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       Beim unverschlüsselten Zugang zum Archiv ist alles wie bisher ge-
       habt: In  der URL Eingabezeile erscheinen je nach Programmkontext
       die entsprechenden  Skriptaufrufe mit  ihren Parametern. Auch die
       Schlagworte, nach  denen Sie  im Archiv suchen werden in der URL-
       Eingabezeile als  Parameter übergeben.  Sammelt eine  Instanz die
       aufgerufene Folge  von URLs,  kann Ihr Surfverhalten und ihre Re-
       chercheinteressen exakt nachvollzogen werden.

       Um dies  zu vermeiden bietet DEA einen Zugang zum Archiv mit ver-
       schlüsseltem URL  an. Das  Grundprinzip des URL-Verschlüsselungs-
       verfahrens ist einfach aber wirksam:

       Es gibt  nur ein php-Skript - archiv.php -, das alle Funktionali-
       täten von  DEA enthält  und alle HTML-Ausgaben mit den Hyperlink-
       Verknüpfungen erzeugt. Ein Hyperlink mit seinen 'sprechenden' Pa-
       rametern wird  nun aber  nicht mehr in den HTML-Code geschrieben,
       sondern es  wird eine  eindeutige Zufallszahl gezogen. Mit dieser
       Zufallszahl als  Schlüssel wird  der Hyperlink in einer MySQL-Da-
       tenbanktabelle hinterlegt.  Als URL  wird an  die  entsprechenden
       Stelle des  HTML-Codes der  Skriptaufruf archiv.php  mit der  Zu-
       fallszahl als  Parameter geschrieben. Nach dem Seitenaufbau been-
       det sich archiv.php, wird aber beim Mausklick auf irgendeinen Hy-
       perlink sofort wieder angestoßen. archiv.php liest als erstes an-
       hand der  übergebenen Zufallszahl  die Übergabeparameter  aus der
       Datenbanktabelle,  löscht sofort  diesen  Eintrag  und führt dann
       den Programmkontext aus. Das ist das Grundprinzip.

       Features:
       * In der  URL-Eingabezeile ihres  Browsers  erscheint  immer  ein
       gleichformatiger Eintrag  mit einer  Zufallszahl  als  Parameter,
       egal was Sie in DEA gerade machen.
       * Aus dem  Zufallszahl-Parameter kann kein Bezug zur aufgerufenen
       Seite abgeleitet  werden. Dieselbe Seite hat bei jedem Aufruf im-
       mer eine anderere Zufallszahl-URL. Mit der Folge der aufgerufenen
       verschlüsselten URLs ist Ihr Surfverhalten nicht nachvollziehbar.
       Auch nicht für den webmaster.
       Jeder URL wird nach einmaligem Aufruf sofort ungültig. Sie können
       das leicht nachvollziehen,  wenn Sie auf die  Schaltfläche 'Aktu-
       elle Seite neu laden'  Ihres Browsers klicken.  Sie erhalten dann
       sofort eine Fehlermeldung.  Im Augenblick wo das angeforderte Do-
       kument auf Ihrem Monitor erscheint,  ist der Link schon ungültig.
       Nur wieviel 'traffic'  Sie mit  DEA hatten, ist bekannt.
       Die URLs in den Logfiles der Provider sind eine sinnlose Sammlung
       von Zufallszahlen, die keinen Rückschluss auf Ihre besuchten Sei-
       ten in DEA ermöglicht. Dies gilt auch für das externe Archiv 'In-
       fobroking'.

       Nachteile:
       * Verschlüsselte  URLs sind  nicht zitierbar. Wenn Sie DEA in der
       verschlüsselten Betriebsart  benutzen, erscheint daher in der er-
       sten Zeile eines angezeigten Textes oder Bildes eine zitierfähige
       URL. Sie  können diese  verifizieren, indem Sie diese in die URL-
       Eingabezeile kopieren und mit enter aufrufen. Sie verlassen damit
       aber den  verschlüsselten Modus von DEA und hinterlassen eine Da-
       tenspur. In  den verschlüsselten  Modus können  Sie nur  über die
       Startseite zurück gelangen.
       * Suchmaschinen  laufen ins Leere.  Die Indexierung  der Datenbe-
       stände wird durch die unverschlüsselte und zitierbare Betriebsart
       sichergestellt.

       Der Webserver Logfile wird bei DEA anonymisiert geführt,  d.h. es
       werden keine IP-Adressen gespeichert.  Beim  Errorlogfile ist das
       nicht der Fall.  Lösen Sie z.B. einen  Webserver  Fehler 404 (not
       found) oder 403 (access denied) aus,  wird ihre IP Adresse im Er-
       rorlogfile gespeichert. Dieses Verhalten kann laut Provider nicht
       geändert werden,  weshalb DEA  derzeit auch  nicht das Gütesiegel
       'Wir speichern nicht'  bekommen  kann.  Wenn Sie  normal  surfen,
       also ohne Manipulation des URL in der Eingabezeile, ist die Wahr-
       scheinlichkeit,  daß sie einen  Webserver Fehler auslösen gering,
       in der verschlüsselten  Betriebsart  noch geringer als in der un-
       verschlüsselten.
       Wenn sie von einer öffentlichen Einrichtung aus surfen,  wie z.B.
       einer Bibliothek oder (Hoch-)schule,  wo die Benutzer an den Ter-
       minals laufend wechseln, ist auch eine möglicherweise gespeicher-
       te IP-Adresse kaum noch rückverfolgbar.

       Die EU-Richtlinie zur  Vorratsdatenspeicherung  ist auch nach dem
       Karlsruher Urteil weiterhin in Kraft.
       DEA hofft,  mit diesem Verfahren einen Beitrag zur Aushöhlung der
       Vorratsdatenspeicherung geleistet zu haben.

       September 2010