewegte, aber  er wurde  auch
       hier eher  von außen zu Stellungnahmen gedrängt. Seine Freunde in
       der Bundesrepublik,  in der Deutschen Demokratischen Republik, in
       Ungarn, in  der Tschechoslowakei  veranlaßten ihn, sich zu Fragen
       der Remilitarisierung (vgl. Heinemanns Rücktritt als Bundesinnen-
       minister), des Kalten Kriegs, des Antikommunismus zu  äußern, und
       manches, was er in vertraulichen Briefen kundtat, wurde ohne sein
       Wissen und  Wollen an  die große  Glocke gehängt.  In der Zeitung
       "Christ und  Welt" vom  12.10.1950 konnte man lesen: "Es ist son-
       derbar, daß derselbe Professor Barth heute, da Deutschland in der
       gleichen Lage  gegenüber Stalin  ist wie  vor  zwölf  Jahren  die
       Tschechoslowakei gegenüber  Hitler, sich  nicht im gleichen Sinne
       an seine  deutschen Freunde  wendet, die  jetzt das Gegenteil von
       dem betreiben,  was Barth  seinerzeit den Tschechen anriet." Ähn-
       lich sein  Züricher Kollege  Emil Brunner, der Barth fragte, wes-
       halb er  nicht zum  Bekenntnis gegen den Kommunismus aufrufe, wie
       er es  gegen den  Nationalsozialismus getan  habe. Vor dem Berner
       Großen Rat  griff der Regierungsrat Markus Feldmann ihn heftig an
       wegen seiner "Kommunistenfreundlichkeit", und es erhob sich mona-
       telang ein  Sturm der  Entrüstung im  schweizerischen Blätterwald
       gegen  Barth.   Die  "Schweizerische   Politische  Korrespondenz"
       fragte, "ob es nicht an der Zeit wäre, den Herrn Theologieprofes-
       sor endlich  einmal vor den Strafrichter zu zitieren" 16). Daß in
       der Bundesrepublik Deutschland die herrschende Adenauerpartei ihm
       mit großem  Mißtrauen gegenüberstand  (vgl. den  Streit mit Eugen
       Gerstenmaier), daß noch 1958 ein Bundespräsident Heuß die Verlei-
       hung des  Friedenspreises des  deutschen Buchhandels  an Barth zu
       verhindern wußte,  hat ihn nicht so betrübt wie die Distanzierung
       der hessischen  (SPD)-Regierung von seiner Rede am Volkstrauertag
       1954 in Wiesbaden, in der er auch die "Rote Kapelle" in ihrem Wi-
       derstand gegen  Hitler erwähnte und sich für eine Neutralisierung
       und Entmilitarisierung Deutschlands aussprach.
       Was Barth  in seinen  gelegentlichen schriftlichen und mündlichen
       Äußerungen zum  Kommunismus bzw.  zum Antikommunismus gesagt hat,
       können wir  hier nur in groben Strichen umreißen. Fest steht, daß
       sich Barth  weigerte, den  Kommunismus zu verurteilen und öffent-
       lich zu  attackieren wie  einst den Nationalsozialismus, und zwar
       aus verschiedenen  Gründen. Im  Unterschied zur Haltung des deut-
       schen Volkes  zu Hitler  1933 sei jetzt die gut oder schlecht be-
       gründete Entschlossenheit  zur Abwehr des Stalinschen Kommunismus
       Allgemeingut, ja,  es herrsche  heute "eine  allgemeine Überwach-
       heit, Nervosität  und Aufregung", die nicht noch durch die Kirche
       gesteigert werden  müsse. Von  einer Attraktivität oder gar einer
       religiösen Verklärung  des Kommunismus  wie einst des Nationalso-
       zialismus durch die "Deutschen Christen" könne gerade in kirchli-
       chen Kreisen keine Rede sein. Auch wenn man die Sowjetunion nicht
       für die  Friedensmacht halte, als die sie sich empfehle, habe sie
       sich bis  jetzt nicht als eine Macht dargestellt, die einen Krieg
       vom Zaun  brechen wolle, sondern es spreche viel dagegen, daß sie
       den Krieg  überhaupt wolle.  Bei aller  Kritik, die auch Barth am
       kommunistischen Staat  damals hatte,  sieht er einen wesentlichen
       Unterschied zwischen ihm und dem "Dritten Reich".
       Vor allem  sei eine  ernsthafte Abwehr  des Kommunismus, wenn man
       ihn denn  für eine Gefahr halte, nicht von einem politischen oder
       gar militärischen  Kreuzzug gegen  ihn zu  erhoffen, sondern  nur
       durch Schaffung gerechter, für alle Bevölkerungsschichten tragba-
       rer sozialer Verhältnisse. Barth kann sagen: "Wer den Kommunismus
       nicht will - und wir wollen ihn alle nicht (!) - der trete gerade
       nicht gegen  ihn in die Schranken, sondern stehe für einen ernst-
       haften Sozialismus!" 17)
       Wenn Barth  unbefangen Kommunisten gegenübertrat (z.B. bei seinen
       Besuchen in  der DDR  und in  Ungarn), wenn er im Nationalkomitee
       "Freies Deutschland" gegen Kriegsende mit ihnen hatte zusammenar-
       beiten können, wenn er die Christen und Kirchen hinter dem eiser-
       nen Vorhang immer wieder aufforderte, an ihrem Platz auszuharren,
       ihres Glaubens  zu leben  und der  "Stadt Bestes"  zu suchen, ja,
       wenn er  durchweg den Antikommunismus für viel gefährlicher hielt
       als den Kommunismus, so heißt das nicht, daß er ihm kritiklos ge-
       genübergestanden hätte.  Er weigerte  sich z.B.,  den Stockholmer
       Friedensaufruf 1950  zu unterschreiben,  wofür ihn Ilja Ehrenburg
       gewinnen wollte, weil er darin ein Propagandaunternehmen zu sehen
       meinte. Er  trat nicht  wie viele seiner Freunde der Christlichen
       Friedenskonferenz bei,  wohl weil  er damals bei ihr eine einsei-
       tige Orientierung fürchtete, und er blieb in dieser Hinsicht auch
       dem ihm so nahestehenden Freund Professor Hromadka in Prag gegen-
       über reserviert.  In einem persönlichen Brief an Bischof Bereczky
       in Ungarn  (der aber bald veröffentlicht wurde) warnte er bei al-
       lem Verständnis  für den  Weg der Kirche dort vor einer Wiederho-
       lung des Irrtums der "Deutschen Christen", wenn nun auch in umge-
       kehrter Frontstellung,  d.h. vor einer christlichen Absegnung ei-
       ner bestimmten  politischen Geschichtsschau.  So kann  er den Bi-
       schof fragen:  "Ob Sie  nicht in einen schweren  t h e o l o g i-
       s c h e n   I r r t u m   hineinzugeraten im  Begriff  sind?  Ich
       meine damit   n i c h t   das,  daß Sie  den Kommunismus offenbar
       gutheißen. Sie  wissen, daß ich auch darin, also politisch, nicht
       mit Ihnen gehen kann. Immerhin: Darüber kann man jedenfalls unter
       Christen diskutieren.  Ich meine  aber  zu  sehen:  Sie  sind  im
       Begriffe,  aus   Ihrer  Bejahung   des  Kommunismus   ein   Stück
       christlicher Botschaft, einen Glaubensartikel zu machen, der, wie
       es bei der Einführung solcher 'fremden Lehre' noch immer gegangen
       ist, alle anderen in den Schatten zu stellen beginnt, von dem her
       Sie nun  das ganze  Credo  und  die  ganze  Bibel  interpretieren
       wollen." 18)
       Wie Barth  grundsätzlich zum  Ost-West-Konflikt steht, das hat er
       wohl zusammenfassend  am klarsten  1949 in  seinem Vortrag  " Die
       Kirche zwischen Ost und West" 19) zum Ausdruck gebracht. Er leug-
       net nicht  die  Tiefe  des  Gegensatzes,  das  Aufeinandertreffen
       zweier mächtiger  Prinzipien, Systeme  und Ideologien. Der Westen
       wirft dem  Osten seinen  Materialismus, Vernichtung der Freiheit,
       Polizeimethoden, eine  auf falschen  Glauben sich  gründende  Un-
       menschlichkeit vor.  Der Osten  beschuldigt den Westen, er unter-
       werfe den  Menschen der  Herrschaft des Geldes, die durch morali-
       sche und  religiöse Prinzipien  heuchlerisch verkleidet und durch
       eine formale Demokratie getarnt werde. Die Kirche darf sich weder
       in diese  noch in jene ideologische Front einschließen lassen. Im
       Westen, in dem Barth lebt, müsse sie vor allem davor gewarnt wer-
       den, das  gegenüber dem  Nationalsozialismus geforderte  Damnamus
       gegenüber dem  Kommunismus einfach  zu wiederholen,  da dieser im
       Unterschied zu  Hitler nicht  eine "Ausgeburt  des Wahnsinns  und
       Verbrechens" sei,  sondern bei  all seinen  "totalitären Greueln"
       jedenfalls seiner  Intention nach auf eine konstruktive Idee, auf
       die soziale  Frage, ausgerichtet sei. Deshalb: "Solange es im We-
       sten noch  eine 'Freiheit'  gibt, Wirtschaftskrisen zu veranstal-
       ten, eine 'Freiheit', hier Getreide ins Meer zu schütten, während
       dort gehungert  wird, solange  ist es uns jedenfalls als Christen
       verwehrt, dem Osten ein unbedingtes Nein entgegenzuschleudern..."
       20) Der kommunistische Osten bekennt sich zwar zur Gottlosigkeit,
       er ist  "kaltschnäuzig achristlich" (auf Grund seiner aus dem We-
       sten bezogenen Philosophie), aber nicht "antichristlich". Ihm ge-
       genüber habe  die Kirche  zwar  ihre  Botschaft,  das  "Wort  vom
       Kreuz", zu  bezeugen, aber  nicht einen  Kreuzzug zu propagieren.
       Sie hat für einen Frieden einzutreten, der weder die Freiheit ge-
       gen die  Gerechtigkeit noch  die Gerechtigkeit gegen die Freiheit
       ausspielt, sondern beides miteinander verbindet.
       Daß die  politische Haltung  Barths bei  aller Warnung  vor kurz-
       schlüssigem Frontdenken und Verabsolutierung der Gegensätze nicht
       im Sinne  steter Ausgewogenheit nach allen Seiten hin mißverstan-
       den werden  darf, daß  er vielmehr  in bestimmten  Situationen zu
       eindeutigen Entscheidungen  aufrufen konnte,  das zeigt nicht nur
       seine Verurteilung  des Nationalsozialismus  oder eines  "christ-
       lichen" Antikommunismus,  sondern vor allem auch sein klares Nein
       zu den  Atomwaffen. Barth war kein prinzipieller Pazifist und hat
       noch in  seiner 1951  erschienenen Ethik der Schöpfungslehre 21),
       zwar den  Krieg gründlich  desillusioniert und  entmythologisiert
       und seine  ganze Häßlichkeit  sowohl  hinsichtlich  der  Ursachen
       (meist materielle Interessen) wie der brutalen Durchführung zumal
       des modernen  Kriegs entlarvt, aber er hat ihn damals dennoch als
       äußerste Möglichkeit  im Falle  der Lebensbedrohung eines Volkes,
       die unerträglich geworden ist, zu rechtfertigen versucht.
       Nachdem ihm  aber die  bisher unbekannte Möglichkeit der Vernich-
       tung der  ganzen Menschheit  durch atomare Waffen bewußt geworden
       war, so  daß es  nicht mehr  nur um  Prinzipien,  Ideologien  und
       Machtfragen geht,  sondern um das Überleben der Menschheit, hielt
       er es  für eine unbedingte Pflicht, den Verantwortlichen ein Halt
       zuzurufen, "bis  ihnen die  Ohren gellen",  ehe es  zu spät  ist.
       Darum hat er nicht nur den Schweizer Abgeordneten in einem kirch-
       lichen Minderheitsvotum  sein deutliches Nein erklärt und in die-
       sem Sinn  auch an  den Europäischen  Kongreß gegen atomare Aufrü-
       stung appelliert,  sondern er  lieferte  auch  den  westdeutschen
       Kirchlichen Bruderschaften, die am schärfsten in der Kirche gegen
       die atomare  Rüstung Einspruch erhoben, den Entwurf zu ihren heiß
       umkämpften Thesen,  in denen das Ja zu den Atomwaffen als Angriff
       auf alle  drei Artikel des christlichen Glaubens bezeichnet wird.
       Ein Vierteljahrhundert  hat es gedauert, bis endlich dieses "Nein
       ohne jedes  Ja" sich  in den Kirchen der gesamten Ökumene langsam
       durchzusetzen beginnt.
       
       IV
       
       Wenn ich  nach diesem  knappen Überblick  über Barths politisches
       Engagement ein Resümee zu ziehen versuche, so kann das nicht hei-
       ßen, sein  sehr unterschiedliches,  durch die  konkrete Situation
       mitbestimmtes Verhalten  auf eine  glatte Formel  zu bringen oder
       direkte Handlungsanweisungen  für heute  daraus abzuleiten.  Aber
       man kann  sehr wohl  eine sachliche Kontinuität seiner im politi-
       schen Raum  gefällten Entscheidungen  erkennen, d.h.  mit  seinen
       Worten: "Zwar  keine Idee,  kein System, kein Programm, wohl aber
       eine unter  allen Umständen zu erkennende und einzuhaltende Rich-
       tung und Linie" 22) Barth hat immer nicht nur den einzelnen Chri-
       sten, sondern auch der Kirche eine politische Verantwortung zuer-
       kannt, die  dadurch wahrgenommen wird, daß sie Regierende und Re-
       gierte  an  Gottes  Reich,  an  Gottes  Gebot  und  Gerechtigkeit
       "erinnert", weil das von ihr verkündigte Wort Gottes Zuspruch und
       Anspruch auf  unser ganzes  Leben ist  - ohne Ausklammerung eines
       Lebensbereichs 23).
       Will man  hier von "politischer Theologie" oder, wie Barth selbst
       sogar sagt, von "politischem Gottesdienst" reden, so muß man sehr
       genau beachten, in welchem Sinn das gemeint ist. Drei charakteri-
       stische Momente möchte ich hier nennen:
       1. Barth lehrt keine politische Theologie in dem üblichen negati-
       ven Sinn  dieses Wortes, d.h. keine Theologie, welche die christ-
       liche Botschaft,  die Kirche,  das Christentum als Waffe im Kampf
       für politische Selbstbehauptung einsetzt. Gegen solchen Mißbrauch
       des Evangeliums  hat er zeitlebens gekämpft. Deshalb seine Entrü-
       stung über den religiös verbrämten wilhelminischen Nationalismus,
       deshalb sein Zorn gegen die christlich gerechtfertigte Vergötzung
       von Rasse,  Blut und  Volkstum, deshalb sein Nein zur christlich-
       abendländischen (d.h.  in  Wahrheit  bürgerlich-kapitalistischen)
       Front gegen  den "gottlosen"  Osten, aber deshalb auch seine War-
       nung vor einem religiösen Sozialismus, der allzu direkt seine po-
       litische Geschichtsdeutung  mit Gottes  Urteil identifiziert. Ein
       Manichäismus, der  die Welt  in Licht und Finsternis aufteilt, in
       Gute und  Böse, in Fromme und Gottlose und dann sogar mit Waffen-
       gewalt, ja,  mit Atombomben  den Kreuzzug  gegen das  Böse führen
       will, ist  unvereinbar mit  dem Glauben  an den  Gott, der  seine
       Sonne aufgehen  läßt über  Gute und  Böse. Der Protest gegen eine
       Christenheit, die das Gegenüber Gottes auflöst und deren Religion
       tatsächlich die  Projektion ihrer  Wünsche und  Sehnsüchte an den
       Himmel ist,  als die  Feuerbach sie  entlarvte, ist  trotz seiner
       Kritik an  der Einseitigkeit der Theologie seines Römerbriefs mit
       ihrer Betonung der absoluten Distanz zwischen Gott und Mensch bei
       Barth nie  erloschen und  hat Konsequenzen  bis in die politische
       Ethik. Darum  kann er immer wieder warnen vor jedem "ismus", d.h.
       jeder Weltanschauung,  die sich  absolut setzt. Darum ist er miß-
       trauisch gegenüber  einer Parteipolitik, die das hohe C als poli-
       tisches Markenzeichen  verwendet, so  wie einer, der - statt nach
       seinem Gewissen  zu handeln  - sich ständig auf sein Gewissen be-
       ruft. Echte  Wahrnehmung christlicher  Verantwortung wird im Raum
       der Politik  meist christlich  anonym geschehen, denn man muß un-
       terscheiden zwischen  der dem Christen gebotenen christlichen Be-
       gründung auch  seines politischen  Tuns und der politischen Argu-
       mentation und Betätigung, die sich "weltlich" vollzieht und säku-
       lar einleuchtend gemacht werden muß 24).
       An der  rechten Weltlichkeit der Polis (der "Bürgergemeinde", wie
       Barth im  Unterschied zur  "Christengemeinde" sagt)  ist ihm sehr
       gelegen. In  ihr wird, wie er betont, nicht geglaubt, gebetet und
       bekannt, sondern  sie kann allenfalls wie Pilatus fragen: Was ist
       Wahrheit?, aber  sie wird,  wenn sie  sich recht versteht, selbst
       nicht die  Antwort auf  diese Frage geben, sondern in "religiöser
       Hinsicht" letzte  Freiheit walten  lassen. Gott in der Verfassung
       zu beschwören,  das Kreuz  in Gerichtssälen und Schulen aufzuhän-
       gen, das  wäre für Barth höchst problematisch. Wie das Bekenntnis
       zum theoretischen Atheismus von Seiten der Regierenden kein Anlaß
       sein darf,  sie zu mißachten oder - wie Bischof Dibelius meinte -
       in Befolgung  der bürgerlichen  Pflichten nicht  zu gehorchen, so
       ist umgekehrt  ein christliches Lippenbekenntnis noch kein Grund,
       ihnen blind  zu vertrauen. So kann man nur sprechen, wenn man wie
       Barth überzeugt  ist, "daß auch die unwissende, die neutrale, die
       heidnische Bürgergemeinde im Reiche Christi ist", d.h. "daß alles
       politische Fragen und alle politische Bemühung als solche in Got-
       tes gnädiger,  den Menschen  bewahrender, seine  Sünde und  damit
       sein Verderben begrenzender Anordnung begründet sind" 25).
       2. Wie  ist  mit  dieser  "Entmythologisierung"  des  Politischen
       Barths politisches  Engagement, sein konkretes Ja und Nein in be-
       stimmten Entscheidungen zu vereinen?
       Das Kriterium zur Unterscheidung zwischen einem rechten und einem
       unrechten Staat, zwischen "gutem" und "bösem" politischen Handeln
       kann nur sein, ob durch Aufrichtung von Recht und durch Sicherung
       von Frieden  und Freiheit dem Menschen gedient wird, und zwar vor
       allem dem  schwachen,  benachteiligten  und  bedrohten  Menschen.
       Barth scheut  sich nicht,  hier den  oft mißbrauchten Begriff der
       Humanität aufzunehmen,  freilich mit der Einschränkung, daß es in
       der Politik  um die "äußere Humanisierung" menschlichen Zusammen-
       lebens geht, bei der notfalls auch die Androhung und Ausübung von
       Gewalt geboten ist 26). Macht ist nicht auf alle Fälle böse, auch
       wenn sie leicht mißbraucht wird. Aber wenn zwei dasselbe tun, muß
       es nicht  dasselbe sein.  Sogar einen  Stalin, an dessen Despotie
       Barth  viel   zu  kritisieren   hat,  will   er  nicht   mit  den
       "Scharlatanen", die  das nationalsozialistische  Deutschland  ge-
       führt hatten, "auch nur einen Augenblick im gleichen Atem nennen"
       27). Aber auch über sein politisches Urteil betr. Kommunismus ist
       er trotz  all seiner  Vorbehalte mit  dem ungarischen Bischof Be-
       reczky zu diskutieren bereit.
       Für Barth gibt es keine pauschale, prinzipielle "christliche" Be-
       gründung für  ein System,  weder für den Kapitalismus, die Monar-
       chie, die Demokratie, noch für Sozialismus oder Kommunismus. Wohl
       aber kann  es im konkreten Fall und in einer bestimmten Situation
       eine Übereinstimmung  mit der  einen oder  anderen Weltanschauung
       oder mit einem Regierungssystem geben. So spricht Barth gelegent-
       lich von einer Affinität der christlichen Auffassung zur Demokra-
       tie in  der Gegenwart, so kann er die Kapitalismuskritik des Mar-
       xismus, sofern  sie sich  gegen die Degradierung des Menschen zur
       Ware richtet,  bejahen und  jedenfalls der Christenheit im Westen
       zumuten, sich  "links", d.h. grundsätzlich zu den durch die herr-
       schende Wirtschaftsordnung  Benachteiligten zu halten, ohne prin-
       zipiell die Möglichkeit auszuschließen, daß es in einem sogenann-
       ten "Staatssozialismus"  "auf eine  neue, womöglich noch krassere
       Gestalt der  Unterdrückung und  Ausnützung des Menschen durch den
       Menschen hinauslaufen  könnte" 28).  Wenn er  so zur Zeit Stalins
       sich äußern  konnte, so  läßt das  die Vermutung zu, daß er einem
       Sozialismus bzw.  Kommunismus gegenüber, der auf dem Weg der Ent-
       stalinisierung fortschreitet und den Staat aus einer Diktatur des
       Proletariats in  einen Staat  des gesamten  Volkes überführt (wie
       Juri W.  Andropow ankündigte),  der ein loyales Verhältnis zu den
       Kirchen anstrebt,  der friedliche  Koexistenz von  Staaten unter-
       schiedlicher Gesellschaftsordnung  nicht nur  propagiert, sondern
       auch ernsthafte  Vorschläge zum  Rüstungsstopp und  zur Abrüstung
       macht, jedenfalls  offener gegenüberstehen  würde als einem impe-
       rialistischen  Kapitalismus,  der  eine  überlegene  Politik  der
       Stärke womöglich  sogar durch Ersteinsatz atomarer Waffen und Mi-
       litarisierung des Weltraums durchzusetzen droht.
       3. Fragt man  Barth, wie  er den Begriff der Humanität angesichts
       einer geradezu  gegensätzlichen Interpretation  (vgl. das  unter-
       schiedliche Menschenrechtsverhältnis zwischen Ost und West) näher
       präzisieren könne, so verweist er nicht auf den "löcherigen Brun-
       nen" eines  allgemein erkennbaren  Naturrechts, sondern  auf  die
       Menschenfreundlichkeit Gottes,  die uns in dem Menschen Jesus be-
       gegnet. "Nachdem  Gott selbst Mensch geworden ist, ist der Mensch
       das Maß  aller Dinge,  kann und  darf der Mensch nur für den Men-
       schen eingesetzt  und unter  Umständen geopfert,  muß der Mensch,
       auch der  elendste Mensch  - gewiß  nicht des  Menschen Egoismus,
       aber des  Menschen Menschlichkeit  - gegen  die Autokratie  jeder
       bloßen Sache resolut in Schutz genommen werden." 29)
       Das ist  nicht im  Sinn eines  "christlichen Menschenbildes"  ge-
       meint, sofern  man darunter - wie es in christlichen Parteien üb-
       lich ist  - eine  politische Zielvorstellung versteht, die man in
       derselben Direktheit  wie andere  Parteien ihr liberales oder so-
       zialistisches Menschenbild  mit Mitteln der Politik durchzusetzen
       versucht. Hier  gilt vielmehr  das Wort  Jesu vor  Pilatus: "Mein
       Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt,
       meine Diener  würden (dafür)  kämpfen." (Joh.  18, 36) Es besteht
       nach Barth  zwischen dem  Christlichen und  dem Politischen keine
       direkte Identität,  freilich auch  kein (notwendiger)  Gegensatz,
       sondern -  wie Barth gern sagt - eine Analogie oder Entsprechung.
       Politische Mitverantwortung der christlichen Gemeinde heißt also:
       "Sie unterscheidet  und wählt  unter den  sich jeweils  bietenden
       Möglichkeiten, unter  Zurückstellung und  Ablehnung der  anderen,
       immer diejenigen,  in deren Realisierung ein Gleichnis, eine Ent-
       sprechung, eine  Analogie, das  Spiegelbild dessen sichtbar wird,
       was den  Inhalt ihres  Bekenntnisses und ihrer Botschaft bildet."
       30) So  kommt Barth,  indem er  nach weltlichen Entsprechungen zu
       der in der christlichen Botschaft verkündigten Gerechtigkeit, zur
       christlichen Freiheit  und zum Frieden Gottes fragt, zu ganz pro-
       fanen Verhaltensweisen  im politischen  Ringen, die durchaus auch
       solchen einleuchten  können, die  von  diesem  Gleichnischarakter
       nichts wissen, wohl aber diese Entscheidungen für Recht und Frie-
       den auf  Erden als vernünftig und hilfreich erkennen und sich mit
       dafür einsetzen können. Die christliche Gemeinde wird hier keinen
       Alleinvertretungsanspruch erheben, sondern bereit sein, von denen
       zu lernen,  denen womöglich  am politischen  Himmel  dieser  Welt
       Lichter aufgegangen sind, ehe die sogenannten "Kinder des Lichts"
       diese entdeckten. Am deutlichsten ist solche Gemeinsamkeit im po-
       litischen Einsatz  zwischen Christen und Nichtchristen, die Barth
       vorschwebt, wohl heute in dem weltweiten Ringen um Frieden in Er-
       scheinung getreten,  in dem sich angesichts der ungeheuren Bedro-
       hung der  Menschheit eine  erstaunliche Konvergenz  zwischen dem,
       was der  Christ als gottgewollt bekennt, und dem was die Vernunft
       als geboten  erkennt, aufdrängt.  Hier beginnt eine Saat aufzuge-
       hen, zu  deren Wachsen  auf seine  Weise nicht zuletzt Karl Barth
       mit seiner theologischen Reflexion und seinem politischen Engage-
       ment, und  zwar gerade durch seine eindeutige Stellungnahme, bei-
       getragen hat.
       
       _____
       1) Nachwort z.  Schleiermacher-Auswahl, Siebenstern  TB  113/114,
       1968, S. 293.
       2) Zit. nach Eberhard Busch, Karl Barths Lebenslauf, 1975, S. 93.
       3) A.a.O., S. 93.
       4) Siehe Anm. 1.
       5) Karl Barth, Kirchliche Dogmatik, III, 4, S. 515.
       6) Vgl. vor  allem Friedrich Wilhelm Marquardt. Theologie und So-
       zialismus. Das Beispiel Karl Barths, 3/1985.
       7) Zit. nach E. Busch, a.a.O., S. 100.
       8) A.a.O., S. 113.
       9) A.a.O., S. 123.
       10) A.a.O., S. 161.
       11) A.a.O., S. 203.
       12) A.a.O., S. 203.
       13) Karl Barth, Gotteserkenntnis und Gottesdienst nach reformato-
       rischer Lehre, 1938, S. 214.
       14) Busch, a.a.O., S. 344.
       15) Gert Wendelborn, Charta der Neuorientierung, 1977, S. 42.
       16) Busch, a.a.O., S. 398.
       17) Dieter Koch, Offene Briefe Karl Barths zum Ost-West-Konflikt,
       in: Festschrift  f. Helmut Gollwitzer "Richte unsere Füße auf den
       Weg des Friedens", 1979, S. 478.
       18) A.a.O., S. 482.
       19) Theologische Existenz heute, NF, Nr. 17, 1949.
       20) A.a.O., S. 15.
       21) Kirchliche Dogmatik, III, 4.
       22) Karl Barth,  Christengemeinde und  Bürgergemeinde, in "Kirche
       für die Welt", Nr. 7, 1946, S. 22.
       23) Siehe Theologische Erklärung von Barmen, These II und V.
       24) K. Barth, Christengemeinde und Bürgergemeinde, a.a.O., S. 48.
       25) A.a.O., S. 23.
       26) Siehe These V von Barmen.
       27) Theologische Existenz heute, NF, Nr. 17, S. 14.
       28) Kirchliche Dogmatik, III. 4, S. 624 f.
       29) Barth, Christengemeinde und Bürgergemeinde, a.a.O., S. 33.
       30) A.a.O., S. 31.
       

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